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Im Kampf zuhause
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Fitnesstraining und Cardioeinheiten können ausserhalb des Dojos trainiert werden. (Bild: zvg)

Selbstgemachte Trainings waren wie ein Ferienlager Im Kampf zuhause

3 min Lesezeit 26.05.2020, 11:01 Uhr

Die Luzerner Karateka Fabienne Kaufmann hat sich in der virusbestimmten Zeit auf das Wesentliche in ihrem Leben konzentriert. Und weiterhin intensiv trainiert. Dennoch fehlte ein wesentlicher Aspekt, denn für sie ist Kämpfen wie nach Hause kommen.

Wir sind nähergerückt. Uns wurde wieder bewusst, welche Kleinigkeiten jedem persönlich wirklich wichtig sind. Auch wenn wir eine aussergewöhnliche Zeit hinter uns und eine noch ungewisse Zeit vor uns haben, konnte ich mich in den vergangenen Wochen vollkommen auf mich konzentrieren.

Ich konnte mich durch die ruhigere Zeit auf die wichtigen Dinge in meinem Leben konzentrieren. Bei mir ist es nicht nur der Sport im Allgemeinen, der mir wichtig ist. Joggen und Krafttraining kann ich immer und überall machen. Dafür benötige ich auch keine speziellen Begleiter. Doch jene Bedeutung, welche das Karate in meinem Leben hat, lässt sich auf Dauer durch nichts ersetzen.

Es ist wie eine Sucht. Für mich ist Kämpfen wie nach Hause kommen, unabhängig davon, wo ich bin.

Glück im Unglück

Klar, ich darf mich nicht beklagen. Da ich in einer Versicherung arbeite, musste ich mir keine Sorgen um meinen Job machen. Wir arbeiteten so normal weiter, wie es die Richtlinien zuliessen.

Ich traf daher meine Arbeitskollegen weiterhin regelmässig im Büro und fühlte mich nicht von der Aussenwelt isoliert. Zu Hause war meine Familie und die Natur ist in Gehdistanz erreicht. Dank dem grossartigen Wetter hätte ich von Corona beinahe nichts mitgekriegt.

Dadurch konnte ich in dieser Zeit viel neue Energie tanken, ohne durch die Pandemie eingeschränkt zu sein.

Für Fabienne Kaufmann ist das Betreten der Matten wie nach Hause kommen.

Wenn leere Terminkalender das Tagesprogramm bestimmen

«Zeit» ist wohl das Stichwort, welches die letzten Wochen am besten beschreibt. Da auch ich keine Termine wahrzunehmen hatte, konnte ich mich ganz auf mich selbst konzentrieren. Wohl eine der einzigen wenigen Auswirkungen, welche klar spürbar war, war der leere Terminkalender.

Durch den Zeit-Bonus habe ich neue Sachen in der Natur getestet und mich auf die alten Trainingsformen konzentriert. Doch auch wenn ich mich durch Cardio- und Krafttraining fithalten konnte, fehlte eine Sache durch und durch.

Mein Karate. Es ist nicht so, dass ich meine «Aggressionen» nicht loswerden konnte. Es geht um viel mehr als um einen emotionalen Ausgleich.

Wenn Sport wie nach Hause kommen ist

Die Körperspannung während des Kampfes, das Sehen des perfekten Timings und das Spiel zwischen Geschwindigkeit und Perfektion. Alle diese Dinge fehlen mir im Training am meisten. Es ist nicht die körperliche Anstrengung, die mir in den letzten Wochen fehlte.

Es war viel mehr so, dass sich all die selbstgemachten Trainings wie ein Ferienlager anfühlten. Doch sobald das Dojo wieder offen ist, ich meinen Kimono anziehe und meine Füsse die Trainingsmatten spüren, bin ich wieder zu Hause.

Es ist dieses unbeschwerte Gefühl, welches uns die Zufriedenheit schenkt. Dies ist nur eines der wichtigen Dinge, welche mir wieder bewusst wurden.

Die Zeit nach Corona

Und noch etwas ist mir bewusst geworden. Ich will und werde diesen Fokus auch nach der Corona-Zeit noch aufrechterhalten. Dieses Gefühl werde ich mir immer wieder vor Augen halten, wenn ich mein Leben als zu selbstverständlich sehe.

Denn das ist es definitiv nicht. Für niemanden. Also lasst uns alle nach Hause kommen und das Leben geniessen.

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