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Hoffnung für Krienser Vision
Dach für Bypass: Bund und Kriens einigen sich auf Lösung

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Die Krienser Vision des Bypass Luzern: Auf dem Dach der Autobahn sollen Grünflächen entstehen. (Visualisierung: Stadt Kriens)
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Die Krienser Vision «Chance Bypass» sieht eine komplette Überdachung der A2 zwischen Sonnenberg-Tunnel und Schlund vor. (Bild: Visualisierung: Stadt Kriens)

Der Bund, der Kanton Luzern, die Stadt Kriens und der regionale Entwicklungsträger Luzern Plus unterzeichnen eine Absichtserklärung zum Bypass. Sie lancieren gemeinsam eine Testplanung, um die komplette Überdachung der Autobahn in Kriens zu prüfen.

Der Bypass soll das Stauproblem in und um Luzern lösen, doch die Eckpunkte des Milliardenprojekts sind umstritten. Insbesondere die Stadt Kriens, die direkt vom geplanten Ausbau der Autobahn A2 betroffen ist, wehrte sich gegen die Pläne des Bundes. Die Stadt reichte Einsprache gegen das Projekt ein und hat einen Gegenvorschlag erarbeitet. Zwar begrüsst Kriens die Idee, dass der Bund die Autobahn auf künftig acht Spuren erweitert. Doch gleichzeitig soll er den gesamten Abschnitt zwischen Sonnenberg-Tunnel und Schlund überdachen (zentralplus berichtete).

So sieht es die Vision «Chance Bypass» der Stadt Kriens vor. Das würde die Quartiere rund um die Autobahn städtebaulich aufwerten. Allerdings stösst die Krienser Vision auf politischen Gegenwind. Einerseits aufgrund der Kosten – laut Bundesrat würde die komplette Einhausung schätzungsweise 540 Millionen Franken kosten.

Andererseits aus Sorge, der Widerstand aus Kriens könnte den Autobahn-Ausbau verzögern. Der Luzerner FDP-Nationalrat Peter Schilliger reichte beim Bundesrat einen kritischen Vorstoss ein (zentralplus berichtete). Und auch der Luzerner Gewerbeverband äusserte Kritik an der Krienser Forderung (zentralplus berichtete).

Bund, Kanton und Kriens einigen sich

Insofern überrascht vor diesem Hintergrund die Meldung, dass sich Bund, Kanton und die Stadt Kriens auf eine Lösung geeinigt haben. Gemeinsam mit dem Entwicklungsträger Luzern Plus haben die drei Behörden eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie sie diesen Mittwoch an einer Medienkonferenz bekanntgaben. Diese sieht eine Testplanung vor, in der eine mögliche Einhausung der A2 zwischen Schlund und Sonnenberg-Tunnel geprüft wird. In diesem Verfahren suchen jeweils mehrere interdisziplinäre Planungsteams die geeignete Lösung für ein Problem oder die Entwicklung eines Gebiets.

Die Unterzeichnenden der Absichtserklärung sehen die Chance einer stadträumlichen Aufwertung durch die Einhausung der Autobahn. Sie sprechen in diesem Zusammenhang von einer «Stadtreparatur», wie es in der Mitteilung heisst. Heute wird die Autobahn auf rund einem Kilometer offen geführt – für Kriens ist das schon lange ein Dorn im Auge, weil der Verkehrsfluss die Stadt in zwei Teile trennt.

«Es freut mich, dass es uns gelungen ist, gemeinsam einen lösungsorientierten Weg einzuschlagen.»

Fabian Peter, Regierungsrat

Die Testplanung soll insbesondere klären, wie weit vom Tunnel Schlund her eine weitergehende Überdeckung der Autobahn erfolgen kann – und was technisch und zeitlich machbar ist. Dabei sei eine möglichst siedlungsverträgliche Lösung anzustreben, wie es in der Medienmitteilung des Kantons Luzern heisst.

Auch die finanziellen Konsequenzen für den Bau und den Betrieb der Autobahn-Überdachung soll die Testplanung aufzeigen. Die Kosten des Verfahrens betragen zwischen einer halben und einer Million Franken. Diese übernehmen die Stadt Kriens, der Kanton Luzern und das Bundesamt für Strassen zu gleichen Teilen. Die Ergebnisse der Testplanung sollen bis Ende 2023 vorliegen.

Der Kanton Luzern vermittelt

In den Verhandlungen zwischen Bund und der Stadt Kriens habe der Kanton Luzern eine vermittelnde Rolle eingenommen. «Wir nehmen die verschiedenen Anliegen der Beteiligten auf und können als Kanton Vertrauen schaffen», erklärt Regierungsrat Fabian Peter (FDP). Der Kanton habe versucht, zwischen den unterschiedlichen Zielsetzungen Kompromisse zu finden. «Es freut mich, dass es uns gelungen ist, gemeinsam einen lösungsorientierten Weg einzuschlagen», ergänzt Peter.

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Die Testplanung zur Überdachung der A2 erfolgt losgelöst vom Gesamtprojekt Bypass. Damit wollen die Unterzeichner der Absichtserklärung sicherstellen, dass sich die weitere Planung des Bypass nicht verzögert. Sie seien sich einig, dass das Gesamtprojekt «Bypass Luzern» für den Raum Luzern von zentraler Bedeutung ist und darum nicht verzögert werden soll.

Hier findest du die ausführliche Analyse zur Pressekonferenz und Unterzeichnung der Absichtserklärung vom Mittwoch.

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6 Kommentare
  1. Sandra Püntener, 15.12.2021, 15:48 Uhr

    Ob Kriens einen Deckel erhält, ist mir eigentlich egal. Ich gönne es ihnen, trotz horrenden Kosten. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass dieses unsägliche einspurige Nadelöhr auf dem Schweizer Autobahnnetz nach dem Rathausen-Tunnel beseitigt wird. Oder kennt jemand sonst eine Strecke, auf der man jeden Abend 5-15 Kilometer steht? Andernorts würde die Regierung in Bern schon längst aktiv werden.

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  2. Hegard, 15.12.2021, 15:40 Uhr

    Hat schon jemand die alten Fotos angesehen,als die Autobahn das schöne Bauern Land verunstaltet hat,Und wer hat dann diese Schöne Grünfläche zubetoniert.
    Jetzt verlangen dieselben eine Begrünung die die andere finanzieren sollten die nichts dafür können.Ich musste bisher zu dem stehen,was ich angestellt habe,aber Kriens ist anscheinend nicht in der Lage,sich selbständig zu wirtschaften und macht noch mehr Schulden.
    Zudem Find ich den Bypass nur eine Stau Verlagerung aber nicht Lösung.
    Wie sich vieles verändert.Vor ein paar Jahren wurde der Wunsch,das kurze Stück der Reussport Brücke zu überdachen abgelehnt Das ja auch Lärmbelästigung mindern,Erholungsraum und eine Brücke für Velo und Fussgänger dienen würde.

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  3. Vorschuss, 15.12.2021, 15:14 Uhr

    Die Vorschusslorbeeren sind vor Weihnachten gut gesetzt. Allerdings für ein Projekt, das heute schon veraltet ist und es ganz besonders in 30 Jahren sein wird. Wo ist die Stadt Luzern erwähnt? Nicht über die Stadt reden, sondern mit ihr, – wäre doch lösungsorientiert.

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  4. kwidmer, 15.12.2021, 13:58 Uhr

    «Stadtreparatur»?! So ein Schwachsinn, reine Steuergeldverschwendung. Zur Zeit des Autobahnbaus ging die Autobahn schön an Kriens vorbei. Die hat also nichts kaputt gemacht, was man jetzt reparieren müsste.

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  5. Stadt Luzerner, 15.12.2021, 10:30 Uhr

    1,7 Milliarden Franken (plus evt. 540 Millionen für die zusätzliche Überdachung) für eine Umfahrung von einer (!) Autobahnausfahrt. Hinten und Vorne beim Bypass bleibt alles gleich…… Wahnsinn! Hat sich das überhaupt schon jemand überlegt?

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    1. mvonrotz, 15.12.2021, 11:12 Uhr

      Also als Erstes werden mehr Ein- und Ausfahrten umfahren (Emmen-Süd von Bern-Basel aus sowie Luzern City). Zweitens gibt es auch einen Ausbau Zwischen Rotsee und Buchrain von 4 auf 6 Spuren. Für mich aber das wichtigste Argument für den Bypass ist dass bei einem Unfall in einem der Tunnel nicht gleich die ganze Aglo Luzern still steht.

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