Der Kanton Luzern fährt einen anderen Plan, als den Fahrplan des Bundes. Um das Risiko von «betriebsinternen Ansteckungen» weiter zu senken, wurden bereits junge und gesunde Angestellte von Gesundheitsinstitutionen geimpft, die nicht in direktem Kontakt zu Patienten stehen. Besonders gefährdete Personen wie Personen ab 65 Jahren müssen im Kanton hingegen warten.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen haben am Mittwoch die Impfstrategie aktualisiert. Besonders gefährdete Personen ab 65 Jahren und Erwachsene mit Vorerkrankungen unter 65 Jahren sollen demnach zuerst geimpft werden. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie das Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen sollen als zweite Priorität folgen.
Bereits Mitte März haben Bund und Kommission einen Fahrplan für das Gesundheitspersonal erarbeitet. Nach diesem Fahrplan soll erst das Personal in Alters- und Pflegeheimen eine Corona-Impfung erhalten, dann das Personal auf Corona- und Intensivstationen und auf der Notaufnahme sowie Rettungsdienste. In einem nächsten Schritt sollen Heime mit Menschen mit Behinderungen und Spitalstationen mit einem hohen Anteil an besonders gefährdeten Personen geimpft werden.
Erst wenn genügend Impfdosen für besonders gefährdete Personen bereitstehen, sollen Angestellte aus beispielsweise Apotheken, Physio-, Arzt- und Zahnarztpraxen sowie übrige Spitalabteilungen geimpft werden.
Luzern weicht vom Fahrplan des Bundes ab
Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, fährt der Kanton Luzern aber einen anderen Plan. Besonders gefährdete Personen ab 65 Jahren werden erst Ende Mai geimpft. Bewohner und Angestellte von Altersheimen und das Personal aus Gesundheitsinstitutionen ist bereits vollständig geimpft. Wie es im Medienbericht heisst, seien bei der Luzerner Psychiatrie (Lups) rund 660 Angestellte geimpft worden. Ende April sei die Impfaktion abgeschlossen.
Das Lups halte sich an die Vorgaben des Kantons, sagt ein Sprecher. Es sei nach «Verfügbarkeit und Prioritäten» geimpft worden. Also zuerst besonders gefährdete Personen aus allen Bereichen, dann Angestellte, die stationär direkt mit Patientinnen und Bewohnern arbeiten, dann alle anderen Angestellten mit einem direkten Kontakt zu Patientinnen und Bewohnern und zuletzt die restlichen Mitarbeitenden.
Spitex-Angestellte: Rund die Hälfte bereits geimpft
Von den Spitex-Angestellten sind bereits knapp 700 von 1400 Angestellten geimpft, obwohl der Bund auch hier keine Priorisierung vorsah. Warum kam das Spitex-Personal vor besonders gefährdeten Personen? «Der kantonale Führungsstab beurteilt die Risikosituation wöchentlich neu», wird David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport im Bericht zitiert. «Er kam zum Schluss, dass das Gesundheitspersonal – und dazu zählt die Spitex – prioritär geimpft werden soll.» Da die ersten zwei Wellen gezeigt hätten, dass bis zu 10 Prozent des Gesundheitspersonals ausgefallen sei, wollte man einem solchen Ausfall in der dritten Welle vorbeugen, heisst es weiter.
Da sich Mitarbeitende im Spital begegnen und beispielsweise auch Pausen gemeinsam verbringen würden, habe der kantonale Führungsstab zudem entschieden, weitere Mitarbeitende einer Gesundheitsinstitution – auch solche, die nicht direkt mit Patienten zusammenarbeiten – ebenfalls zu impfen, «um das Risiko von betriebsinternen Ansteckungen weiter zu senken.»
60 Prozent der Luks-Angestellten haben eine erste Impfung erhalten
Bei den Physiotherapeuten haben bereits viele in Kliniken eine Impfung erhalten, darunter im Luzerner Kantonsspital. Selbständige Physiotherapeutinnen oder Angestellte in einer Praxis müssten aber warten, heisst es im Medienbericht weiter.
Beim Luks hätten bereits über 60 Prozent der Angestellten eine erste Corona-Impfung erhalten. Die zweite Impfdose sei bei 45 Prozent durchgeführt worden. In der ersten Phase seien im Luks gemäss Vorgaben des Kantons Angestellte aus Intensiv- und Notfallbereichen, Anästhesie und Rettungsdienst, Covid-19-Abteilungen sowie Covid-19-Abstrichzentren zur Impfung eingeladen worden. In der zweiten Phase habe man auch Labormedizin und Physiotherapie miteinbezogen.