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«Die Bevormundung in Luzern geht mir zu weit»
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Das Plakat der Stadt Luzern. (Bild: Lucas Zurkirchen)

Essdiktate und Kampagnen gegen Flugreisen «Die Bevormundung in Luzern geht mir zu weit»

3 min Lesezeit 2 Kommentare 26.07.2018, 15:30 Uhr

Ein städtisches Plakat, das die Luzerner auffordert, nicht in die Ferien zu fliegen: Das braucht es für den Präsidenten der Stadtluzerner Jungfreisinnigen, Lucas Zurkirchen, nicht. Genauso wenig wie Essdiktate, die einer linkischen Bevormundung gleich kämen.

Es ist Ferienzeit und die Leute verreisen an Strände, an weit entfernte Destinationen, irgendwo auf dieser Welt. Wenn es nach gewissen Exponenten im Grossstadtrat und dem Luzerner Stadtrat geht, soll dies bald nicht mehr der Fall sein. Am Schwanenplatz habe ich das Plakat mit folgender «Empfehlung» der Stadt Luzern entdeckt: «Mit meinen Ferien bringe ich unsere Stadt ans Energiesparziel. Ich brauche keinen Flug für coole Ferien.»

Für ein solches Plakat habe ich kein Verständnis, denn es ist keine Staatsaufgabe mir vorzuschreiben, ob ich mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen soll oder nicht. «Coole Ferien» hin oder her, eine solche Bevormundung geht klar zu weit. Nun habe ich gelesen, dass unsere Stadträte alle gleichzeitig in den Ferien sind: Ob sie sich wohl alle an ihr eigenes Plakat halten?

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Weitere Bevormundungen stehen uns bevor

Bereits im September dürfen wir darüber abstimmen, ob wir uns im Bereich der Ernährung belehren lassen wollen oder nicht. Der Basler Verein «Sentience Politics» hat in der Stadt Luzern dafür gesorgt, dass ihre «Politik für alle empfindungsfähigen Wesen» durch eine Initiative diskutiert wird. Das klare Ziel dahinter: die Stadt hat dafür zu sorgen, dass ihre Bewohner weniger Fleisch essen und sich auf eine pflanzliche Ernährung umstellen.

An der Förderung einer nachhaltigen Ernährung ist im Grundsatz nichts auszusetzen, nur ist es keine staatliche Aufgabe, dies zu fördern. Unsere Steuergelder sind nicht für die Umerziehung der Bürgerinnen und Bürger da.

Wie weit liegen Aufklärung, Empfehlung und Vorschrift auseinander?

Die Förderung einer ganz bestimmten Ernährungsweise kommt einer linkischen Bevormundung gleich, mit der ich als freiheitsliebender Mensch nicht einverstanden bin. Jede und jeder soll selbst entscheiden, was auf den eigenen Teller kommt. Die Initianten möchten mit ihrer Initiative der grossen Mehrheit der Bevölkerung die aus ihrer Sicht richtige Ernährung einimpfen. Luzerner brauchen keine Umerziehung und können selbst entscheiden, wie sie sich ernähren wollen. Wer sich vegetarisch oder vegan ernähren will, kann dies bereits heute tun. Wer Fleisch essen will, soll dies weiterhin eigenverantwortlich tun dürfen.

Bevormundungen sind auch auf nationaler Ebene ein Thema

Auf nationaler Ebene wird zum gleichen Zeitpunkt noch über zwei weitere Vorlagen abgestimmt bei denen es um Bevormundung geht. Nicht nur die Vorlage zur Ernährungssouveränität, auch die Fair-Food-Initiative wurde vom National- und Ständerat ganz klar abgelehnt. Speziell bei der Fair-Food-Initiative geht es um ein staatliches Essdiktat und dies noch extremer als bei der Vorlage in der Stadt Luzern. Dabei sind die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten, genauso wie die Luzernerinnen und Luzerner, durchaus mündig und sollen nach eigenem Gusto entscheiden können, was auf ihren Teller kommt und wo sie ihre Lebensmittel einkaufen.

Ob auf nationaler oder städtischer Ebene, solche «Essensvorschläge» lehne ich klar ab. Im Jahr 2018 haben alle Personen genügend Möglichkeiten, um sich über die Lebensmittelindustrie und eine gesunde Ernährung zu informieren. Dass für eine «Aufklärung der einzig richtigen Ernährung» noch meine Steuergelder verwendet werden, damit bin ich in keinster Weise einverstanden. Deshalb gibt es ein klares Nein am 23. September 2018 zu unnötigen Vorschriften, Essens-Bevormundung und Verschwendung von Steuergeldern.

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2 Kommentare
  1. walter ludin, 27.07.2018, 15:07 Uhr

    Wenn ein solches Plakat “Bevormundung” ist, ist es jede Werbung. Dass man diese verbieten will, habe ich noch nie gehört ……

  2. Fabian N. Martin, 26.07.2018, 17:41 Uhr

    Herr Zurkirchen, gerne würde ich mir Ihre Ausführungen zu Gemüte führen, aber…
    1. Wer den Begriff linkisch (vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/linkisch) nicht korrekt verwenden kann, verdient diesen Aufwand in der Regel nicht.
    2. Wer einen Denkanstoss (wohl zur Förderung des Gemeinwohls) als “Bevormundung” empfindet, sollte in seinem Leben vorerst damit beginnen noch einige Erfahrungen zu sammeln. Sorry für diese harten Worte, aber, wahrlich, eine Bevormundung hat einen Befehlscharakter, da der Befehlende über den Befehlsempfänger in der Sache der Bevormundung über eine gewisse Entscheidungsmacht verfügt. Mir ist in dieser Hinsicht kein Gesetz bekannt, das kantonalen oder kommunalen Behörden diese Macht verlieh.
    3. Wären Sie doch nur liberal – aber sie wissen als (Jung-)Freisinniger vermutlich kaum mehr, was dieses Wort ursprünglich einmal bedeutete. Und das ausgerechnet in der Zentralschweiz…
    4. Wenn doch so angepasst konservativ – dann doch bitte zukünftig in einem weniger schlecht sitzenden Anzug fürs Profilfoto als Blogger.