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VCS Luzern, Pro Velo und Anwohner wehren sich Kriens: Widerstand gegen die Aufhebung von Bahnübergängen

3 min Lesezeit 22.02.2018, 14:12 Uhr

Pro Velo und VCS Luzern erheben Einsprache gegen die Aufhebung der Bahnübergänge «Wegmatt» und «Krienserstrasse». Gestützt wird die Einsprache durch eine Eingabe von betroffenen Anwohnern.

Das Siedlungsgebiet Kriens/Horw wird durch die Geleise der Zentralbahn in einen östlichen und westlichen Teil aufgeteilt. Die Siedlungen östlich und westlich des Gleises haben sich ähnlich entwickelt. «Heute sind allerdings relativ wenige direkte Ost-West-Verbindungen vorhanden», schreibt der Luzerner VCS-Präsident Michael Töngi in einer Mitteilung. Die übergeordnete Planung sehe eine starke Entwicklung des ganzen Talbodens vor. Es sollen 15’000 neue Wohn- und Arbeitsplätze entstehen, ein guter Teil davon befände sich zurzeit im Bau. Das erwartete zusätzliche Verkehrsauf­kommen soll unter anderem mit der Förderung des Langsamverkehrs bewältigt werden. Hierzu sind die entsprechenden Netze zu optimieren und zu attraktiveren. In dieser übergeordneten Planung ist unter anderem die Verbindung über die Horwer- / Krienserstrasse als historische Dorfachse hervorgehoben. Mit dem vorliegenden Vorhaben solle nun diese Achse aufgehoben werden.

Aktuelle Überführungen «velounfreundlich bis gefährlich»

Heute bestehen auf einer Länge von 2,5 km acht Möglichkeiten zur Querung der Bahn für Zufussgehenden und fünf für Radfahrenden. «Die für den Radverkehr freigegebenen beiden Unterführungen Brändi und Kantonsstrasse, wie auch die Überführung beim Horwer Seefeld sind als fahrradunfreundlich bis gefährlich einzustufen und entsprechen nicht den Normen», so Töngi. Durch das angedachte Verkehrssystem würden die Querungsmöglichkeiten in Anzahl und Qualität reduziert. Die heute grösste Querungslücke sei 480 m lang. Gemäss Vorhaben werde die grösste Lücke nach der Schliessung der beiden Bahnübergänge nun 620 m lang sein. Die Lücke werde somit etwa 30 Prozent grösser. «Diese Entwicklung ist in Widerspruch zur übergeordneten kommunalen und regionalen Planung, gemäss derer die Feinmaschigkeit der Langsamverkehrsachsen erhöht werden soll», erklärt der VCS-Präsident weiter.
 
Die Schliessung bedeute auch, dass die letzten Möglichkeiten zur niveaugleichen Querung im ganzen Talboden eliminiert werden. Die zusätzliche Höhendifferenz die durch die Unterführung entstehe, stelle für Menschen mit Einschränkungen in der Mobilität, trotz Rampen, ein grosses Hindernis dar. Bei winterlichen Strassenverhältnissen zusätzlich noch ein gefährliches.

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8 Minuten Umweg sei zuviel 

ProVelo und der VCS Luzern seien, entgegen der Meinung der Gesuchsteller, der Auffassung, dass zusätzliche Umwege von über 500 m nicht zumutbar seien und die vorgeschlagene Variante kein gleichwertiger Ersatz darstelle. Die Verlängerung der Reisezeit von bis zu 8 Minuten stehe in keinem angemessenen Verhältnis, zur maximalen Wartezeit vor der Barriere von 3 Minuten und 40 Sekunden. Dies sei gemäss Verkehrsbericht die neue maximale Wartezeit nach der Fahrplanverdichtung der Zentralbahn.
 
Bedingt durch die bestehenden und geplanten Überbauungen, könne keine normkonforme Unterführung erstellt werden. Das Projekt sehe eine Unterführung vor, bei der die Sicherheit nicht in allen Bereichen gewährleistet werden könne. Die entsprechenden Sicherheitsnachweise würden im aufgelegten Projekt nicht erbracht.
 
All diese Punkte hätten dazu geführt, dass ProVelo und der VCS Luzern Einsprache gegen das Vorhaben einreichen. Gleichzeitig reichen Anwohner eine Eingabe mit den identischen Forderungen ein.
 

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