Kultur
Ein Blick hinter die Kulissen des Konzerthauses

So sieht die neue Schüür von innen aus

Seit 30 Jahren bringt das Konzerthaus Schüür Kultur in die Stadt Luzern. Zum Geburtstag gibt es eine regelrechte Schönheitskur. Die Schüür hat für rund 4,9 Millionen Franken einen Anbau und Umbau erhalten. Wir blicken unter anderem in den Backstagebereich.

Der 20. Oktober ist ein Freudentag für das Team der Schüür. Vor 30 Jahren wurde das Luzerner Konzerthaus eröffnet und nun hat sich das Haus selbst mit einer intensiven Schönheitsoperation beschenkt. Für insgesamt 4'885'000 Franken wurde gut ein Jahr lang um- und angebaut (zentralplus berichtete).

«Die Freude ist riesig», sagt Marco Liembd, der Geschäftsleiter des Konzerthauses. Die Schüür hat sich sozusagen zu einem kleinen Schloss entwickelt. Endlich hat es ausreichend Platz für alles. «Das beginnt nur schon bei der Garderobe», sagt Liembd. So hatte die alte Schüür-Garderobe eigentlich nicht einmal genügend Platz, um alle Jacken der Besucherinnen zu verstauen. «Das Personal musste sich regelrecht durch die Jacken hindurchzwängen, um an die hinteren Ständer zu kommen.»

Schüür-Anbau zaubert zwei unabhängige Konzertsäle

Auch freut es den Geschäftsleiter, dass jetzt mit dem neuen Anbau der grosse Konzertsaal und der untere Stock unabhängig sind. «Vorhin musste jeder durch den unteren Saal gehen, um nach oben zu kommen. Mit dem Anbau haben wir einen unabhängigen Aufgang.» Somit ist ein Simultanbetrieb im Haus möglich. Während oben also beispielsweise ein Konzert spielt, kann jemand auch unten seinen Geburtstag feiern. «Wir werden aber nicht zwei Konzerte gleichzeitig fahren. Das würde sich falsch anfühlen», verspricht Liembd.

Oben im Anbau gibt es nun auch mit einer neuen WC-Anlage genügend Toiletten. Diese liegen direkt neben dem Konzertsaal. Mühsames Runterlaufen und Anstehen sollte so der Vergangenheit angehören.

Nicht nur die Gäste und Mitarbeiter, auch die Musikerinnen dürfen sich freuen. Im unteren Stock gibt es nun einen schönen Backstagebereich. Der war auch dringend nötig. 2015 hat die Schüür die EG-Bühne gebaut. Speziell: Die Musikerinnen mussten immer durch das Publikum laufen, um die Bühne betreten zu können. «Eine Bühne ohne Backstage ist wie eine Lampe ohne Strom – das funktioniert nicht», sagt Liembd. Jetzt gibt es einen Bühnenabgang und einen schönen Backstagebereich mit Dusche und Garten.

Die Projektverantwortlichen zeigen sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wie der Backstagebereich aussieht, zeigen wir dir im oberen Video.

Zum 30. Geburtstag gibt es für die Schüür neue Räume. (v.l.n.r.) Architekt Peter Frei, Letizia Ineichen, Leiterin Kultur und Sport, Harald Frei, Bauherrenvertreter Stadt Luzern, Geschäftsführer Marco Liembd und Künstler Davix freuen sich. (Bild: PLU)

Warum es ein Baum dem Architekten besonders angetan hat

Auch der Vorplatz hat sich verändert. Nur schon die Steine am Boden sind ein Blickfang. Schwarze Steine zaubern am grauen Boden ein Muster, das an einen Teppich erinnert. Entworfen wurde dieser «Betonteppich» von Künstler Davix. «Als Künstler war ich frei, wo ich etwas bei der Schüür machen will» erklärt er. Theoretisch hätte er auch im Garten oder im Gebäude seinen Stempel aufdrücken können. Weit in die Schüür-Eingeweide musste der Künstler nicht gehen. «Als ich den Aussenplatz sah, hatte ich das Gefühl, dass ich hier etwas machen muss.»

Wir sprechen mit dem Architekten Peter Frei und fragen ihn, wo sein Lieblingsort in der neuen Schüür ist. Der Architekt bringt uns nicht etwa im Gebäude an eine spezielle Kante oder in einen Raum, sondern an den Baum vor dem Eingang. «Der Baum steht an einer Schnittstelle zwischen Neu und Alt», erklärt Frei seine Wahl. «Der Baum hat auch eine angenehme Aufdringlichkeit. Das macht es auch räumlich sehr spannend.»

Was für die Architekten besonders herausfordernd war, erzählt Peter Frei im Video.

Umbau im laufenden Betrieb war eine Herausforderung

Marco Liembd machte das Bauprojekt für die Stadt Luzern spannend. Denn der Geschäftsleiter wollte den Beitrieb möglichst trotz Baustelle aufrechterhalten. «Ursprünglich haben wir gedacht, dass viele Arbeiten wohl in einer geschlossenen Phase gemacht werden können», sagt der Bauherrenvertreter der Stadt, Harald Frei. «So mussten vor jedem Konzert alle Werkzeuge und Stolperfallen wieder zur Seite geräumt werden, um die Konzerte zu ermöglichen.»

Seine Mitarbeiterinnen haben die Bauphase allerdings genossen. «Es gab auch einige, die am Tag auf der Baustelle und dann in der Nacht an den Konzerten waren», sagt Frei schmunzelnd. Marco Liembd sagt stolz, dass es in den rund 13 Monaten nicht nur zwei, drei Veranstaltungen waren. «Wir hatten trotz Baustelle über 250 Konzerte in der Schüür.»

Apropos Konzert: Zum Geburtstag und auch zur Geburt des neuen Anbaus gibt es am 20. Oktober einen Konzertabend mit Mothers Pride und Möped Lads. Zusätzlich wird ein Film über die Geschichte der Schüür gezeigt. Die Türöffnung ist um 17.30 Uhr. Informationen zum weiteren Programm findest du hier.

Verwendete Quellen
  • Besuch der Pressekonferenz der Schüür am 20. Oktober 2022
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