Nach Verwirrung um Coronaregeln: Sind Bäckereien nun Take-aways?
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Verband hofft auf rasche Klärung Nach Verwirrung um Coronaregeln: Sind Bäckereien nun Take-aways?

2 min Lesezeit 14.12.2020, 14:25 Uhr

Die neuen Coronamassnahmen haben am Sonntag bei Bäckereien für Fragezeichen gesorgt. Zählen sie als Take-aways? Darüber habt zentralplus mit dem Präsidenten des schweizerischen Bäcker-Confiseur-Verbands gesprochen.

Die am letzten Freitag beschlossenen Coronamassnahmen sehen vor, dass Läden an Sonntagen geschlossen bleiben müssen, Take-aways aber ihre Speisen weiterhin verkaufen dürfen (zentralplus berichtete).

Diese Regelung sorgte am letzten Sonntag bei den Bäckereien im Kanton Luzern für grosse Verwirrung. Gilt eine Bäckerei als Take-away oder als Laden? Die Luzerner Traditionskonditorei Heini schloss ihre Tore, während die Bäckerei Hänggi weiterhin ihre Brötchen verkaufte (zentralplus berichtete).

Was ist ein Take-away?

Silvan Hotz, Bäcker aus Baar und Präsident vom Schweizerischen Bäcker-Confiseur-Verband (SBC), hadert mit der beschlossenen Reglung, weil sie zu ungenau formuliert wurde.

Hotz wünscht sich von der Politik vor allem eine genaue Definition, was denn ein Take-away ist. Auch die kantonalen Unterschiede stören ihn. So hatte beispielsweise der Kanton Zug entschieden, dass alle Bäckereien als Take-aways zu betrachten sind und somit auch sonntags ihre Gipfeli verkaufen dürfen. In Zürich hingegen wurden einige Bäckereien von der Polizei geschlossen, wie Hotz gegenüber zentralplus berichtet.

Gipfeli, aber keine Brote

Nach Abklärungen mit Juristen des BAG kam der SBC zum Schluss, dass bei Take-aways nur «zum unmittelbaren Verzehr geeignete Speisen und Getränke» verkauft werden dürfen, übrige Backwaren jedoch nicht. Auch dies macht aus Sicht ihres Präsidenten keinen Sinn. Hotz möchte betonen, dass der Verband nicht zum zivilen Ungehorsam aufgerufen, sondern vielmehr die Informationen des BAG bestmöglich für die Mitglieder des SBC interpretiert haben.

Er verstehe, dass keine Geschenkpackungen wie etwa Pralinen verkauft werden dürfen. Dies gehöre auch nicht zur Grundversorgung. Aber dass der Verkauf von Broten verboten sei, verstehe der Präsident des SBC nicht. «Wieso darf ich eine Pizza im Take-away abholen, aber ein Pfünderli in der Bäckerei nicht? Ein Brot isst man auch zu Hause mit der Familie, ähnlich wie eine Pizza.»

Hoffnung auf baldige Klarheit

Das SBC hat beim Bundesamt für Gesundheit eine Präzisierung der Regelung für Bäckereien beantragt. Hotz rechnet damit, dass das BAG am Dienstag oder Mittwoch auf die Anfrage reagieren wird. Hoffentlich herrsche dann mehr Klarheit, sagt er.

Ob die zugunsten der Bäcker ausfällt, ist noch unklar. Hotz hofft aber darauf, dass Bäckereien nicht nur unter der Woche, sondern bald auch wieder am Sonntag Zöpfe verkaufen können.

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