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Was die Hochschule Luzern von der Uni unterscheidet
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Gruppenarbeiten: Last oder Lust? (Bild: Franziska Winterberger)

Unsere Bloggerin war nach dem Wechsel ernüchtert Was die Hochschule Luzern von der Uni unterscheidet

3 min Lesezeit 25.09.2018, 11:40 Uhr

Für unsere Bloggerin steht nach dem Bachelor nun der Start des Masterstudiums an der Uni an. Vorher hat sie sowohl an der Uni wie auch an der HSLU studiert – und dabei einen entscheidenden Unterschied ausgemacht.

Vor fünf Jahren habe ich meinen Bachelor an der Uni abgeschlossen und fand, eigentlich könnte ich auch noch Architektur an der HSLU studieren. Architektur hatte mich schon immer gereizt und nach vier Jahren im Elfenbeinturm wollte ich etwas anderes sehen.

Auf Wiedersehen Effizienz?

Der Unterschied, der einem als Erstes auffällt, wenn man von der Uni kommt? Die vielen Gruppenarbeiten! Wie es sich für Unistudierende gehört, stöhnte ich als Erstes mal innerlich auf. Ich kann mich noch heute an vereinzelte Gruppenarbeiten im Unistudium erinnern und die Mehrzahl war mühsam. Die quantitative Forschungsarbeit zum Beispiel machten wir zu viert.

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Während das unter drei der Mitglieder recht gut funktionierte, verschwand unser viertes Mitglied irgendwann spurlos und lieferte auch nichts zum Endprodukt. Meine Meinung war gemacht: In der Gruppe muss man ständig Leuten hinterherräumen. Viele Referate, die zu dritt gehalten werden sollten, haben wir in der Gruppe einfach aufgeteilt, alle machen ihren Teil, eine halbe Stunde besprechen, das muss reichen. In der Regel arbeitet man sowieso allein und ist dabei auch effizienter.

Gruppenarbeiten, Gruppenarbeiten und … Gruppenarbeiten

Nun also sollte beinahe mein ganzer Studienalltag aus Gruppenarbeiten bestehen, die dazu noch über das ganze Semester liefen. Ich hoffte, das sei nur dazu da, ins Thema einzusteigen, und später würde man vermehrt allein arbeiten. Als ich einen Studenten aus dem oberen Semester danach fragte, ob denn im nächsten Jahr auch noch so viele Gruppenarbeiten anstünden, lautete seine Antwort «nur noch» – und mir ging der Laden runter.

Nur nichts anmerken lassen, meine damaligen Gruppengspändli standen neben mir. In dem Moment stellte ich mir ernsthaft die Frage, ob ich dazu bereit wäre. Die immer wechselnden Gruppen, die ständigen Diskussionen, wer noch zu wenig gemacht hatte und welches Aufwand-Ertrags-Verhältnis man anstrebte, die Last-Minute-Aktionen, weil jemand seinen Beitrag nicht geleistet hatte … Wollte ich mir das antun?

Die Mischung macht’s

Im darauf folgenden Semester änderte sich zu meiner Überraschung aber alles. Ich lernte jene Leute kennen, mit denen ich von da an in wechselnden Kombinationen jede einzelne Gruppenarbeit machte. Wir wurden zum eingespielten Team und halfen uns gegenseitig, Neues auszuprobieren, Ideen immer wieder zu hinterfragen, auf unsere jeweiligen Stärken zu bauen und uns abwechselnd aus dem Loch zu ziehen, in das fast alle Architekturstudierenden früher oder später fallen. Ohne diese drei Frauen hätte mich das Studium überwältigt und ich hätte es kaum bis ins letzte Semester geschafft. Ich habe dank ihnen viel dazugelernt, auch – oder eigentlich insbesondere – menschlich.

Natürlich haben wir nicht immer harmonisch Händchen gehalten und alle kleinsten Details gemeinsam ausdiskutiert. Aber wir haben gelernt, wann es eine Diskussion braucht und wo man die Arbeit getrost verteilen kann. Eine andere Art der Effizienz. Ich sah die Diskussionen je länger je mehr nicht als lästiges Übel, sondern als Mittel, weiterzukommen. Dazu eignen sich langfristige Gruppenarbeiten aber auch einfach besser. Ich bin gespannt, wie sich nun das Studium im Master Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften wieder anfühlen wird. Vielleicht ist heute alles anders?

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