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Ex-Playmate: «Nackt und dumm war einmal»
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Autos sind nach wie vor eine grosse Leidenschaft der passionierten Rennfahrerin.

Was macht eigentlich … Yolanda Risi-Egger? Ex-Playmate: «Nackt und dumm war einmal»

6 min Lesezeit 1 Kommentar 03.01.2016, 05:19 Uhr

In luzernischen Kastanienbaum wohnt das ehemalige «Playmate» Yolanda Risi-Egger. Die Exfrau von Rennfahrer Marc Surer über ihren jahrelangen Kampf, ernst genommen zu werden, und die Reaktion ihrer Kinder darauf, dass das Mami im Playboy war. Erstaunlicherweise wünscht sich das einstige Erotikmodel heute mehr Prüderie.

Sie war eine bildhübsche junge Frau. Wurde zweite bei den Miss-Schweiz-Wahlen und anschliessend als Playmate des Juni 1983 im Erotikmagazin «Playboy» abgelichtet. Sie lebte ein Jahr bei Playboy-Gründer Hugh Hefner in Beverly Hills. Sie war eine der ersten Frauen, die im Autorennsport Fuss fassen konnte. War verheiratet mit Rennfahrer Marc Surer. Und als Auto-Journalistin ist sie bis heute Teil des Geschehens der dröhnenden Motoren und quietschenden Reifen: Yolanda Risi-Egger. Heute ist sie 55 Jahre alt, zum dritten Mal verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie lebt in Kastanienbaum und sprach mit zentral+ über ihre spannende, ungewöhnliche und spezielle Vergangenheit.

Erste Schweizerin im Playboy

«Warum interessiert Sie die Frage, was ich mittlerweile tue?», fragt Risi zu Beginn des Treffens. Für wichtig nimmt sie sich nicht – dabei ist ihr Lebenslauf doch ungewöhnlich. Sie war schliesslich die erste Schweizerin im Erotikmagazin «Playboy». «Mein Gott, das ist schon so lange her», meint Risi. Verlegen deswegen ist sie aber nicht, es ist Teil ihrer Vergangenheit und habe ihr viele Türen geöffnet. Doch davon später.

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Risi-Egger war im Juni 1983 «Playboy’s playmate of the month».

Risi-Egger war im Juni 1983 «Playboy’s playmate of the month».

«Ich stehe schon lange nicht mehr vor der Kamera», sagt Risi. Seit sie aus Amerika zurückgekehrt ist, hat sie einiges erlebt. «1986 habe ich die Journalistenschule absolviert und seither immer wieder als Auto-Journalistin gearbeitet.» Autos sind sowieso Risis grösste Leidenschaft. Noch heute geht sie regelmässig mit ihrem Sohn Gokart fahren. «Und natürlich habe ich riesig Spass, wenn ich die jungen Männer hinter mir lasse.»

Seit vier Jahren ist Risi nun im Immobilienbusiness tätig. Dieses Geschäft wurde ihr quasi in die Wiege gelegt, da ihre Familie selbst Immobilien besitzt. Als Quereinsteigerin hat sie beim bekannten Luzerner Anwalt Dr. Jost Schumacher angefangen. «Ich habe wirklich alles gesehen, war mit Helm auf Baustellen und konnte enorm viel profitieren», blickt Risi auf ihre ersten Schritte zurück. Heute ist sie daran, eine AG zu gründen, die Immobilien vermittelt. «Später können wir vielleicht selbst das eine oder andere erstellen.»

Auf dieses Shooting ist Yolanda Risi-Egger besonders stolz. Auch dem Pferdesport fühlte sie sich lange Zeit verbunden.

Auf dieses Shooting ist Yolanda Risi-Egger besonders stolz. Auch dem Pferdesport fühlte sie sich lange Zeit verbunden.

Oberflächlichkeiten und Heimweh beendeten das Kapitel Amerika

Doch wie war das damals, 1983, als sie sich als 23-jährige Risi für den Playboy ablichten liess? «Es war ein Mittel zum Zweck. Nach der Matura wollte ich in Amerika eine Schauspielkarriere lancieren. Und der Playboy war das Trittbett dazu.» Risi hat ein Jahr bei Playboy-Legende Hugh Hefner in der berühmtberüchtigten Playboy Mansion gelebt – der Traum jeden Mannes, wie sie sagt. «Damals waren wir Sexsymbole.» Obwohl das Model bei der Agency in LA nie mehr vollständig nackt posierte. Sie trat in Filmen auf und hätte dies als Sprungbrett nach Hollywood nutzen können.

Sie strebte eine Schauspielkarriere an. Die Oberflächlichkeit der Branche war ihr aber bald zuwider.

Sie strebte eine Schauspielkarriere an. Die Oberflächlichkeit der Branche war ihr aber bald zuwider.

Das tat sie aber nicht. «Ich kehrte nach einem Jahr in die Schweiz zurück, alles war mir zu oberflächlich.» Ein Besuch ihres Vaters löste zudem starkes Heimweh aus. Dennoch möchte sie das Glamour-Leben nicht missen. Sie kommt ins Schwärmen. «Ich konnte den Santa Monica Boulevard herunterfahren oder an den Venice Beach gehen. Ich durfte das erleben, was nur wenige können», erinnert sie sich. «Damals, in einer ganz anderen Zeit, als man noch weg wollte und das Fernweh noch gross war.»

Das «Playmate data sheet» von Yolanda Risi-Egger. Besonders Sean Connery imponierte ihr.

Das «Playmate data sheet» von Yolanda Risi-Egger. Besonders Sean Connery imponierte ihr.

Heute ruft sie zu mehr Prüdheit auf

Risi beginnt, nachdenklich zu werden. Heute sei alles anders, alles viel schnelllebiger. Und, sich nackt zu zeigen, habe jeglichen Reiz verloren. «Junge Frauen muss man davor warnen. Es ist eine sexistische Welt, die sehr verunsichert.» Und was sind schon Nacktfotos von damals, fragt Risi zynisch. «Heute gehen 16-Jährige ins Puff.» Es sei schade, dass es so ist. «Es wäre schön, wenn eine gewisse Prüderei vorhanden wäre», so das ehemalige Erotik-Model. Eine gesunde Portion Menschenverstand, meint sie damit.

«Ich habe an meinem Image gearbeitet – nackt und dumm ist schon sehr lange vorbei.»

Sowieso interessiert sich Risi für das aktuelle Geschehen. Etwa die Terroranschläge in Paris oder die Flüchtlingsströme beschäftigen sie sehr. Ab in die Politik also? Risi lacht. Sie war bereits im Einwohnerrat in Horw. «Ich konnte vor ein paar Jahren für die FDP nachrutschen, wurde dann aber leider abgewählt.» Jetzt würde sie es gerne machen. «Ich habe eine dezidierte Meinung zu verschiedenen Themen», meint sie. Doch die Vergangenheit sei schon etwas hinderlich. Sie kann das verstehen, hat aber gelernt, mit den Vorurteilen umzugehen. «Ich muss einfach noch etwas älter und hässlicher werden», spottet sie.

Wie Gott sie schuf, präsentierte sich Yolanda Risi-Egger im Juni 1983 im amerikanischen Playboy.

Wie Gott sie schuf, präsentierte sich Yolanda Risi-Egger im Juni 1983 im amerikanischen Playboy.

Der lange Weg zur Seriosität

«Es stimmt schon», sagt sie, «irgendwann will man für Leistung wahrgenommen werden. Und nicht nur für Aussehen und Spektakel.» Dieser Prozess habe auch sie durchlaufen. «Stolzer als auf die Playboy-Story bin ich auf meine Leistungen im Autorennsport.» Als einer der ersten Frauen habe sie viel erreicht und war – wieder half das Aussehen – für Sponsoren attraktiv. Und auch als Auto-Journalistin machte sich Risi einen Namen. «Ich kenne mich sicher besser aus als die meisten Frauen in der Schweiz», sagt sie selbstbewusst. Man merkt, Risi kann durchaus auch seriös. «Ich habe an meinem Image gearbeitet – nackt und dumm ist schon sehr lange vorbei.»

Diese Frau hat das Benzin im Blut.

Diese Frau hat das Benzin im Blut.

Nur noch selten erinnert sie sich an diese Zeit. «Die Medien finden das immer wieder spannend», so Risi augenzwinkernd. Das könne auch ganz schön nerven, so wie die Geschichte über ihr Techtelmechtel mit Arnold Schwarzenegger, die der «Blick» vor Kurzem nochmals thematisierte. Im Privatleben hat ihre frühere Tätigkeit hingegen kaum noch Platz. Oder was meinen denn die beiden Kinder dazu? «Mit meinen Kindern thematisieren wir das nicht», sagt sie bestimmt. «Sie sollen ihre Erfahrungen selber sammeln. Sie schätzen mich als das, was ich heute bin.»

«Älter werden ist scheisse»

Ein Thema ist im Leben von Risi aber noch immer zentral: das Aussehen. Und damit verbunden auch die Frage nach dem Älterwerden. «Scheisse, das ist gar nicht lustig», so Risi. «Die Vergänglichkeit an sich finde ich etwas Trauriges», so die ehemalige Schönheitskönigin. Die drängt sich die Frage auf, ob sie mittels Schönheitsoperationen dem entgegenwirke. «Ja, natürlich ist das ein Thema», erzählt Risi, bei all ihren Kolleginnen ebenso. «Ich persönlich würde invasiv nichts machen, also nicht mit Operationen.» Man habe heute genug andere Möglichkeiten. «Hyaluronsäure gehört heute in der Kosmetik einfach dazu», gibt sie unumwunden zu.

Das Älterwerden findet Yolanda Risi-Egger schlichtweg «scheisse».

Das Älterwerden findet Yolanda Risi-Egger schlichtweg «scheisse».

Auch bei ihrem Partner achtet sie aufs Äussere. «Es ist schon wichtig, dass man sich nicht gehen lässt.» Bierbäuche seien scheusslich. Das habe auch etwas mit der Selbstkontrolle zu tun. «Wenn man sich nicht um seinen Körper kümmert, geht es auch gesundheitlich schnell bergab», sagt Risi. Ihr Lebensmotto lautet: «In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.»

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1 Kommentare
  1. Tonino Bucherinsky, 03.01.2016, 14:00 Uhr

    Ein prima Rückblick mit einer attraktiven, intelligenten Frau tut gut.

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