Luzerner Pöstler klaut Briefe
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Ihre Sendung ist nicht beim Empfänger angekommen: Die Staatsanwaltschaft konnte bereits 49 Geschädigte ermitteln. (Bild: fotolia)

Über 1'000 Franken ergaunert Luzerner Pöstler klaut Briefe

2 min Lesezeit 18.05.2015, 17:27 Uhr

Ein Mitarbeiter der Post hatte Briefumschläge mit Bargeld, Spiellosen oder Wertgutscheinen gestohlen, anstatt sie ins Verteilzentrum zu bringen. Auf die Schliche kam man ihm wegen einer Dummheit.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen einen Angestellten der Post eingeleitet. Er hatte Briefumschläge mit Bargeld, Spiellosen oder Wertgutscheinen gestohlen − über 1’000 Franken kamen so zusammen. Er habe jeweils Couverts aus der Post entwendet, die er zur weiteren Bearbeitung in das Verteilzentrum bringen sollte, sagt Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, auf Anfrage.

Aufgeflogen ist der 40-Jährige nicht etwa, weil man ihm bei der Post auf die Schliche kam. «Der Mann hat einen Abfallsack mit den leeren Couverts – aber ohne Abfallmarke entsorgt», so Kopp. «Das wurde uns gemeldet und so sind wir ihm auf die Spur gekommen.» Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er mindestens 56 Briefe aus Postsendungen gestohlen hat. Die Staatsanwaltschaft konnte bereits 49 Geschädigte ermitteln.

Post haftet nicht

Ob und inwiefern diese Personen entschädigt werden, darüber wird der Richter entscheiden. Oliver Flüeler, Sprecher der Post, stellt klar: «Wir haften nicht für den Inhalt der Briefpost.» Denn gestohlen habe letztlich nicht die Post an sich, sondern eine Einzelperson, die nun dafür gerade stehen müsse. Flüeler rate den Kunden im Allgemeinen, wertvolle Dinge nicht per Briefpost zu versenden − und wenn, dann nur mit Versicherung oder per Einschreiben.

«Bei 63’000 Angestellten kann man nicht ausschliessen, dass einer auf krumme Ideen kommt.»
Oliver Flüeler, Post-Sprecher

Sicherheitsmassnahmen gäbe es bei der Post genügend und bei Verdachtsfällen gehe man der Sache sofort nach. «Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen», sagt Flüeler. Zudem wähle man die Mitarbeitenden sorgfältig aus. So sei auch der Leumund des Beschuldigten im Vorfeld überprüft worden. Kopp von der Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigt, dass der Mann im Kanton Luzern nicht vorbestraft war.

«Bei 63’000 Angestellten kann man nicht ausschliessen, dass einer auf krumme Ideen kommt», so Flüeler und betont, dass stehlende Pöstler nur seltene Einzelfälle seien, für welche man kein Verständnis habe. «Solche Personen werden umgehend entlassen. Sie haben das ihnen entgegengebrachte Vertrauen missbraucht.» Auch der Postangestellte aus Luzern ist seinen Job mittlerweile los.

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