Frohes, neues … würg
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Gut ins neue Jahr gestartet? Nicht? Keine Sorge, zentral+ hilft. (Bild: fotolia)

Tipps gegen den Neujahrskater in Luzern Frohes, neues … würg

4 min Lesezeit 01.01.2016, 05:15 Uhr

Jetzt ist er da, der erste Tag des neuen Jahres. Und in diesen sollten wir frisch und motiviert starten können. Doch für alle, denen das letzte Jahr, und vor allem die vergangene Nacht noch in den Knochen sitzt – hier ein paar Tipps von kampferprobten Luzernern für den sanften Jahreseinstieg. Sie werden staunen!

Guten Morgen und ein fröhliches, frisches, beschwingtes, neues Jahr! Der Schädel brummt, die Augen verquollen, die Gelenke schmerzen, die Haare stinken nach Rauch und das Wohnzimmer nach Essen. Beim Aufsitzen – ein Schmerz in der Schläfe, Schwindel. Ein erster Schritt Richtung Badezimmer – Krümel unter den Füssen. Der Blick in den Spiegel wird tunlichst vermieden, der auf die Uhr ebenfalls.

Und jetzt? Zurück ins Bett? Den ersten Tag des neuen Jahres zwischen Leiden und Dösen verbringen? Auf keinen Fall! zentral+ hat einige Tipps für Sie gesammelt – von Luzernern, die es wissen müssen.

Die Geheimtipps

Als DJ und stadtbekanntes Mundwerk ist Sam Pirelli nicht selten bis in die frühen Morgenstunden unterwegs. Seine Tipps hält er für sehr konventionell: «Bettruhe, Heizdecke, Katzen – nur schon damit der Kater nicht so allein ist –, Fernsehen am Bett, und vielleicht geduldige Gesellschaft. Dann viel Bouillon – mit steigendem Sherry-Anteil; so wird der Restalkohol angemessen aktiviert, und man ist bald parat für den ersten richtigen Ausgang im neuen Jahr.»

An das Geheimrezept von Greg Zeder, Geschäftsführer der «Little Jig Agency» und fleissiger Konzertbesucher, sollte man sich auch im schlimmsten Fall noch erinnern können: Die vier «K»: «Kaffee, Kippen, Kopfweh-Tabletten und Konter-Bier». Hört sich an wie der Abend zuvor. Ob’s hilft?

«Man muss den Kater verwirren.»

Thomas Gisler, Geschäftsführer der Schüür, hat nach Jahren im Nachtleben eine ganz seltsame Taktik entwickelt, doch er schwört auf sie: «Man muss den Kater verwirren. Nach zwei Drittel der gewünschten Schlafenszeit steht man auf und tut das, was man immer nach dem Aufstehen tut. Für den Körper ist das das Startzeichen – er gibt Vollgas. Nach ungefähr 15 Minuten legt man sich wieder hin. Der Kater denkt, der Tag ist um und gibt Ruhe. Nach der vollen Schlafzeit kann man beschwerdefrei aufstehen.» An Fantasie und Selbstdisziplin scheint es Gisler jedenfalls nicht zu mangeln …

Philipp Hüsler von der Bruch Brother’s Bar hält sich an die Klassiker: «Ein Glas Salzwasser vor dem Schlafengehen und zum Frühstück Rollmöpse und eine Bouillonsuppe. Schon sieht die Welt wieder freundlicher aus.» Rollmöpse … würg.

«Und sonst gibt’s noch das Kontertrinken.»

Yuri Bergmanns, der Barkeeper unseres Vertrauens, schwört auf Holländisches Aspirin mit einem halben Liter Wasser. «Dann einen frischen Orangen-Limetten-Zitronen-Saft trinken. Danach gibt’s einen Ristretto mit Zucker und als Abschluss nochmals einen halben Liter Wasser. Hilft immer bei mir. Und sonst gibt’s noch das Kontertrinken.» Wir verneigen uns vor so viel Magen-Standfestigkeit.

Pius Schumacher, Geschäftsführer von Schubi Weine, hält sich ebenfalls an die Klassiker: «Erstmal viel trinken – Stilles Wasser oder Fruchtsäfte. Der Körper braucht vor allem Wasser, um den Alkohol abzubauen. Dann ein deftiges Katerfrühstück mit viel Saft, salzigem Gebäck und salzigen Speisen. Und schliesslich ein Spaziergang an der frischen Luft. Eventuell mit Sonnenbrille.» Definitiv mit Sonnenbrille.

Was ist ein «Kater»?

Die Redewendung «einen Kater haben» wird auf das griechische Wort Katarrh zurückgeführt. Katarrh bedeutet Schnupfen – also Schleimhautentzündung. Im 19. Jahrhundert verglichen Leipziger Studenten ihren Zustand nach einer durchzechten Nacht mit einer schlimmen Erkältung. So wurde der Kater zum Kater.

Der Grund für den Katzenjammer nach einer feuchtfröhlichen Nacht: Alkohol entwässert. Denn der Körper braucht für den Abbau von Alkohol mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe als er mit ihm aufgenommen hat. Das fehlende Wasser wird den Organen entzogen – auch dem Gehirn. Die Folge sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel.

Wissenschaftlich gesehen ist der Kater sogar eine Alkoholvergiftung.

Tricksen wir uns selber aus

Thomas Gisler hat gar nicht so unrecht. Denn was hilft bei einem Kater besser, als wenn man etwas zu tun hat – oder noch besser: tun muss.

Deshalb empfehlen wir, sich sofort mit jemandem zu verabreden. Für einen Sprung in den eiskalten Vierwaldstättersee oder gemütlicher: einen Spaziergang oder einen Brunch. Abends kann man sich am Neujahrstag auch das Feuerwerk anschauen, falls der Kopf es bereits aushält.

Falls Sie sich für einen Brunch entscheiden: Offen hat am Neujahrstag nicht alles, aber in der Stadt Luzern kann man sich zum Beispiel im Rebstock, LUZ, Helvetia oder Millefeuille treffen.

Wer sich nach den Tipps unserer Experten schon richtig fit für Gespräche und magenfüllende Inhalte fühlt, der kann die fortgeschrittenen Variante wählen und sich auf das schwankende Tortenschiff auf dem Vierwaldstättersee gesellen.

Die Klassiker

Ein bewährtes Mittel gegen Kopfschmerzen ist Espresso mit Zitrone. Die Kombination dämpft das Schmerzempfinden – das haben sogar Wissenschaftler der Uniklinik Freiburg in einer Studie nachgewiesen.

Am Morgen nach der Feier hilft aber auch ein deftiges Frühstück, wie von unseren Experten empfohlen, mit sauren Gurken, Rollmops oder Matjes, Salzgebäck und Bouillon. Säure fördert den Alkoholabbau, Salz ersetzt verlorene Mineralstoffe und scharfe Gewürze regen die Verdauung an.

Bei starken Kopfschmerzen kann auch auf ein Schmerzmittel zurückgegriffen werden. Meistens sind Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure gut geeignet, da sie nicht von der Leber abgebaut werden. Wer allerdings unter Übelkeit leidet, sollte trotz Kater besser keine Schmerzmittel einnehmen und auch beim Essen sparen. Besser eine Bouillon und eine weitere Mütze Schlaf.

Und wer bei allem hier den Kopf schüttelt und die Decke darüber zieht – weniger Trinken wäre auch eine Lösung.

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