<p>Der Velotunnel in Olten: Die Anlage in Luzern soll sich optisch daran orientieren.</p>
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Der Velotunnel in Olten: Die Anlage in Luzern soll sich optisch daran orientieren. (Bild: zVg)

500 neue Veloparkplätze am Luzerner Bahnhof Endlich: Nächstes Jahr gibt’s mehr Platz für die Velos

3 min Lesezeit 31.08.2018, 16:55 Uhr

Die Realisierung der Veloparkplätze im ehemaligen Posttunnel am Bahnhof nimmt Fahrt auf. Nächstes Jahr sollen den Velofahrern knapp 500 Ständer zur Verfügung stehen. Doch die Anlage ist nur eine Zwischenlösung. Wann der Velotunnel in seinem ganzen Ausmass realisiert wird, steht weiterhin in den Sternen.

Seit nunmehr fünf Jahren existiert der sogenannte Velotunnel durch den Untergrund des Luzerner Bahnhofes. Geplant ist, dass dereinst mehrere hundert Parkplätze in der Betonwüste realisiert werden. Doch von den Drahteseln war bis auf ein paar Wandmalereien bislang nichts zu sehen. Vielmehr blockiert seit der «Eröffnung» eine Fahrverbotstafel den Eingang zum Tunnel. Auch tagsüber ist der Stollen mit Eingang bei der Velostation oft menschenleer. 

Doch nun soll es endlich vorwärts gehen. Seit Freitag liegt bei der Stadt ein Baugesuch für die von vielen Luzerner Velofahrern sehnlichst erwartete Bike+Rail-Anlage (B+R) vor. Die Stadt spannt dabei mit den SBB zusammen. Diese sind Eigentümerin des Tunnels. Der Stollen wurde 1983 von der Post aus logistischen Gründen erstellt und 1999 wieder ausser Betrieb gesetzt. 2008 erwarben die SBB die Röhre.

462 Veloständer

Kernstück der B+Rail-Anlage sollen 462 Veloständer sein, die auf zwei Etagen angebracht werden. Solche Ständer werden von der Stadt aktuell an der Zentralstrasse getestet (zentralplus berichtete). Zudem soll der Tunnel besser beleuchtet werden. Dazu werden 15 LED-Lampen montiert. Für die Sicherheit der Velofahrer wird die Anlage künftig mit Kameras überwacht.

Der Zugang zum Veloparking wird gemäss Projektbeschrieb über die beiden Treppen an der Zentralstrasse erfolgen. Beim Treppenabgang auf der Seite der Gleise wird eine Führung für die Reifen gebaut. In dieser können die Velos künftig rauf und runter gestossen werden. Eine Rampe, auf der man direkt in den Tunnel fahren kann, ist aktuell nicht geplant.

Die Veloparkplätze werden indes nicht im bereits zugänglichen Teil des Tunnels realisiert, sondern kommen in dessen Verlängerung zu liegen. Dieser Teil der Anlage ist aktuell mit Holztüren verschlossen. Als Vorbild für Luzern gilt die B+Rail-Anlage in Olten. Optisch soll sich der Luzerner Tunnel seinem grossen Bruder angleichen.

 

Über den Treppenabgang an der Zentralstrasse sollen die Velos in den Tunnel gelanten. Hier wird eine Spurrille installiert. Links die doppelstöckigen Veloständer.

Über den Treppenabgang an der Zentralstrasse sollen die Velos in den Tunnel gelangen. Hier wird eine Spurrille installiert. Links die doppelstöckigen Veloständer.

(Bild: bic)

Zeithorizont weiterhin unklar

Läuft alles nach Plan, soll die Anlage bereits nächstes Jahr in Betrieb genommen werden. Laut der Stadt handelt es sich dabei aber erst um eine Zwischenlösung. Das Ziel ist, dass es dereinst sogar rund 1’000 Parkplätze im Tunnel gibt (zentralplus berichtete). Generell soll sich dann noch einiges verändern.

«Das Parlament hat gefordert, dass die Velofahrer den Tunnel später auch direkt und ohne Absteigen ansteuern können», sagt Christoph Bättig, Stabschef der städtischen Mobilitäts- und Umweltdirektion. Wann dies der Fall sein wird, sei derzeit aber noch offen. 

«Die Anlage ist sicher nicht morgen oder übermorgen gebaut. »Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so erscheine, sei eine B+Rail-Anlage ein ziemlich grosses Projekt. «Da eine befahrbare Rampe von der Habsburgerstrasse her in den Tunnel führen müsste, wäre ein grösserer Eingriff in die dortige, intensiv genutzte Umgebung nötig, sagt Bättig.

«Das Ganze ist mit einem hohen Abstimmungsbedarf und entsprechenden Vorlaufzeiten und Kosten verbunden.» Der Stadtrat werde dem Parlament bald einen Vorschlag für die Projektierung eines Velotunnels mit Rampe unterbreiten», so der Stabschef. 

Aus den genannten Gründen sah der Stadtrat eine Lösung mit Rampe als nicht realistisch an, und hatte in seinem ersten Vorschlag daher auf eine direkte Zufahrt verzichtet. Dies sei insbesondere aus Kostengründen unverhältnismässig, liess sich Stadtrat Adrian Borgula damals zitieren.

Die vorgeschlagene Minimalvariante ohne direkte Zufahrt genügte dem Parlament allerdings nicht, weshalb die Regierung nun nochmals über die Bücher muss. Bis dahin soll die nun präsentierte Zwischenlösung Abhilfe schaffen.

Kostenpunkt: 248’000 Franken

Die Realisierung des provisorischen Veloparkings wird insgesamt 248’000 Franken kosten. Den Betrag teilen sich die SBB und die Stadt auf. Dabei sind die SBB für sämtliche bauliche Massnahmen verantwortlich, während die Stadt die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellt. Der Steuerzahler wird dafür 143’000 Franken aufwenden müssen.

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