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Eisbahn beim KKL vor dem Aus
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Die Eisbahn «Live on Ice» des Lichtkünstlers Gerry Hofstetter war über die vergangenen Jahre jeweils während fünf Wochen beim KKL Luzern. Im Bild: die Eisbahn im Winter 2014. (Bild: Emanuel Ammon / AURA)

Kein Geld, keine Bewilligung Eisbahn beim KKL vor dem Aus

3 min Lesezeit 1 Kommentar 26.07.2016, 16:28 Uhr

Eigentlich sollte Luzern ja zur «Weihnachtsstadt» werden. Auf dem Kurplatz beim Hotel National war eine regelrechte «Weihnachtswelt» geplant, in der auch die heimatlose Eisbahn des KKLs Platz finden sollte. Der Stadtrat will von all dem allerdings nichts wissen – und versetzt der Gratis-Eisbahn damit den Todesstoss.

Luzern soll sich während der Adventszeit noch besinnlicher präsentieren. Das ist seit Jahren das gemeinsame Ziel von Luzern Tourismus (LTAG), dem Verein Weihnachten in Luzern (WiL), Luzern Hotels (LH) und weiteren Leistungsträgern. Die Initianten wollen so der Bevölkerung und den Gästen eine noch attraktivere «Weihnachtsstadt» und der Wirtschaft die Möglichkeiten für zusätzliche Wertschöpfung bieten (zentralplus berichtete).

Ein wichtiger Aspekt davon ist die Gratis-Eisbahn «Live on Ice» auf dem Europaplatz beim KKL. Dem 2011 erstmals von Luzern Tourismus lancierten Eisbahn-Projekt fehlt es allerdings an finanzieller Unterstützung. «Ein grosser Sponsor ist aus betriebsinternen Gründen abgesprungen», erklärt Marcel Perren, Direktor von Luzern Tourismus. Dieser habe in der Vergangenheit jeweils die Kosten für den Schwerlastboden getragen – immerhin rund 70’000 Franken.

«Der Pavillon würde die Aufmerksamkeit erhalten, die ein historisches Bauwerk verdient.»

Marcel Perren, Direktor Luzern Tourismus

Neuer Standort, neues Glück?

Um Kosten zu senken und eine weitere Durchführung garantieren zu können, hat die LTAG der Stadt Luzern deshalb eine Standortverschiebung zum Kurplatz vorgeschlagen. «So würde insbesondere der Aufwand für den Schwerlastboden entfallen, der auf dem entleerten Pool auf dem Europaplatz als Unterlage für das Eisfeld dient», erläutert Perren.

Der neu vorgeschlagene Standort am Kurplatz und rund um den Kurpavillon habe darüber hinaus noch weitere Vorteile: Er sei näher am Zentrum und biete Zusatznutzen für Anrainer wie Hotels und Gastrobetriebe sowie Geschäfte in der Altstadt. So könnten zudem Synergien mit weiteren Weihnachtsaktivitäten wie dem Christbaummarkt genutzt werden. «Der Pavillon würde durch eine qualitativ hochstehende weihnachtlich-winterliche Inszenierung auch in den Wintermonaten besser genutzt und würde die Aufmerksamkeit erhalten, die ein historisches Bauwerk verdient», führt Perren aus. Wichtigster Punkt: Der Anlass «Live on Ice» könnte so weiterhin finanziert werden.

«Für das Blue Balls funktioniert es ja auch. Was soll da anders sein?»

Marcel Perren, Luzern Tourismus

Stadtrat zückt Rote Karte

Sowohl die Standortverschiebung der Gratis-Eisbahn als auch die Vorschläge für die Weiterentwicklung der «Weihnachtswelt Luzern» wurden vom Stadtrat nun allerdings abgelehnt. Die Gründe: Das besonders schutzwürdige Kurplatz-Areal sei von künstlerischem, historischem und heimatkundlichem Wert, solle entsprechend zurückhaltend bewirtschaftet und nicht intensiven Nutzungen zugeführt werden. Das Eisfeld entspreche überdies nicht dem bisherigen Nutzungskonzept auf dem Kurplatz.

Dies trifft bei den Initianten auf Bedauern. «Für das Blue Balls Festival funktioniert es ja auch», meint Perren. «Was soll da anders sein?», fragt er und mutmasst, dass für die diversen anderen Grossveranstaltungen, die dort stattfinden, scheinbar andere Richtlinien gelten würden.

Das Konzept der Initianten sehe zudem vor, die bestehenden Infrastrukturen nicht nur zu schützen, sondern aufzuwerten und mitzuinszenieren. Rund um den Pavillon, der ursprünglich als Naherholungszone erstellt wurde, könne eine natürliche, einmalige Infrastruktur genutzt werden, die so nur Luzern biete und ein Magnet und Highlight wäre, um sich von anderen Städten und Gemeinden zu differenzieren. «Den Entscheid des Stadtrates, dass einer Standortverschiebung des Eisfeldes nicht zugestimmt werden kann, können wir nicht nachvollziehen», fasst Perren zusammen.

Sponsoren gesucht

Die Zukunft für das Gratis-Eisfeld sieht entsprechend düster aus: «Mit dem negativen Bescheid auf das Gesuch der Standortverschiebung von ‹Live on Ice› ist leider davon auszugehen, dass die Gratis-Eisbahn für Bevölkerung und Gäste gefährdet ist und womöglich so nicht mehr realisiert werden kann», sagt Perren. Der Kurplatz ist aufgrund der Haltung des Stadtrats definitiv gestorben. Aus der «Weihnachtswelt» wird nichts. Für die Rettung des Eisfeldes beim KKL muss nun dringend ein Sponsor gefunden werden.

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1 Kommentare
  1. Beat Stocker, 26.07.2016, 17:39 Uhr

    Besinnlich war das KKL-Eisfeld nie, dafür war die Musik viel zu laermig und mehrheitlich fast nur geschmacklos. Trotzdem ist die Begründung der Stadt schlicht und einfach gaga. Wenn die Musik nur halb so laut wäre wie bisher, wäre das Eisfeld beim Pavillon eine gute Sache, vor allem auch für Kinder. Die Lärmhalbierung kann die Stadt doch verordnen. Die Standortwahlkompetenz der Stadträte ist erbärmlich, siehe Salle Modulable/Inseli. Duemmer geht nimmer.

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