Gastronomie
Südamerikanische Küche am Vierwaldstättersee

Luzernerinnen kommen bald in den Genuss von «Arepas»

Sabrina und Simon Figuera bringen lateinamerikanische Küche nach Luzern. (Bild: zvg)

Wer in Luzern Pizza oder Pasta möchte, wird schnell fündig. Ein Ehepaar aus der Neustadt will nun mit lateinamerikanischen Spezialitäten eine Nische bedienen, die bisher ziemlich vernachlässigt wurde.

Was sind Arepas, fragt ihr euch? Hier die Antwort: Arepas sind runde Maistaschen, die mit allerhand Zutaten gefüllt werden können: Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, schwarze Bohnen, Käse, Salat – je nach Lust und Laune. Das Gericht stammt aus dem lateinamerikanischen Raum und ist dort so üblich und vielseitig wie in Europa Brot.

«Das Gericht ist bei Gross und Klein sehr beliebt», wissen Simon und Sabrina Figuera, «aber man kennt es hierzulande kaum.» Das soll sich ändern. Seit 2011 betreiben die Figueras die Catering-Firma «I Love Arepa». Bisher war das Paar in verschiedenen Zwischennutzungen eingemietet und vor allem an Streetfood-Festivals, privaten Anlässen und an Events anzutreffen. Jetzt wird das kulinarisch versierte Paar in Luzern im Tribschen-Quartier «sesshaft».

An der Kellerstrasse 15 bauen sich die Figueras mit «la fábrica» auf einer zweiteiligen Ladenfläche nicht nur ihre eigene Produktionsstätte für Arepas, Pastelitos – eine venezolanische Variation von Empanadas – und hausgemachte Salsas auf, sondern richten zeitgleich einen Verkaufsladen ein, der künftig auch als Eventraum vermietet werden kann – auf Wunsch mit den Figueras als Caterer.

In «la fábrica» gibt’s kein Bistro – vorerst

«Wir haben uns überlegt, in einem kleinen Bistro frisch zubereitete Speisen anzubieten», erklärt Sabrina Figuera gegenüber zentralplus. «Wir wollen aber erst vom Publikum erfahren, was deren Wunsch ist.» Darum beschränkt sich das Paar vorerst auf die Produktion und den Verkauf von eigenen, aber auch externen Produkten, wie frische Chilis oder Maismehl – solange sie zur lateinamerikanischen Küche passen. Das nämlich sei der rote Faden des Konzepts.

«Wir wollen auch ‹DIY packages› anbieten. Das heisst, dass Kunden alle Zutaten wie Maismehl, Füllungen und Saucen bei uns erwerben und zu Hause konsumieren können.» So soll «la fábrica» ein Ort sein, wo zusammen Neues kreiert und kulinarische Ideen weiterentwickelt werden.

Arepas bestehen aus glutenfreien Maistaschen, die mit allerlei Zutaten gefüllt werden können. (Bild: zvg)

Ganz vom Tisch ist die Bistro-Idee noch nicht. «Zuerst wollen wir schauen, wie das Geschäft anläuft und was sich bewährt», sagt Sabrina Figuera. Spätere Anpassungen am Sortiment oder dem Konzept sind aber durchaus möglich.

Kochen und backen wird das Duo von «I Love Arepa» allerdings nicht nur die namensgebende Mais-Spezialität. Auch Pastelitos andinos, hausgemachte Saucen wie Chipotle Mayo und Mango Picante oder Latin Bowls werden im Sortiment stehen.

Wie Sabrina und Simon Figuera ihre Arepas zubereiten, siehst du im Video:

Autodidaktischer Koch

In der Produktionsküche wird hauptsächlich Simon Figuera wirken. Der gebürtige Venezolaner stammt nicht aus der klassischen Gastronomie, hatte aber schon immer ein Faible fürs Kochen. Eine seiner wichtigsten kulinarischen Inspirationsquellen war seine Grossmutter – und ist es bis heute. Die Liebe zu Sabrina führte ihn 2009 schliesslich nach Luzern – wo er sich mit den venezolanischen Spezialitäten in die Herzen von Freunden und Familie kochte.

Daraus resultierte die Idee, die in der Stadt Luzern kaum vertretene Küche Lateinamerikas salonfähig zu machen. «Wir haben 2011 ganz klein mit einem Marktstand in Kriens angefangen», erinnert sich Sabrina Figuera.

Eröffnung von «la fábrica» Anfang Dezember

In all den Jahren als Catering-Betrieb und mit viel «learning by doing» hat sich das Paar einen treuen Kundinnenstamm aufgebaut – und wollen den auch künftig bedienen. «Das Cateringeschäft betreiben wir weiterhin», versichert Sabrina Figuera.

Derzeit hofft das Paar, über ein Crowdfunding Geld sammeln zu können, um die eigenen Ausgaben zu decken, mehr Küchengeräte anzuschaffen und künftig das Auto durch ein E-Bike samt Anhänger zu ersetzen. Unabhängig davon, ob das Geld zusammenkommt, versichert Sabrina Figuera: «Das Geschäft kommt so oder so.»

Die voraussichtliche Eröffnung des Lokals ist auf Anfang Dezember geplant.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Sabrina Figuera
  • Crowdfunding-Seite
  • Website «I Love Arepas»
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