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FCL ist für Saisonabbruch, Kriens für Fortsetzung
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Es sieht danach aus, als ob FCL-Coach Fabio Celestini (dunkler Trainingsanzug) seine Mannen zum gemeinsamen Training aufbieten kann. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Entscheid fällt Ende Mai FCL ist für Saisonabbruch, Kriens für Fortsetzung

4 min Lesezeit 1 Kommentar 07.05.2020, 16:28 Uhr

Am 29. Mai entscheidet die Liga definitiv, ob die Meisterschaft in den beiden höchsten Spielklassen zu einem Ende geführt wird oder nicht. Vorerst geht es beim FC Luzern und beim SC Kriens darum, ob und wann der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Seit Donnerstagmittag steht fest: Die ausserordentliche Generalversammlung mit den je 10 Klubvertretern aus der Super und der Challenge League wird zwei Tage nach der nächsten Bundesratssitzung stattfinden. Am 27. Mai will die Landesregierung anhand der Entwicklung der Corona-Fallzahlen informieren, wie der dritte Schritt aus dem Lockdown aussehen wird.

Auf der Basis dieser Leitplanken geht es im Schweizer Profifussball anschliessend darum, die Meisterschaft mit den 13 ausstehenden Spieltagen und den drei Cuprunden zu einem Abschluss zu bringen – oder sausen zu lassen. Frühestens ab dem 19. Juni plant die Liga eine Wiederaufnahme der Meisterschaft mit Geisterspielen. Denn bis Ende August ist ein Verbot von Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern in Kraft.

Der finale Entscheid wird von Partikularinteressen der Klubs gesteuert: Es geht in erster Linie um wirtschaftliche, sportliche, gesundheitliche und ethische Aspekte.

So argumentieren die Luzerner Vereine

Nur schon in der Zentralschweiz sind die Standpunkte gegensätzlich: Vor dem Hintergrund sportlicher Überlegungen seien sie im Grundsatz auch für eine Fortführung der Meisterschaft, heisst es bei der Klubleitung der Luzerner. «Aber nicht unter den aktuellen Rahmenbedingungen – und auch Spiele ohne unsere Fans sind schwer vorstellbar.» Der Super-League-Vertreter votiert nach aktuellem Stand für einen Saisonabbruch (zentralplus berichtete).

In der Tendenz für eine Saisonfortsetzung: SCK-Präsident Werner Baumgartner.

Anders die Position der Krienser. «Der Beschluss unserer Geschäftsleitung steht zwar noch aus, aber in der Tendenz sind wir für eine Fortsetzung der Meisterschaft», sagt Präsident Werner Baumgartner. Er argumentiert: «Weil sich die Lage betreffend Corona-Virus allmählich beruhigt, ist es aus unserer Sicht ethisch vertretbar, wieder zu ‹tschutten›. Für uns ist es finanziell eher besser, wenn die Saison abgeschlossen wird. Schliesslich ist es ja Sinn und Zweck, dass wir Fussball spielen.»

Die eine oder andere offene Frage

Für eine Weiterführung der Meisterschaft braucht es im Grundsatz ein einfaches Mehr an der GV. Dann könnte die Saison bis im August abgeschlossen werden.

Aber es gibt noch die eine und andere offene Frage. Zum Beispiel: Wie auch immer die Abstimmung ausgeht – droht eine Klage von einem oder mehreren unterlegenen Vereinen?

Oder wie geht es bei einer Fortführung der Meisterschaft weiter mit den Spielerverträgen, die per 30. Juni auslaufen?

Der Zürcher Sportrechtsspezialist und Wirtschaftsprofessor Urs Scherrer sagte kürzlich gegenüber «Watson», dass man gemäss Arbeitsrecht bei diesen befristeten Arbeitsverträgen nicht am 30. Juni rütteln könne. «Es ist auch nicht möglich, dass ein Spieler ab dem 1. Juli für einen anderen Klub in der gleichen Liga spielen würde. Das wäre eine unzulässige Wettbewerbsverfälschung.»

FCL vor Rückkehr ins Mannschaftstraining

Vorerst beschäftigen sich die Vereine aber mit der Frage, ob sie am nächsten Montag den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen wollen. Erlaubt ist es ja – unter Einhaltung eines anspruchsvollen Schutzkonzeptes für Spieler und Betreuer. Im Liga-Papier, das der «Blick» am Dienstag veröffentlichte, wird unter anderem festgehalten, dass jeder Verein eine Präsenzliste führen müsse, dass der Teamarzt jeden Spieler vor dem Training gesundheitlich überprüfen müsse, dass die Spieler im Trainingsanzug erscheinen und zu Hause duschen sollten – und noch einiges mehr.

«Wir wollen möglichst vermeiden, dass wir Personalkosten generieren, wenn später die Meisterschaft doch nicht fortgesetzt werden sollte.»

Werner Baumgartner, SCK-Präsident

Beim FC Luzern steht der finale Entscheid, ob man wieder gemeinsam trainieren werde, noch aus. «Die Vorbereitungen sind so weit getroffen, dass wir am Montag loslegen könnten. Aber vorher müssen wir noch gewisse Abklärungen treffen», heisst es beim FCL.

Mit dem Entscheid ist nämlich auch eine finanzielle Frage verknüpft: Richtet Väterchen Staat weiterhin Kurzarbeitsentschädigung in vollem Umfang aus, wenn der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen wird?

Darum wartet Kriens mit Trainingsstart zu

Diesen Zusammenhang bestätigt SCK-Präsident Werner Baumgartner: «Es ist noch offen, ob wir mit einem reduzierten Kurzarbeitsentgelt unterstützt werden können. Ich glaube, das wäre gegenüber der Öffentlichkeit vertretbar, weil wir ja noch keine Spiele austragen und damit einen Teil der Arbeit nicht ausführen können.»

Aber solange das Staatssekretariat für Wirtschaft im Zusammenspiel mit dem Kanton Luzern in diesem Punkt keine Klarheit geschaffen hat, kehrt der SC Kriens nicht ins Mannschaftstraining zurück. «Wir wollen möglichst vermeiden, dass wir Personalkosten generieren, wenn später die Meisterschaft doch nicht fortgesetzt werden sollte.»

Die Corona-Krise hat dem Sport die sonst so hohe Planungssicherheit entzogen. Der Rhythmus der Veränderung in diesen Tagen und Wochen folgt einer hohen Schlagzahl.

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1 Kommentare
  1. Kaufmann, 08.05.2020, 08:34 Uhr

    Wir freuen uns wieder auf Fussball.
    Hinter den Kulissen geht es leider nur ums Geld, was zum Teil auch verständlich ist. In der Schweiz geht es vorab um Kurzarbeit, Spielerverträge und andere juristische Spitzfindigkeiten.
    Einigt Euch mit Teleclub auf eine verträgliche Lösung!
    Bevor der letzte Fan vergrault ist.
    Dass jetzt auch bald neben der Schweizer- auch die Chinesische-, Arabische- und Russische-Mafia mitspielt, muss mann/frau verdrängen.
    Beispiel Bundesliga; da denken die Verantwortlichen noch an die Fans.
    Schön wäre, wenn auch bei uns bald wieder mit Leidenschaft Fussball gespielt würde.

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