Pump-Tracks – auch in Emmen will man auf den Asphalt
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Thomas Obrist ist leidenschaftlicher Biker und ist ab und zu auf den Pump-Tracks in Kriens anzutreffen. (Bild: sah)

Krienser Anlage platzt aus allen Nähten Pump-Tracks – auch in Emmen will man auf den Asphalt

4 min Lesezeit 29.03.2019, 10:37 Uhr

In Kriens und Luzern gibt es Pump-Tracks für Kickboardfahrer, Biker und Skater bereits. Auch in Emmen könnte schon bald eine solche asphaltierte Anlage entstehen. Die Nachfrage scheint gross, die Benutzer sind dabei eher klein.

«Wow, schau mal, wie schnell der ist», ertönt es aus einer Knabengruppe, die mit ihren Kickboards am Rand stehen, als Thomas Obrist mit seinem Bike über die Pump-Tracks in Kriens fährt. Erst ab diesem Moment wird klar, dass die Tracks nicht nur zum gemütlichen Darüberrollen gebraucht werden können, sondern auch für richtiges Training herhalten.

Mit einer hohen Geschwindigkeit brettert Obrist durch die Kurven und lehnt sich dabei fast waagerecht in die Kurve. «Das geht ordentlich in die Beine und in den Rücken», meint der 33-Jährige nach einigen Runden auf der Bahn. Geschwindigkeit baut er nicht mit den Pedalen, sondern mit aktiven Pump-Bewegungen auf. «Die Pump-Bewegungen müssen aus den Beinen kommen, nicht, wie viele zu Beginn meinen, aus den Armen», erklärt Obrist.

Krienser Pump-Tracks überfüllt mit Kindern

Obrist ist des Öfteren auf der Anlage in Kriens anzutreffen. Doch ist er längst nicht der einzige, der an einem relativ kühlen und windigen Wochentag den Weg auf die Tracks gefunden hat. Die Bahn ist gefüllt mit Kindern auf ihrem BMX, Skateboard oder ihren Skates. «Der Hype ist auf jeden Fall da, auch in Luzern», meint der gelernte Lehrer.

Dieser Hype sei einerseits sehr schön, andererseits bleibe zwischen den Kindern oft aber kein Platz für etwas professionalisiertere Übungseinlagen. Er fände unter anderem einen Nutzungsplan sinnvoll, wo zu gewissen Zeiten beispielsweise ausschliesslich fortgeschrittene Fahrer auf die Bahn dürfen. Denn die Tracks wären für so manchen Downhill- oder BMX-Fahrer eine willkommene Trainingsanlage.

Was einfach aussieht, hat viel Expertise

Denn wer denkt, dass es für Pump-Tracks einfach nur willkürliche Wellen und etwas Asphalt braucht, liegt falsch. Was so einfach aussieht, ist mit viel Aufwand und Finesse entstanden. Immerhin soll die Bahn sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet sein. «Die Rundungen oder die Distanzen zwischen den Wellen müssen genau passen, dass man auch eine Welle überspringen kann», so Obrist. Gleichzeitig sollen Anfänger auch einfach darüberrollen können.

Der Boden brauche dazu viel Grip, muss aber gleichzeitig die Fahrzeuge gut rollen lassen. Hierfür wird meist eine spezielle feinkörnige Asphaltmischung verwendet.

«Es ist erstaunlich, was für Wege die Leute auf sich nehmen, um auf einem Pump-Track zu fahren», meint auch Roman Wisler. Auch er ist leidenschaftlicher Fahrradfahrer und kommt deshalb immer mal wieder nach Kriens. «Der Pump-Track gibt mir die Möglichkeit, mal schnell am Abend ein paar Runden Flow zu geniessen», so Wisler.

Da für ihn jedoch der Krienser Pump-Track eher weit weg ist und dieser zusätzlich oftmals von Leuten überschwemmt wird, setzt sich Wisler als Mitglied des Vereins «Pump-Park Emmen» für die Errichtung einer Anlage in Emmen ein.

Das ist ein Pump-Park

Ein Pump-Park oder auch Pump-Track ist eine speziell geschaffene Rollsportanlage für verschiedenste nicht motorisierte Fahrzeuge wie Fahrräder, Skateboards, Inline-Skates, BMX oder Kickboards. Ein Pump-Park ist mit Wellen, Kurven und sanften Sprüngen versehen. Das Ziel dabei ist es, nur durch Hoch- und Runterdrücken (englisch «pumping») des Körpers über die Wellen, Geschwindigkeit aufzubauen.

Auch in Emmen soll ein Pump-Park entstehen

Der Verein wurde von leidenschaftlichen Skatern und Bikern gegründet – mit dem Ziel, einen Pump-Park nach Emmen zu bringen. Hierfür haben sie sich 2017 zusammengetan und wollen, zusammen mit dem Unternehmen Velosolutions aus Flims, dieses Jahr den Plan in die Tat umsetzen. Geplant sind 1’500 Quadratmeter Wellen, Steilwandkurven und eine Bowl (Pool ohne Wasser). Auch die ganz Jungen sollen durch eine rund 200 Quadratmeter grosse Kids-Area auf ihre Kosten kommen.

Die Baueingabe bei der Gemeinde Emmen war bereits erfolgreich, die Anlage könnte noch dieses Jahr eröffnet werden – wenn denn das Geld da wäre. Mittlerweile haben sie rund 140’000 Franken für dieses Projekt über Sponsoring, Mitgliederbeiträge und Spender gesammelt.

Fast wagerecht brettert Thomas Obrist durch die Kurven des Pumptracks in Kriens.

Fast wagerecht brettert Thomas Obrist durch die Kurven des Pumptracks in Kriens.

(Bild: sah)

Dies ist bereits etwas mehr, als die Stadt Kriens für ihren im November eröffneten Pump-Track ausgegeben hat. Die Verantwortlichen haben jedoch in Emmen Grösseres vor: «Beim Pump-Park würde die gesamte Anlagefläche asphaltiert», erzählt Mathias Zeyer. Er ist Vorstandsmitglied des Vereins Pump-Park Emmen.

Mehr Individualität auf dem Emmer Pump-Park

Nicht wie in Kriens und Luzern, wo der Fahrende sozusagen einer Linie folgen muss, soll die gesamte Fläche individuell und flexibel befahren werden und nicht durch Grünfläche unterbrochen sein. Des Weiteren soll die neue Anlage in Emmen mit 1’500 Quadratmetern Gesamtfläche um einiges grösser sein als die beiden anderen Anlagen im Kanton Luzern.

Mit 380’000 Franken wäre sie auch um einiges teurer. Hierfür müssen jedoch noch gut 240’000 Franken gesammelt werden. «Wir sind zuversichtlich, dass wir das Geld zusammenbekommen und den Park bauen werden», meint Zeyer optimistisch.

Der Pump Park Emmen soll direkt neben dem Themenspielplatz neben dem Stadion Gersag entstehen.

Der Pump Park Emmen soll direkt neben dem Themenspielplatz neben dem Stadion Gersag entstehen.

(Bild: Google Maps)

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