Leben
Mit Luzerner Sternwarte den Himmel entdecken

Warum der Mond heute deine Träume platzen lässt

Seine Leidenschaft gilt dem Himmel. Kurt Felder, Leiter der Sternwarte Hubelmatt, in seinem Element. (Bild: Astronomische Gesellschaft Luzern)

Bist du eine Nachteule? Dann lohnt es sich nach Mitternacht deinen Blick in den Himmel zu richten: Es ist Sternschnuppen-Nacht und du könntest dir theoretisch bis zu 110 Mal pro Stunde etwas wünschen. Der Leiter der Sternwarte Hubelmatt verrät, was heuer das Problem ist.

Was für eine wunderbare Zeit, seine Träume zu verwirklichen! Der Nachthimmel liefert im Moment ein echtes Feuerwerk. Dank den Perseiden könntest du bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde erblicken. Leider wird sich der Mond als echter Spielverderber entpuppen. Aber zuerst wollen wir herausfinden, warum es in der Nacht diese spezielle Lichtshow gibt.

Daher gibt es im August besonders viele Sternschnuppen

Kurt Felder gibt uns einen Einblick in die Himmelsgeschichte. Der Weltraum fasziniert ihn seit langer Zeit. Seine Leidenschaft lebt er bei der Astronomischen Gesellschaft Luzern aus. Felder leitet die Sternwarte Hubelmatt.

«Die Erde zieht seine Bahn momentan durch eine Staubspur eines Kometen», erklärt er die momentanen Geschehnisse. Hinterlassen hat diese Spur der Komet «109P/Swift-Tuttle» bei seiner Reise durch den Weltraum. Dieser Komet wurde erstmals im Jahr 1862 von Menschen entdeckt und kreuzt die Umlaufbahn der Erde nur rund alle 134 Jahre. Das nächste Mal besucht uns dieser Komet im Jahr 2126.

Der Himmel ist schlichtweg faszinierend. Hier im Bild die Milchstrasse und eine Sternschnuppe vom Walchwilerberg aus. (Bild: Daniel Hegglin) (Bild: Daniel Hegglin)

Seine Staubspur und der dazugehörende Meteoritenregen fasziniert die Menschen aber schon länger. «Auch als Laurentius von Rom am 10. August im Jahr 258 hingerichtet worden war, zog die Erde durch die Staubspur. Daher werden die Perseiden auch die Tränen des Laurentius genannt», erklärt Felder.

Sternschnuppen sind mit einem Höllentempo unterwegs

Die kleinen Lichter sind mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit unterwegs. Kurt Felder sagt, dass die Sternschnuppen rund 58-mal schneller sind als eine Kugel aus einem Gewehr. «Ein Meteor schiesst mit einer Geschwindigkeit von 58 Kilometern pro Sekunde auf die Erde.» Ein Kollege von ihm habe sich den Spass gemacht und ausgerechnet, wie viel kinetische Energie von einem rund zwei Gramm kleinen Meteor ausgeht. «Da ist so viel Energie im Spiel, wie bei einem Formel-1-Wagen, der mit 320 Kilometer pro Stunde fährt.»

Wenn du die «kleinen Formel-1-Wagen» am Himmel sehen willst, empfiehlt dir Kurt Felder einfach in den Himmel zu schauen. «Dazu braucht es keine Hilfsmittel wie Feldstecher oder Fernrohr.» Das Maximum der Aktivität wird nach Mitternacht um 1 Uhr erreicht.

Wetterprognosen Top – Mond Flop

Wie «Meteonews» berichtet, liefert Petrus eigentlich das perfekte Perseiden-Wetter. «Es gibt im Norden einen praktisch wolkenfreien Himmel und damit freie Sicht, im Süden können dagegen Wolkenfelder etwas stören», schreibt der Wetterdienst.

Bewölkung während der Haupt-Sternschnuppenzeit. (Grafik: Meteonews) (Bild: )

Der grosse Spielverderber ist der Mond. «Dieser ist der Erde relativ nahe, und es ist zusätzlich Vollmond. Daher sind nur die ganz hellen Sternschnuppen sichtbar», sagt Kurt Felder. Der Mondaufgang ist um 21:33, um 7:45 Uhr morgens geht er unter. Also scheint der Erdtrabant die gesamte Sternschnuppen-Nacht durch.

Sternwarte Hubelmatt ist heute nicht besetzt

Bei grossen himmlischen Ereignissen ist die Sternwarte Hubelmatt der Astronomischen Gesellschaft Luzern offen. Beim Höhepunkt der Perseiden bleiben die Türen allerdings verschlossen. Einerseits, weil der Vollmond viele Beobachtungen verunmöglicht und auch weil die Sternschnuppen mit dem eigenen Auge gut sichtbar sind. Felder ergänzt: «Die Gesellschaft hätte die Möglichkeit, die Sternwarte zu öffnen. Allerdings würde dies auch bedeuten, dass unsere Mitglieder von Mitternacht bis 3 Uhr morgens vor Ort sein müssten.»

Einen Tipp gibt dir der Experte in die Nacht mit. «Schauen sie Richtung Osten oder Nordosten. Die Sternschnuppen tauchen aus der Richtung des Sternbildes Perseus auf.» Dieses Sternbild ist auch der Namensgeber der Perseiden.

Wenn du vom Nachthimmel fasziniert bist, könntest auch du ein Teil der Astronomischen Gesellschaft werden. Diese zählt um die 270 Mitglieder. Von Astrophysikerinnen, Fotografen und Menschen, die schlicht vom Himmel fasziniert sind, ist alles mit dabei. «Ich gehöre zu denen, die gerne mit dem Teleskop in die Berge gehen und den Himmel beobachten», sagt Felder.

Verwendete Quellen

 

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