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«Dass Urs Leierer mich ausgewählt hat, ist unglaublich»
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Der englische Newcomer Keir (links) und Festival-Direktor Urs Leierer. (Bild: jwy)

Engländer Keir ist Gesicht des Luzerner Blue Balls «Dass Urs Leierer mich ausgewählt hat, ist unglaublich»

3 min Lesezeit 27.04.2018, 16:50 Uhr

Der britische Musiker Keir ist das diesjährige Aushängeschild des Blue Balls Festival. Der 23-Jährige kam für drei Songs kurz nach Luzern – und konnte nicht glauben, dass er jetzt von den Plakatwänden schaut. Was man sonst vom Festival erwarten darf.

Er kauert auf dem Boden, den Blick gesenkt, sagt scheu: «Hi!» Der 23-jährige Sänger Keir ist in den Luzerner Schweizerhof gekommen, um sich vorzustellen. Er ist der diesjährige Kopf auf dem Plakat des Blue Balls Festival. Und er gibt hier als Schweizer Premiere drei Songs zum Besten, begleitet nur vom Flügel. Und was für ein Kontrast, wenn er singt, wenn er aufblüht und den Saal mit seiner klaren Stimme füllt.

Am 20. Juli wird Keir das Festival im KKL eröffnen. Der Newcomer, den noch kaum einer kennt, spielt vor einem der absoluten Stars der diesjährigen Ausgabe: Eels. Das ist Konzept und hat Tradition, dass das Blue Balls als offizielles Face nicht ihren bekanntesten Act aufs Plakat hievt, sondern einen aufstrebenden Youngster. Einer, der noch kein Album veröffentlicht hat und von dem die Blue-Balls-Macher aber glauben, dass ihm die Zukunft gehört.

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Keir gibt drei Songs zum Besten im Schweizerhof.

Keir gibt drei Songs zum Besten im Schweizerhof.

(Bild: jwy)

Und dieses Versprechen soll Keir erfüllen. Aktuell tourt er durch Grossbritannien und fand zwischen den Konzerten kurz Zeit, persönlich vor versammelter Medienschar im Hotel Schweizerhof Hallo zu sagen und ein paar Interviews zu geben. Pflichtbewusst und überaus freundlich lässt er die Prozedur über sich ergehen, gehüllt in ein schwarzes Kleid, eine lange Goldkette um den Hals.

«Dass Urs mich ausgewählt hat, ist unglaublich, ich bin sehr dankbar, dass dieses Festival jungen Musikern wie mir eine Chance gibt», sagt er im Video zu zentralplus. Dass er nun von den riesigen Plakaten schaut, findet er surreal. «Ich dachte zuerst, das sei ein Witz.»

Keir im Interview mit zentralplus:

 

Der junge Sänger hat noch nicht einmal eine Website, auf Youtube findet man eine Handvoll Konzertaufnahmen und offiziell sind erst drei Songs veröffentlicht – für das Debütalbum gibt’s noch keinen fixen Termin. Aber was man von ihm gehört hat, macht tatsächlich Lust auf den Luzerner Auftritt.

Blue Balls 2018

Das diesjährige Blue Balls findet vom 20. bis 28. Juli im KKL, Schweizerhof und im Pavillon am Quai statt. Es spielen unter anderem Eels, Rufus Wainwright, Beverley Knight, Tom Odell, Hurts, Jessie J, Alanis Morissette, Züri West, Anna Ternheim, LP oder Black Rebel Motorcycle Club. 120 Events stehen auf dem Programm, neben Musik auch Fotografie, Kunst, Film und Talk.

Und tatsächlich kann man bei der Auswahl des Faces inzwischen auf das gute Händchen der Blue-Balls-Macher Urs Leierer und «Talent Buyer» Thomas Gisler vertrauen. Das letztjährige Face Samm Henshaw (zentralplus berichtete) überzeugte weitherum. Oder man erinnert sich an James Bay oder Shura, die beide von den Festival-Plakaten guckten und danach ziemlich durchstarteten.

Urs Leierer ist voll des Lobes für Keir: «Er ist ein ganz spezieller Charakter, er sticht heraus aus dem, was man sonst so hört.» Keir hat mit «Sadboy» eben seinen dritten Song veröffentlicht. Er ist eine von über 20 Schweizer Premieren am Blue Balls, ein Merkmal, das Urs Leierer stolz heraushebt.

Rocklastige Ausgabe

Ansonsten bleibt sich das Blue Balls in vielem treu (siehe Box), speziell sei dieses Jahr, dass das Festival rocklastig werde, Leierer erwähnt Bands wie Wolfmother, Black Rebel Motorcycle Club oder Gary Clark jr. Eine Premiere ist auch der Luzerner Soulsänger Seven, der erstmals das Programm präsentiert, das er mit seiner Pianistin Rose Ann einstudiert hat. Soul, reduziert auf Stimme und Klavier.

So reduziert, wie auch Keir an diesem Nachmittag auftritt. Das anwesende Publikum hat er jedenfalls im Sack, mit einem scheuen «Thank you» verlässt er die Bühne, den Blick zu Boden gerichtet. Um Luzern anzuschauen, hat er noch keine Zeit, am Abend geht’s bereits zurück nach England. «See you in July», sagt er noch.

Keir am Glastonbury-Festival 2017:

 

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