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Park Tower: Stadt Zug pokert mit 300 Vermietungen hoch
  • Politik
Wenn alles rundläuft, dürften die ersten Hochzeiten im Park Tower Anfang 2020 gefeiert werden. (Bild: Montage wia )

Jährlich sollen 150'000 Franken generiert werden Park Tower: Stadt Zug pokert mit 300 Vermietungen hoch

3 min Lesezeit 22.02.2019, 05:01 Uhr

Ist das Zuger Stadtparlament milde gestimmt, wird die Zuger Bevölkerung bald einen neuen öffentlichen Saal haben. Einen, für den der Stadtrat grosse Ambitionen hegt. Zu Recht?

Demnächst bestimmt das Zuger Stadtparlament darüber, ob die oberste Etage des Park Tower für 457’000 Franken ausgebaut werden soll (zentralplus berichtete). Kommt das Anliegen durch, dürfte es nicht mehr lang gehen und die Zuger sind um einen luftigen Ort reicher, der öffentlich genutzt werden darf. Ein langjähriges, politisches Seilziehen nähme ein Ende.

Mit den Vermietungen will die Stadt künftig jährlich 150’000 Franken einnehmen, entnimmt man der Vorlage, welche kürzlich von der Bau- und Planungskommission abgenickt wurde. Konkret rechnet der Stadtrat aktuell mit einer Mietpauschale von 500 Franken bei 300 Anlässen im Jahr.

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Doch er schreibt gleich selbst in Klammern, dass es sich um eine optimistische Angabe handle. Noch optimistischer gar ist die Aussage der Stadt, dass im obersten Stockwerk maximal fünf Anlässe pro Tag stattfinden sollen.

Wicki rudert zurück

Das klingt utopisch, bedenkt man, dass der Raum nach jeder Nutzung wieder aufgeräumt und gereinigt werden muss. Der zuständige Stadtrat André Wicki gesteht ein: «Fünf Vermietungen pro Tag sind sicherlich nicht realistisch.»

Der SVP-Politiker relativiert, dass es sich dabei lediglich um das Maximum an Vermietungen pro Tag handle, welche die Vereinbarung mit der Stockwerkeigentümerschaft zulasse. «In der Praxis werden es aber eher zwei pro Tag sein, weil Aufräum- und Reinigungsarbeiten innerhalb des Vermietungszeitraums durchgeführt werden müssen.»

So sieht das 24. Stockwerk im Park Tower aktuell aus.

Da klingt die Berechnung mit 300 Anlässen pro Jahr deutlich realistischer. Doch auch hier. Es ist fraglich, ob in Zug ein derart grosses Interesse an diesem Raum bestehen wird. Wicki sagt dazu: «Wir gehen davon aus, dass das oberste Geschoss im 24. Stock des Park Tower mit der wunderbaren Aussicht auf Stadt, See und Berge viele Leute anlocken wird.» Sei dies für private oder geschäftliche Anlässe, für Trauungen, Ausstellungen, Vernissagen und Ähnliches, so der städtische Finanzchef weiter.

Mehr eine Schätzung denn ein fixer Preis

Bezüglich der 500 Franken pro Miete erklärt Wicki, dass dieser Preis noch nicht gefixt, sondern eher als eine grobe Schätzung zu sehen sei. Für die öffentliche Nutzung müsse erst ein Reglement geschaffen werden, welches der Stadtrat freigegeben werde, sobald der Ausbau fertiggestellt sei.

Als «Edelrohbau» betitelt die Stadt den aktuellen Ausbaustand.

Erst damit lasse sich nämlich detaillierter bestimmen, wie hoch die Miete, je nach Dauer und Zweck, würde. Wie bereits bei anderen stadteigenen Vermietungsräumen, sollen auch im Park Tower gestaffelte Gebühren anfallen, je nachdem, ob es sich um Mieter aus der Stadt Zug handelt oder um Auswärtige.

Mit der «grob geschätzten» Miete von 500 Franken bewegt sich der Park-Tower-Raum preislich etwa im gleichen Rahmen wie andere Räume, welche die Stadt vermietet. Der Siehbachsaal ist für Auswärtige beispielsweise für 600 Franken zu mieten. Den ganzen Burgbachsaal – der deutlich grösser ist als das Park-Tower-Geschoss – gibt’s für 900 Franken.

Andere Räume sind günstiger – dafür aussichtslos

Andere Lokalitäten in der Umgebung gibt’s günstiger. So vermietet die Gemeinde Baar etwa das Schwesternhaus oder die Rathus-Schüür für je 400 Franken. – Dies jedoch ohne spektakuläre Aussicht.

Die Altstadthalle vermietet die Stadt Zug für 300 Franken, doch eignet sich diese vorwiegend für Ausstellungen. Im ähnlichen preislichen Rahmen bewegt sich auch die Vermietung des Pulverturms, der durch den «Grossen, Allmächtigen und Unüberwindlichen Rat von Zug» koordiniert wird.

Stimmt der GGR Mitte März dem Objektkredit zu, kanns losgehen mit dem Ausbau und der Raum könnte im Januar 2020 in Betrieb genommen werden.

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