Nostalgie als Motivation
Weshalb ich Geschichte studiere

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Die Karlskirche in Wien veranlasst zu einer nostalgischen Reise in die Vergangenheit. (Bild: Luca Severin, unsplash)

«In hatte ich immer einen Fensterplatz», sagte meine Tante, als ich ihr von meinem Lieblingsfach erzählte. Warum sich Tagträumereien und das Studienfach Geschichte meiner Meinung nach nicht ausschliessen, erzähle ich hier.

Vor einigen Wochen rannte ich zusammen mit anderen Ratten auf dem Baugerüst der Wiener Karlskirche herum. In der Stadt wütete die Pest und Kaiser Karl der Sechste löste mit dem Bau sein Versprechen ein, als Dank für das Ende der Seuche ein Gotteshaus zu bauen. Nachdem wir das Dach der Karlskirche erreicht hatten, verwandelten wir uns in Gäste an einem Opernball und tanzten Walzer.

Dank neuer Erfindungen in die alte Welt reisen

Nein, es geht in hier nicht um eine Traumanalyse oder die Schilderung eines Drogentrips. Vielmehr war ich im Februar tatsächlich in Wien und nahm an einer Virtual-Reality-Tour zur der Stadt teil. Einige Teile der Führung bestanden darin, mit VR-Brillen ganz in die Vergangenheit einzutauchen. Am liebsten wäre ich noch viel länger im Ballsaal verblieben und hätte weitergetanzt.

Erinnerungen im Alltag

Ich bin ein nostalgischer Mensch. Nicht im Sinne von «früher war alles besser», aber wenn ich irgendwo eine Torte sehe, kann mich die Verbindung zur Sachertorte gleich dazu verleiten, für einige Zeit in die Erinnerungen an meine Wienreise abzutauchen. Mit dem Geschichtsstudium kann ich dieses Interesse ausbauen, denn ich habe nicht nur meine eigenen, sondern eine Fülle von Erinnerungen anderer Menschen zur Verfügung.

Geschichten aus dem Alltag

Geschichte ist für mich differenzierte Nostalgie. Quellen müssen kritisch analysiert und abgeglichen werden, damit daraus möglichst gesichertes Wissen entstehen kann. Aber ein Grund für meine Motivation an diesem Studienfach ist das Interesse an Menschen und ihrer persönlichen Geschichte und subjektiv wahrgenommenen Lebenswelt. Damit meine ich nicht die «grossen Menschen der Geschichte», die etwas Bahnbrechendes erfunden oder einen Berg zum ersten Mal bestiegen haben, sondern die Geschichten der «einfachen Leute». Medienschaffende würden es wohl «Menschen wie du und ich» nennen.

Hoffnung auf die Zukunft

In der Vergangenheit konnten die meisten Menschen ihre eigene Geschichte jedoch nicht weitergeben und wir können heute viele Lebenswelten höchstens erahnen. Aber nur schon dieses Erahnen scheint es mir wert, sich mit Quellen zu befassen. Zudem sorgen die neuen technologischen Möglichkeiten und gesellschaftlichen Errungenschaften hoffentlich dafür, dass in der Gegenwart und Zukunft alle Menschen ihre Geschichte erzählen können.

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