Bitte kein zweites öffentliches Herumreichen der Wagenburg
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Der alte Wagenplatz neben dem Südpol der dem Neubau der Luzerner Musikhochschule weichen musste. (Bild: tob)

Mario Stübi Bitte kein zweites öffentliches Herumreichen der Wagenburg

2 min Lesezeit 05.08.2015, 09:37 Uhr

Mein erster Gedanke war: «Oh nein, nicht schon wieder…» Nach Jahren friedlichen Aufenthalts auf der Brache neben dem Südpol sind die Bewohner der Wagenburg «Sous le pont» erneut gezwungen, weiterzuziehen. Denn bald wird dort mit dem Neubau der Musikhochschule begonnen.

Mein erster Gedanke war: «Oh nein, nicht schon wieder…». Nach Jahren friedlichen Aufenthalts auf der Brache neben dem Südpol sind die Bewohner der Wagenburg «Sous le pont» erneut gezwungen, weiterzuziehen (siehe früherer Artikel zum ersten Umzug). Denn bald wird dort mit dem Neubau der Musikhochschule begonnen.

Leuchtet alles ein, und war auch so zwischen den Bewohnern und der Gemeinde Kriens vereinbart (obschon man sich fragen kann, ob die Arealnutzung nicht noch ein paar Monate länger hätte dauern können, denn bis zum heutigen Tag sind dort weit und breit keine Bagger zu sehen). Was aber zu denken geben muss, ist die Tatsache, dass erneut ein grosses Behörden- und Medien-Tamtam auf dem Buckel dieser Leute droht. Denn wie bestellt meldete sich gleich irgend ein Krienser SVPler mittels Vorstoss zu Wort. Seine Forderung, überspitzt von Behördendeutsch in Poltersprache übersetzt: «Geht weg, wohin ist egal, einfach nicht auf Krienser Boden.» Genau wie vor fünf Jahren, als keine Gemeinde, kein Grundstücksbesitzer und kein Gericht für die Gruppe verantwortlich sein wollte.

Es sind normale Mieter

Obschon es allen völlig klar sein sollte, sei es hier nochmals betont: Diese Leute haben Jobs, bezahlen Steuern und vor allem Miete und Nebenkosten für die Areale, die sie beanspruchen. Und solche Areale und Brachen gäbe es genügend: an der Eichwaldstrasse neben der Einfahrt zum Murmattweg, oberhalb des Zentralbahn-Tunnels am Geissensteinring oder hinter dem Goofy & Regular an der Moosstrasse, um mal drei spontane Beispiele zu nennen. Es ist einzig eine politische Frage, ob die Besitzer solcher Areale so eine (Zwischen-)Nutzung wollen oder nicht und die zuständigen Gemeinden das Go dazu geben. Es wäre dabei zu wünschen, dass es diesmal nicht wieder in ein öffentliches Herumreichen der Wagenburg mündet, aus dem einzelne Politiker sogar noch Kapital zu schlagen versuchen.

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