Regionales Leben
Stadt findet sie unnötig

Drei Uhren am Bahnhof Luzern sind weg – und kommen nicht wieder

Bis vor einem Jahr waren direkt neben dem Bahnhof drei Uhren an den Masten montiert: Eine in Richtung Pilatusplatz, eine in Richtung Bahnhof und eine in Richtung Zentralstrasse. (Bild: bic)

Pendlerinnen und Leute mit Terminen konnten jahrzehntelang vor dem Bahnhof Luzern rasch einen Blick auf die grossen Uhren bei den Busmasten werfen. Doch die Chronometer sind seit einiger Zeit weg. Und es ist nicht vorgesehen, dass neue montiert werden.

Praktisch war's: Wenn man kurz nochmals in den Starbucks einen Kaffee holen ging, mit einem kurzen Blick auf die grosse Uhr beim Busmasten dann relaxed vor dem Fussgängerstreifen warten konnte – oder dann doch rasch über die Strasse huschen musste, um den Zug nicht zu verpassen. Auch zur Verkehrssicherheit dürften die Chronometer beigetragen haben, konnten sich doch vor allem Velofahrer über die Zeit informieren, ohne dass sie dabei den Blick von der viel befahrenen Strassenkreuzung abwenden mussten.

Doch mittlerweile sind sie weg: die drei Uhren an dem Masten beim Bahnhof Luzern. So manchem scheint es aufgefallen zu sein. Denn zumindest in der Facebook-Gruppe «Du besch vo Lozärn, wenn …» sorgten die fehlenden Uhren für angeregte Diskussionen.

Alt und kaputt

Die drei Uhren, die im Besitz der Stadt waren, sind bereits seit einiger Zeit verschwunden. Wie Thomas Schmid, Leiter des Strasseninspektorats, sagt, wurden sie im April 2020 abmontiert. Die Uhren am Busmasten vor dem Hotel Monopol seien über 30 Jahre alt gewesen.

«Sie liefen am Ende nur sehr unzuverlässig, deswegen haben wir sie genauer untersucht.» Diese Untersuchung zeigte, dass das Uhrwerk ziemlich kaputt war. «Zudem bestand die Gefahr, dass einzelne Teile des Uhrrahmens auf die Strasse fallen könnten. Das hat uns dazu bewogen, die Uhren aus Sicherheitsgründen zu entfernen.»

Neue Uhren sind nicht vorgesehen

Es ist auch nicht vorgesehen, dass bald wieder neue Uhren an den Masten montiert werden. Die Stadt holte sich damals eine neue Offerte ein: «Mit allem Drum und Dran hätten neue Uhren die Stadt deutlich mehr als 20'000 Franken gekostet.» Zudem gab es zwar in den sozialen Medien Kommentare, dass die Uhr fehle. Direkt hätten sich bei der Stadt aber nur wenige Stadtbewohnerinnen oder Pendler gemeldet.

Anders, als wenn beispielsweise plötzlich eine beliebte Sitzbank oder ein Spielgerät fehlt. «Deswegen hatten wir den Eindruck, dass das Bedürfnis nach neuen Uhren gar nicht so vorhanden ist», erklärt Thomas Schmid. Darüber, ob das mit der Coronapandemie zusammenhängt, die grosse Teile der Bevölkerung zum Homeoffice verdammt hat, lässt sich nur spekulieren. Vielleicht wird das Bedürfnis nach einem raschen Blick auf eine Uhr an einem zentralen Ort wieder zunehmen, sollten wir die Geschichte dereinst überstanden haben.

Hast du weitere Anregungen zu den entfernten Uhren? Dann schreib sie doch in die Kommentare!

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