Regionales Leben
Mädchen zwischen die Beine gefasst

Unbekannter belästigt erneut Kinder auf Treppe in Littau

Der Zugang zur Löchlitreppe in Littau. (Bild: Google Street View)

Mindestens zweimal soll ein Unbekannter auf der Löchlitreppe in Littau Schulkinder angesprochen haben. Einmal entblösste er sich dabei. Die Schule ist alarmiert – und warnt die Eltern.

Die Löchlitreppe in Littau wurde vergangene Woche zum Ort eines Übergriffes. Ein junges Mädchen sei auf der Treppe von einem unbekannten Mann angesprochen und zwischen die Beine gefasst worden. Das Schulkind habe glücklicherweise schnell reagiert und sei weggelaufen. Anschliessend habe sich das Kind einer Lehrperson anvertraut.

So schreibt es die Schulleitung des Schulhauses Littau Dorf in einem Brief vergangene Woche. Das Schreiben, welches zentralplus vorliegt, ist an die Eltern gerichtet. In dem Brief appelliert die Schulleitung an die Eltern, den Vorfall mit ihren Kindern zu besprechen. Ausserdem warnt sie, es sei nicht der erste solche Vorfall auf der Löchlitreppe.

Weiterer Vorfall vor den Herbstferien

Die Löchlitreppe ist der kürzeste Verbindungsweg für Fussgänger vom Littauerboden hinauf ins Dorf. Sie verläuft durch ein Wäldchen und kürzt die Strassenschleife ab, in welcher sich die Cheerstrasse den Berg hinaufwindet. Dicht umgeben von Bäumen ist ein Grossteil des Weges von der Strasse nicht einsehbar.

Die Löchlitreppe führt vom Bahnhof zum Schulhausareal. (Bild: Google Maps)

Am oberen Ende der Löchlitreppe befindet sich das Schulhaus Littau Dorf. Viele der rund 420 Primarschülerinnen benutzen täglich die Treppe, um das Schulhaus zu erreichen. Doch einigen Eltern bereitet das Bauchweh. Denn die Schule hat sie in einem Brief bereits vor den Herbstferien über einen Vorfall auf der Treppe informiert.

Mitte September hielt sich ein unbekannter Mann bei der Löchlitreppe auf. Als Schulkinder vorbeikamen, hätte er sich entblösst und sein Geschlechtsteil gezeigt, erzählt ein Vater aus Littau, der lieber anonym bleiben möchte. Auch er hatte den Brief der Schulleitung erhalten. Auf Anfrage von zentralplus bestätigt David Schuler, Rektor Volksschule bei der Stadt Luzern, die Geschehnisse.

Schutzmassnahmen eingeleitet

Die Schulleitung habe nach beiden Vorfällen die Polizei informiert und «in Absprache mit dem Rektorat jeweils einen Elternbrief geschrieben», sagt Schuler. Wie die Schulleitung schreibt, läge zudem der Verdacht nahe, dass es sich um den gleichen Täter handle. Das gehe aus der Täterbeschreibung der Schulkinder hervor.

«Seit dem ersten Vorfall ist die Belegschaft der Schule Littau Dorf auch im Aussenbereich der Schule aufmerksamer.»

David Schuler, Rektor Volksschule Stadt Luzern

Damit so etwas nicht erneut passiert, wurden verschiedene Schutzmassnahmen eingeleitet. «Seit dem ersten Vorfall ist die Belegschaft der Schule Littau Dorf auch im Aussenbereich der Schule aufmerksamer», erklärt Schuler. Ausserdem gibt es seit vergangener Woche eine Verschärfung: «Als Sofortmassnahme wird eine erwachsene Person der Schule jeweils von 13.15 bis 13.45 Uhr die Löchlitreppe beaufsichtigen.»

Ausserdem habe die Polizei in Aussicht gestellt, die Schulwege stärker zu kontrollieren, meint Schuler. Die Polizei selbst bestätigt auf Nachfrage von zentralplus lediglich die beiden Vorfälle. Darüber hinaus äussert sich Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, nur grundsätzlich. Die Polizei sei «sporadisch – in unregelmässigen Abständen – auch auf Schulwegen präsent».

Schule bittet Eltern, Anzeige zu erstatten

Wenn eine Anzeige vorliege, so die Polizei, würde sie weitere Abklärungen treffen. Doch nach den beiden Vorfällen auf der Löchlitreppe sind keine Anzeigen eingegangen. Die Schulleitung bittet die Eltern daher in dem Brief, Anzeige zu erstatten. Wer weitere Informationen habe, solle sich ebenfalls bei der Polizei melden.

Auch in den Klassen seien die Vorfälle besprochen worden, erzählt Schuler. «Sollten sich die Vorfälle allerdings häufen, werden wir das auch in der stadtweiten Leitungs- und Einsatzgruppe für Notfallinterventionen (LENI) bearbeiten.» Darin seien neben ihm als Rektor auch die Schulpsychologie und die Polizei beteiligt.

Auch die Eltern zu Hause können zur Prävention beitragen. «Wichtig ist, dass die Kinder in einer entsprechenden Situation richtig reagieren, wegrennen und Erwachsene informieren. Dieses Verhalten können Sie zu Hause mit den Kindern besprechen», heisst es dazu in dem Brief der Schulleitung.

Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit David Schuler, Rektor Volksschule bei der Stadt Luzern
  • Schriftlicher Austausch mit Simon Kopp, Sprecher Staatsanwaltschaft Kanton Luzern
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