«Eine Liquiditätshilfe – mehr nicht»
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Werden der EVZ und die Konkurrenten der National League das Darlehen des Bundesrates in Anspruch nehmen? (Bild: Claudio Thoma/freshfocus)

Bundesrat richtet Stabilisierungsfonds ein «Eine Liquiditätshilfe – mehr nicht»

3 min Lesezeit 13.05.2020, 16:39 Uhr

Ein Darlehen von je 175 Millionen für die durch die Corona-Krise in Not geratenen Profi-Klubs im Fussball und Eishockey stellt die Landesregierung im laufenden und nächsten Jahr zur Verfügung. Was toll tönen mag, kommt beim EV Zug gar nicht gut an. Der FC Luzern informiert am Donnerstag.

Ab dem 1. Juni stehen 100 Millionen für den Profi-Fussball und 75 Millionen für das Profi-Eishockey zur Verfügung. Aber an die staatliche Hilfe sind Bedingungen geknüpft. Unter anderem sollen die Löhne der Profi-Spieler um 20 Prozent gesenkt werden, die Nachwuchsförderung wie vor der Corona-Krise weitergeführt werden und ein solidarisch getragener Sicherheitsfonds für zukünftige Risiken geschaffen werden.

Ein Darlehen aus diesem Jahr muss innerhalb von fünf Jahren zurückbezahlt werden, bis 2023 ist es zinsfrei. Für ein Darlehen aus der zweiten Tranche bleiben zehn Jahre, um es zurückzuzahlen.

Lengwiler vom Bundesamt für Sport enttäuscht

«Dieses Angebot macht uns überhaupt nicht happy, weil es nichts weiter als eine Liquiditätshilfe ist», kommentiert Patrick Lengwiler, der CEO des Eishockey-Vereins EV Zug. «Darlehen decken keine Ertragsausfälle ab. Wer das Darlehen ziehen muss, verschuldet sich. Letztlich schiebt die Lösung des Bundesrats bloss das Zugrundegehen von in Not geratenen Vereinen auf. Kommt dazu, dass das Darlehen mit zweifelhaften Auflagen verknüpft ist.»

Ob die Eishockey-Liga das Darlehen des Bundesrates in Anspruch nimmt, wird laut Lengwiler von den Vereinsverantwortlichen gemeinsam erst noch besprochen. «Schliesslich gibt es auch andere Möglichkeiten, um sich eine Liquiditätshilfe zu verschaffen.»

«Wenn dies nicht mal das Bundesamt für Sport kapiert, dann ist es leider ein Zeugnis davon, wie weit es vom Sport weg ist.»

EVZ-CEO Patrick Lengwiler

Lengwiler ist von der Rolle des Bundesamtes für Sport (Baspo) enttäuscht. «Dem Baspo ist es offensichtlich nicht gelungen, den Entscheidungsträgern klar zu machen, dass Eishockey nicht einfach bloss Spitzensport ist – sondern ein Wirtschaftszweig. Die zwölf Klubs in der National League alleine sorgen in jeder Saison für eine Wertschöpfung von rund 150 Millionen.»

Populistisch werde dann immer nur von den hohen Spielerlöhnen gesprochen. Alleine der EVZ beschäftige 120 Festangestellte und 220 Teilzeitangestellte. «Davon bilden nur 25 Personen das Kader der 1. Mannschaft mitsamt Trainern. Einige verdienen sehr gut, andere ganz normal», hält Lengwiler fest und bemerkt: «Wer also rechnen kann, sieht, dass dahinter noch viel mehr Angestellte mit normalen Löhnen fungieren – diese aber vom Produkt Spitzensport abhängig sind. Wenn dies nicht mal das Bundesamt für Sport kapiert, dann ist es leider ein Zeugnis davon, wie weit es vom Sport weg ist.» 

FCL will die externe Hilfe erst besprechen

Beim FC Luzern hat sich Präsident Philipp Studhalter unentwegt auf den Standpunkt gestellt, dass es ohne externe Hilfe finanziell nicht gehe. Deshalb wird der Klub für einen Abbruch der Meisterschaft in der Super League votieren (zentralplus berichtete).

Weil das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) den Klubs, die das ab letztem Montag erlaubte Mannschaftstraining wieder aufgenommen haben, das Entgelt für Kurzarbeit strich, verschoben die Luzerner den Trainingsstart auf den 25. Mai (zentralplus berichtete).

Auch wenn jetzt die Forderung nach externer Hilfe erfüllt worden ist, will sich der FCL noch nicht zum Stabilisierungsfonds des Bundesrates äussern. Er will die Sache erst in der Geschäftsleitung besprechen und am Donnerstag informieren.

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