Gesellschaft
Kriminalstatistik 2013

Zuger Polizei: Mehr Kontrollen in Wohnquartieren und Supermärkten

Schurken aufgepasst: Die Staatsanwaltschaft erhöht die Gebühren für Geldstrafen. (Bild: Zuger Polizei)

«Die Sicherheitslage im Kanton Zug ist gut und die Kriminalitätslage stabil», teilt die Zuger Polizei mit. Laut der Kriminalstatistik 2013 ereigneten sich fast gleich viele Straftaten wie 2012. Aus der Statistik stechen insbesondere die Zunahme der Einbruchdiebstähle und Betäubungsmitteldelikte hervor.

Um den steigenden Einbruchszahlen entgegenzuwirken, will die Zuger Polizei verstärkt in Wohn- und Industriequartieren Kontrollen und Aufklärungskampagnen durchführen. Ausserdem setzt sie ihre «Aktion Supermarkt» fort.

8’228 Straftaten weist die Kriminalstatistik für das Jahr 2013 aus. Das sind 15 mehr als im Vorjahr, aber weniger als der Durchschnitt der vergangenen vier Jahre (8’396). 6’238 Straftaten betreffen Verstösse gegen das Strafgesetzbuch (StGB). Knapp ein Drittel davon (29 %) klärte die Zuger Polizei auf. Die Kriminalstatistik zählt für den Kanton Zug pro tausend Einwohner 53 Tatbestände gegen das Strafgesetzbuch, das ist eine Abnahme um 3 % gegenüber dem Vorjahr. Schweizweit wurden 71 StGB-Straftaten pro tausend Einwohner registriert. Damit ereigneten sich in Zug im vergangenen Jahr pro tausend Einwohner rund ein Viertel weniger Straftaten als im Durchschnitt der Schweiz.

Weniger Diebstähle, mehr Tätlichkeiten und Raufereien

Im Berichtsjahr gingen die Summe aller Vermögensdelikte wie Diebstähle und die Delikte gegen die sexuelle Integrität im Kanton Zug, wie auch in der ganzen Schweiz, gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Gegensatz zur gesamtschweizerischen Statistik (Abnahme um 2 %) nahmen in Zug jedoch die Straftaten gegen die Freiheit und gegen Leib und Leben um 5 % zu. Insbesondere bei den Tätlichkeiten und beim Straftatbestand des Raufhandels ist ein Anstieg zu verzeichnen. Hingegen ging die Zahl der schweren Delikte (beispielsweise Körperverletzung) insgesamt um 36 % zurück. Erfreulich ist die Aufklärungsquote: Bei 94 %, und damit 3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, aller Leib-und-Leben-Delikte konnte die Zuger Polizei die Tä- terschaft überführen.

1,7 Einbrüche pro Tag

Weniger positiv fällt die Bilanz der Einbruchdiebstähle aus. 619 Mal wurde im vergangenen Jahr im Kanton Zug eingebrochen. 252 Mal waren Mehrfamilienhäuser betroffen, 100 Mal Einfamilienhäuser. Nachdem die Zahl der Einbrüche in den Jahren 2011 (591) und 2012 (557) rückläufig war, ist sie nun wieder angestiegen. Im Kanton Zug wurden pro tausend Einwohner 5.3 Einbrüche registriert, gesamtschweizerisch waren es 7.1. Die Aufklärungsquote in Zug liegt bei 9 %.

Im Herbst 2013 hat die Zuger Polizei die Kampagne «Verdacht – ruf an!» durchgeführt. «Auch dank Hinweisen aus der Bevölkerung konnten mehrere Einbrecher festgenommen werden», schreiben die Behörden. Im Kampf gegen Einbrecher wird die Zuger Polizei ihre Präsenz in Wohn- und Industriequartieren nochmals erhöhen und ganzjährig verstärkt Kontrollen und Überwachungen durchführen. «Präventionsaktionen sollen dazu führen, dass Bewohnerinnen und Bewohner von Mehrfamilienhäusern und Eigenheimen Einbrüchen bestmöglich vorbeugen.»

312 Fälle von häuslicher Gewalt und mehr Drogendelikte

Fast täglich – 313 Mal – rückten die Einsatzkräfte der Zuger Polizei wegen häuslicher Gewalt aus. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 22 Fällen. Nach jedem Vor fall haben Spezialistinnen und Spezialisten mit der beschuldigten Person und dem Opfer bzw. den Opfern Kontakt aufgenommen. So konnte darauf hingewirkt werden, dass es zu weniger Wiederholungen von Gewalttaten kam.
Bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz ist eine Erhöhung der Straftaten zu verzeichnen. 140 (plus 15 %) Tatbestände mehr weist die Statistik im Vergleich zu 2012 aus. Die konsequente Verfolgung des Drogenhandels sowie die verstärkte Präsenz und Patrouillentätigkeit führten zum Anstieg der Anzeigen, schreibt die Zuger Polizei. Im Besonderen zu erwähnen gelte es die 30 Kilogramm Heroin, die Mitte August 2013 in Cham sichergestellt worden seien.

Zuger Polizei: Quote bei Asylbewerbern besonders hoch

Während des gesamten Jahres ermittelte die Zuger Polizei 1’939 Personen, die 4’495 Mal an Straftaten beteiligt waren. 895 Beschuldigte, also 46 %, sind Ausländer, davon 225 Kriminaltouristen. Die Beteiligungsquote bei den Schweizerinnen und Schweizern sowie bei der ausländischen Wohnbevölkerung liegt bei 2.2 Beschuldigungen pro beschuldigte Person. Bei den illegal anwesenden Asylbewerbern liegt diese Quote bei 4.9.

Neben verstärkten Massnahmen gegen Einbrüche setzt die Zuger Polizei im 2014 die sogenannte Aktion Supermarkt fort. Wegen zahlreicher Taschendiebstähle in Kaufhäusern machen dabei Polizistinnen und Polizisten Kundinnen und Kunden, die ihre Wertsachen unbeaufsichtigt im Einkaufswagen zurücklassen oder in einer unverschlossenen Handtasche mitführen, auf die drohende Gefahr eines Diebstahls aufmerksam. Gleichzeitig fahnden sie gezielt nach Tätern.

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