Regierung will Anreize prüfen

SVP: Luzerner Kantonsangestellte arbeiten zu wenig

Die Luzerner Regierung verzichtet auf Mindestpensen oder längere Ferien für Mitarbeiter des Kantons. (Bild: Philipp Schmidli)

Die SVP hat in einem Vorstoss gefordert, dass Mitarbeiterinnen des Kantons höhere Arbeitspensen belegen. Die Regierung möchte prüfen, mit welchen Anreizen sie diese Forderung erfüllen kann.

Mit einem Vorstoss, den auch FDP-Politiker unterschrieben haben, fordert die Luzerner SVP weniger Kleinpensen bei Mitarbeiterinnen des Kantons. Die produktive Arbeitszeit dieser Mitarbeiter läge unter jener von Vollzeitangestellten, so Guido Müller von der SVP. Dies begründet Müller damit, dass auch Mitarbeiterinnen mit kleinen Pensen an Sitzungen und Weiterbildungen teilnehmen würden, so das «SRF-Regionaljournal Zentralschweiz».

Was im Kanton Genf bereits Realität sei, solle auch der Kanton Luzern prüfen, fordert Müller: In Genf sind Mindestpensen von 50 Prozent für Lehrpersonen eingeführt worden. Darum gebe es im Kanton Genf keinen Lehrermangel, schliesst Müller.

Weder Mindestpensen noch längere Ferien oder mehr Vaterschaftsurlaub

Die Luzerner Regierung zeigt sich offen für die Forderungen der SVP. Sie möchte prüfen, mit welchen Anreizen sie die Angestellten dazu bewegen könne, ihre Arbeitspensen zu erhöhen. Mindestpensen lehnt sie jedoch ab. Letztere könnten insbesondere den Lehrermangel gar verschärfen, so die Regierung. Denn dank flexiblen Teilzeitangestellten werde der bestehende Lehrermangel abgefedert. Hingegen will sich die Regierung auf gute Arbeitsbedingungen fokussieren.

Auch die Linken haben Vorstösse zum Arbeitsrecht eingereicht. In ihren Vorstössen betonen Gertrud Galliker-Tönz, Samuel Zbinden und Korintha Bärtsch von den Grünen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie von zentraler Bedeutung sei. Die entsprechenden Angebote sollen weiter ausgebaut werden. Zusätzlich fordern die Grünen einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub und sechs Wochen Ferien für alle Angestellten des Kantons.

Die Luzerner Regierung stimmt auch den Grünen teilweise zu: Das Angebot rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möchte auch sie ausbauen. Hingegen werden der vierwöchige Vaterschaftsurlaub und die Forderung nach sechs Wochen Ferien abgelehnt. Mit den aktuell geltenden Regelungen – zehn Tage Vaterschaftsurlaub sowie fünf Wochen Ferien für alle respektive sechs Wochen Ferien für Angestellte ab 50 Jahren – stehe Luzern im kantonalen Vergleich bereits gut da.

Verwendete Quellen
  • Beitrag im «SRF-Regionaljournal Zentralschweiz»
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