Das OYM ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den EVZ
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Calvin Thürkauf sieht das OYM als Teil des Erfolgs des EVZ. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Zug bietet weltweit einmalige Möglichkeiten Das OYM ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den EVZ

4 min Lesezeit 27.12.2020, 15:00 Uhr

Gerade im Spitzeneishockey sind es oft Details, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Das können einzelne Momente im Spielgeschehen sein, aber eben vermehrt auch akribische Arbeit abseits der eigentlichen Ernstkämpfe. Der EVZ geniesst diesbezüglich einen wohl weltweit einmaligen Vorteil: dank des neuen OYM.

Auf die Frage von zentralplus, was denn im letzten Heimspiel gegen die SCL Tigers vom Mittwoch, 23. Dezember 2020, der Schlüssel zur Wende gewesen sei (der EVZ machte einen 0:2 Rückstand wett und drehte den Match im Schlussdrittel zum 4:2 Sieg), meinte der Zuger Stürmer Calvin Thürkauf: «Das frühe Anschlusstor zum 1:2 nach 21 Sekunden im Schlussdrittel hat uns enorm geholfen.» Dadurch vermochten die Zuger den Schalter zu kippen (zentralplus berichtete). Er bestätigte auch, dass den Zentralschweizern ihr scheinbar unerschütterliches Selbstvertrauen zugutekam, ebenso wie ihr hervorragender Team-Spirit.

«Wir werden rund um die Uhr professionell betreut.»

Calvin Thürkauf

zentralplus hakt nach, wo denn die Gründe für diese mentale und physische Stärke liegen. Dann bringt der gebürtige Kolinstädter einen spannenden und wichtigen Faktor ins Spiel: «Dass wir in den entscheidenden Augenblicken gegen Ende der Spieldauer von 60 Minuten noch eine Schippe drauflegen und den Unterschied ausmachen können, hat bestimmt auch mit dem OYM zu tun. Diese Einrichtung bietet uns Möglichkeiten, die wohl weltweit einmalig sind. Wir werden quasi rund um die Uhr professionell betreut und in allen Belangen einwandfrei unterstützt.»

Das von EVZ-Präsident Hans-Peter Strebel mit 100 Millionen Franken finanzierte OYM (On Your Marks) wurde im Frühjahr 2020 eröffnet und bietet den Sportlern wissenschaftlich fundierte sowie individuelle Betreuung. Das topmoderne Leistungssport-Zentrum vereint die einzigartige Kombination von vier Kernkompetenzen: Athletic Training (Training der Athleten), Athlete Health Management (gesundheitliche Betreuung), Nutrition (Ernährung) und Research & Development (Forschung und Entwicklung). Dabei werden immer zwei Ziele verfolgt: die Maximierung der Trainingsadaptionen und die sportartspezifische Leistungssteigerung.

Entgegen der landläufigen Meinung investiert der umtriebige Präsident aus dem Freiamt eben nicht in exorbitante Spielersaläre, sondern in nachhaltige Infrastrukturen, von denen (hauptsächlich aber nicht exklusiv) der Zentralschweizer Sport insbesondere langfristig profitieren soll.

Erste Früchte dieser akribischen Arbeit scheint der EVZ nun bereits diese Saison zu ernten, indem die Spieler in entscheidenden Phasen eben noch das gewisse Quäntchen extra zu leisten vermögen.

Gerade junge Spieler wie Calvin Thürkauf, die noch über beträchtliches Entwicklungspotential verfügen und ehrgeizige internationale Ziele verfolgen, werden aus diesen Möglichkeiten einen Nutzen ziehen, der von unermesslichem Wert sein dürfte.

Erstmals seit fünf Jahren Weihnachten in der Heimat

Calvin Thürkauf freute sich sehr, Weihnachten wieder einmal im Kreis seiner Familie in der Heimat feiern zu dürfen. «Zum ersten Mal seit fünf Jahren», ergänzt der ehemalige EVZ-Junior. Zur Erinnerung: im Herbst 2015 war der Siebtrunden-Draft der Columbus Blue Jackets ausgezogen, um seine Chance in Nordamerika zu finden.

Nun gilt der Fokus wieder der Meisterschaft. Die nächste Aufgabe ist die gleiche, wie die letzte: ein Heimspiel gegen die SCL Tigers. Was sollten die Zuger gegenüber der Begegnung vom vergangenen Mittwoch verbessern?

«Wir müssen die Dinge, die wir uns nach dem Match gegen Lugano vorgenommen hatten, noch konsequenter umsetzen», so Thürkauf. Das Ziel, weniger Strafen zu kassieren, erfüllte das Team von Dan Tangnes. Verglichen zu den 8 Strafminuten im Duell mit den Tessinern waren es gegen Langnau nur noch deren zwei kleine Bankstrafen. Steigerungspotential bietet sich bestimmt noch in der Angriffsauslösung, im Verhalten in der eigenen Zone sowie in mehr Entschlossenheit im Abschluss.

Über die Zukunft wird geschwiegen

Angesprochen darauf, wie denn seine unmittelbare Zukunft im Laufe dieser Saison aussehe, mag sich Thürkauf nicht in die Karten schauen lassen. «Wenn es etwas mitzuteilen gibt, wird das von Reto Kläy kommuniziert werden.»

Eine gewisse innere Zerrissenheit ist dem stämmigen Stürmer dabei förmlich anzumerken. Zum einen will der gebürtige Zuger sicherlich mit seinem Stammverein diese Saison noch Grosses erreichen. Er fühlt sich sehr wohl in Zug und lobt ausdrücklich den grossartigen Zusammenhalt im Team.

Das internationale Eishockey ist ein schnelllebiges Business

Auf der anderen Seite ist er ambitioniert genug, um seinen nächsten grossen Schritt in Nordamerika bei seiner NHL-Franchise der Columbus Blue Jackets in Angriff zu nehmen.

«Ich nehme es von Tag zu Tag», meint der 23-Jährige pragmatisch, «das internationale Eishockey ist ein schnelllebiges Business.» Das haben wir unlängst erlebt, als der 21-jährige kanadische Verstärkungsspieler Ryan McLeod buchstäblich von einem Tag auf den anderen von seiner NHL-Organisation der Edmonton Oilers zurück nach Übersee beordert worden war (zentralplus berichtete).

Eines ist sicher: solange Calvin Thürkauf in heimischen Gefilden weilt, wird er alles geben für seine Farben. Der EVZ wird von der physischen Präsenz des Powerflügels profitieren. Etwas Rock´n´Roll auf dem Eis steht den Zugern nämlich gut an und wird in der Bossard Arena bisweilen schmerzlich vermisst.

Thürkauf seinerseits wird die Vorzüge seines Engagements in der Zentralschweiz geniessen und für seine tägliche Weiterentwicklung nutzen, solange dies möglich ist. Auch dank der hervorragenden Betreuung im OYM.

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