Optimismus dank der Uni Rezept gegen Verzweiflung: eine Portion Studium bitte!

19.04.2021, 11:01 Uhr 3 min Lesezeit 2 Kommentare
Wenn auch sicherlich aufregend – im alten Rom war wohl auch nicht alles besser. (Bild: Corinne Huwyler)
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Wenn auch sicherlich aufregend – im alten Rom war wohl auch nicht alles besser. (Bild: Corinne Huwyler)

In einer Welt voller schlechter Nachrichten brauchen wir Hoffnung. Gegen die Idealisierung der Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft hilft nicht nur eine Prise Humor, sondern auch ein Esslöffel Studium. Die Autorin erklärt, wie die Hoffnung an der Uni Luzern gefunden werden kann.

Manchmal lässt mich unsere Welt verzweifeln: Die Abholzung im Amazonas schreitet voran, die Coronapandemie dauert an und Krieg scheint die Menschheit sowieso auf immer und ewig zu begleiten. Auf der Suche nach Aufheiterung in der virtuellen Welt des Internets stosse ich dann nach spätestens drei Klicks auf einen Hasskommentar von Füdlifritz Wutbürger, dessen Aussagen mich sprachlos zurücklassen. Was für eine doofe Welt!

Wege aus der Hoffnungslosigkeit

Nebst dem Wissen, mit dieser zeitweisen Hoffnungslosigkeit nicht alleine zu sein, gibt es natürlich noch andere Strategien, diesem Gefühl zu begegnen: darüber reden, Gedanken aufschreiben, Musik hören, Sonne tanken, Freunde treffen usw. Seit ich studiere, habe ich ein weiteres Rezept gefunden: an die Uni gehen, respektive mich an die Uni zoomen.

Früher war’s nicht besser …

Da ich (leider zum Glück) keine 20 mehr bin, erwische ich mich manchmal selbst beim Gedanken, dass das Leben früher irgendwie besser war. Beispielsweise als es noch keine Smartphones gab. Dann wiederum lese ich fürs Studium Geschichten von Menschen, die fast bis zum Ende des 20. Jahrhunderts aufgrund von Zuschreibungen wie «liederlich» oder «unsittlich» einfach in irgendwelche Anstalten gesteckt werden konnten und praktisch keine Chance hatten, sich dagegen zu wehren.

Diese sogenannten «fürsorgerischen Zwangsmassnahmen» waren in der Schweiz bis 1981 gang und gäbe. Oder haben Sie gewusst, dass eine Schweizerin noch bis ins Jahr 1952 ihr Bürgerrecht verlor, wenn sie einen Ausländer heiratete? Für einige Frauen endete dieses Unrecht nur wenige Jahre zuvor mit dem Tod im Konzentrationslager, einfach, weil sie sich in einen jüdischen Mann verliebt hatten.

… und es wird auch nicht alles schlechter

Bezüglich der Zukunft kann ich aus dem Studium ebenfalls immer wieder positive Dinge mitnehmen. So haben wir letzthin in einem politikwissenschaftlichen Seminar zu erneuerbaren Energien vom «Haus 2050» in Kriens gehört, das ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig gebaut wurde. In diesem Haus kann man beispielsweise per Knopfdruck einstellen, dass die Waschmaschine dann läuft, wenn auf dem Dach genügend Solarstrom produziert wird. Wäsche mit der Sonne waschen und an der Sonne trocknen.

Dranbleiben!

Natürlich ist mir klar: Die Abschaffung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz bedeutet nicht, dass keine Menschen mehr zu Unrecht eingesperrt werden. Und nur weil in Kriens ein paar Menschen ihre Wäsche mit Sonnenenergie waschen, ist das Klimaproblem nicht gelöst. Aber Rom wurde schliesslich nicht an einem Tag erbaut. Das «Haus 2050» übrigens auch nicht.

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2 Kommentare
  1. E. R., 06.05.2021, 23:08 Uhr

    Ein schöner Text, der eine Gefühlslage (in die auch ich ab und zu falle) toll in Worte fasst!

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  2. Marc Mingard, 21.04.2021, 02:20 Uhr

    Die FZ wurden zum FFE und heute üblichen FU. Die Regeln blieben weitestgehend gleich.
    Haben Sie übrigens gewusst, dass Hoffnung von Erwartung kommt? Nein, wir brauchen keine Menschen die in einer „Hoffnungsblase“ leben, sondern Menschen die die Welt aktiv positiv mitgestalten. Das Hoffen es werde dann schon alles besser ist eine Ausrede, sich selber aus der Verantwortung zu ziehen. Besser wird es nur, wenn ich selbst mein Leben ändere. Jeden Tag, bei jeder Handlung, jedem Gedanken in jeder Sekunde!

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