Corona-Impfung: Das sind die Pläne des Kantons Luzern
  • Politik
Noch bis Mai soll im Impfzentrum in der Allmend geimpft werden – danach sollen sie Hausärzte langsam übernehmen. (Bild: bic)

Hausärzte impfen ab Mai Corona-Impfung: Das sind die Pläne des Kantons Luzern

3 min Lesezeit 11 Kommentare 16.03.2021, 13:12 Uhr

Die Impfstrategie im Kanton Luzern wirft Fragen auf. Darum hat die CVP-Politikerin Gabriela Schnider vom Kanton Aufklärung verlangt. Die Regierung gelobt Besserung, was die schlechte Kommunikation der letzten Monate angeht.

Zugegeben, es ist schwer, bei den dauernd wechselnden Massnahmen und Regelungen rund um Corona den Überblick zu wahren. Genauso schwer muss es für den Kanton Luzern sein, geplante Strategien anzupassen und durchzuführen.

Darum hat Kantonsrätin Gabriela Schnider von der Luzerner CVP eine Anfrage gestellt, in der auf einige Fragezeichen im Hinblick auf die Impfstrategie eingegangen wird. An der Kantonsratsitzung am Dienstag nahm die Regierung Stellung.

Gabriela Schnider von der CVP. (Bild: zvg)

Erst 75 Prozent der über 75-Jährigen sind geimpft

Wie der Kanton erklärt, sind bereits über 26’000 Personen im Alter von über 75 Jahren geimpft worden. Das seien drei Viertel aller in Luzern lebenden Senioren über 75 Jahren (35’490).

«Es ist uns ein grosses Anliegen, dass alle Personen, die dies wünschen, die Möglichkeit erhalten, sich zu impfen.»

Stellungnahme Kanton Luzern

Für Personen, die in entlegeneren Regionen wohnen und kein Impfzentrum oder Hausarzt in der Nähe haben «sind ebenfalls Lösungen angedacht», heisst es weiter. «Es ist uns ein grosses Anliegen, dass alle Personen, die dies wünschen, die Möglichkeit erhalten, sich zu impfen. Zurzeit prüfen wir, gemeinsam mit Hausärztinnen und Hausärzten zu bestimmten Zeiten in bestimmten Regionen und Gemeinden Impfungen anzubieten», schreibt der Kanton.

Ab Mai: Impfung durch den Hausarzt

Pro Tag werden in den Impfzentren gemäss Kanton rund 3’000 bis 4’000 Personen geimpft. Seit längerem steht zudem die Idee im Raum, durch die Hausärzte impfen zu lassen. Nur ist das bis anhin noch nicht passiert. Schnider fragte sich, warum der bisherige Impfstoff nicht für diesen Zweck verwendet wird.

Der Kanton antwortete, dass der geeignete Impfstoff respektive die Zulassung dafür noch fehle. Ziel ist es, die Hausarztpraxen mit einem Impfstoff auszustatten, der sich einfach transportieren und lagern lässt und in kleineren Einheiten geliefert werden kann. Beim bisher zugelassenen Moderna-Impfstoff ist das laut Kanton noch nicht der Fall.

«Wird dem grossen Informationsbedürfnis der Bevölkerung nun genügend Rechnung getragen?»

Gabriela Schnider, CVP Luzern

Gemäss heutigem Wissensstand werden ab Mai sehr grosse Impfkontingente zur Verfügung stehen. «Es ist unser Ziel, dass die Hausärztinnen und Hausärzte sowie die Apotheken spätestens dann ihre Patientinnen und Patienten impfen können.»

Für Schnider ist das nachvollziehbar. Trotzdem macht sie Druck: «Es wird der Tag X kommen, da Fahrt für eine breite Verimpfung aufgenommen werden kann. Dann sollen Impfzentren sowie Arztpraxen und Apotheken parat sein und nicht noch auf administrative Abklärungen warten müssen.»

Offenere Kommunikation gewünscht

Chaos bei der Impfanmeldung, eine wechselnde Strategie und Softwarepannen: In den vergangenen Wochen musste die Dienststelle Gesundheit und Sport viel Kritik einstecken. Schnider macht die Kommunikation zwischen Kanton und der Bevölkerung dafür verantwortlich. Sie fragt sich, ob dem grossen Informationsbedürfnis der Bevölkerung nun genügend Rechnung getragen wird.

Ja, verspricht der Kanton. «Um die Kommunikation mit der Bevölkerung zu verbessern, werden alle Personen, die sich registriert haben und noch keinen Impftermin haben, ungefähr alle drei Wochen per SMS informiert, dass ihre Registrierung immer noch aktuell ist.» Zudem erstellt das Gesundheits- und Sozialdepartement bei jeder Anpassung der Homepage entweder eine Medienmitteilung oder eine Kurzmitteilung.

«Ich wäre sehr froh um etwas leichter zugängliche Informationen für alle Altersgruppen.»

Gabriela Schnider, CVP Luzern

«Zudem informieren wir täglich auf unserer Homepage über den aktuellen Stand der Impfungen.» Das Bedürfnis nach Information sei gross. Auf der anderen Seite habe es aber zahlreiche Rückmeldungen gegeben, dass die Leute zu viele Informationen erhalten würden. «Es gilt weiterhin, ein gutes Mass zu finden beim Entscheid, wie viel kommuniziert werden soll.»

Gabriela Schnider, die sich an der Kantonsratssitzung grossmehrheitlich zufrieden mit den Antworten zeigte, sieht hier noch Nachholbedarf: «Ich wäre sehr froh um etwas leichter zugängliche Informationen für alle Altersgruppen», sagte sie.

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11 Kommentare
  1. Monika Boos, 13.04.2021, 20:49 Uhr

    Genau in den Medien wird erzählt übrige Bevölkerung sei bis Mai geimpft im Kanton luzern. Dabei sind nicht Mal die ü 65 bis 74 geimpft!?!
    Ich werde meine Steuern so ca Anfang bis Mitte 2022 bezahlen.
    Wenn die Bevölkerung sich so einen Schlammassel erlauben würde, wäre der Kanton Luzern pleite.

  2. Thomas Praschma, 03.04.2021, 13:14 Uhr

    Ich moechte gerne einmal wissen , wann ein Corona Jmpfzentrum in Hochdorf LU eingerichtet sein wird und ob ich mich auch dort in einer Apotheke older beim Hausarzt impfen lassen kann .

  3. Jörg, 02.04.2021, 07:36 Uhr

    Meine Frage warum nur ein Impfzentrum das letzte alles muss in diese Allmend da wird es ja Weinachten, keine Organisation immer nur tröstende Worte andre sind schuld ihr wisst ja genau welche Vorgaben von Bern kamen, ZH hat 11 Zentren wir sollten mindestens 4 haben ,ich warte seit Oktober nie mehr Antwort bekommen toll.

  4. Egli Erich, 23.03.2021, 10:45 Uhr

    Warten, Warten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    wo sind die 3000 Impfdosen welche unsere Kantonsregierung verschenkt hat?
    Das nenn ich Volksvertreter!!

    Luzerner Bürger Alter 70

  5. Müller, 19.03.2021, 14:20 Uhr

    Ein völliger Witz in ZH über 11 impfztentren Luzern hat seit Monaten Gewusst was kommt nun diese Ausreden, macht mal Försi nicht morgen sondern heute, Emmen und Kriens auch in Ländlichen Regionen in Willisau gibt es scheins immer noch keines … Mein Hausarzt überlastet Was ist mit Herr Graf los.

  6. paul, 16.03.2021, 21:14 Uhr

    420‘000 einwohner im kt.luzern mit 3‘000 impungen pro tag = 140 tage ….. ja dann gebt mal guzzi mit impfen. die spitalsoldaten könnten sonst auch noch hekfen.
    besten dank fürs mal in die gänge kommen.

  7. Stadtfrau, 16.03.2021, 17:07 Uhr

    Danke Frau Schnider. Ich vermisse noch immer die Mitteilung ob und wann die verschenkten Impfdosen nach Luzern zurückgekommen sind.

  8. Peter Suster, 16.03.2021, 14:20 Uhr

    Seit einer Woche ist Luzern auf den letzten Rängen beim Impfen. Aktuell hat der Kanton 63’500 Impfdosen aber erst 50’200 verimpft. Wieso?

  9. Der Obernauer, 16.03.2021, 14:09 Uhr

    Die Kantonsrätin G. Schnider hat es gewagt und Fragen zur Informationspolitik des Kantons Luzern gestellt. Dies im Zusammenhang mit den Corona Impfungen. Die Antwort der Kantonsoberen, wie immer, man hat keine Fehler gemacht. Nur ein wenig Besser will man werden.
    Als einfacher Bürger nehme die Informationspolitik des Kantons generell als absolut Unzureichend und Ungenügend dar ! Corona und die Steuersoftware sind nur zwei Beispiele. Wo bleiben die Regierungsräte ? Wieso stellen sie sich den Bürgern nicht ? Das Volk hat ein Recht auf Informationen aus Erster Hand !

    1. Kasimir Pfyffer, 16.03.2021, 16:57 Uhr

      Die Mehrheit des Stimmvolks wollte unbedingt eine rein männliche und stockkonservative Regierung. Nur ja keine Frau, und um Himmels willen keine Linken! Tja, wie bestellt, so geliefert. :-/

    2. Michel von der Schwand, 12.04.2021, 14:53 Uhr

      @Kasimir Pfyffer: Genau und die machen das richtig gut. Da bleibt gewissen der konservative Stock im Allerwertesten stecken.

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