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Das grosse Spiel
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Welche Uni-Mannschaften stehen sich gegenüber? (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Die Uni-Fakultäten im Fussballfieber Das grosse Spiel

3 min Lesezeit 10.05.2016, 09:34 Uhr

Im Fussballfieber zwischen den Spielen des FC Luzern, der EM-Vorbereitung und der Champions League, habe ich mich gefragt, wie wohl ein Spiel hier im Unigebäude aussehen könnte. Es gibt eigentlich nur eine Variante:

Heeeerzlichst willkommen, meine Damen und Herren, heute ist der GROSSE Finaltag. Es kommt zum langerwarteten Showdown an der Universität Luzern. Was für eine Stimmung hier, grossartig! Es ist ein vielversprechendes Derby: die Pädagogische Hochschule (PHLU) gegen die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät (KSF).

Wie hätte es auch anders sein können? Die Rechtswissenschaftler wollten lieber Schiedsrichter sein, als selber mitzuspielen, und die Theologen sehen ihre Aufgabe bei der Fanarbeit, welch ein Erlebnis! Es ist einfach unglaublich!

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Das Stadion ist ausverkauft, und jetzt, ich glaube, da kommen die Spieler! Die Fans begrüssen sie singend. Die Stimmung ist grandios, auch wenn Laudato Si’ als Hymne für mich noch etwas befremdlich wirkt. Doch was für ein andächtiger Moment! Die Mannschaften, wie sie da stehen und, wenn mich nicht alles täuscht, steht dort der Captain der Pädagogen im Wollpullover und singt die zweite Stimme … Im Kanon! … Was für eine Leistung, was für Emotionen!

«Ein relativ offensives ‹Gspörsch mi›-Spiel ohne wirkliche Torchancen.»

Mannschaftsaufstellung

Kommen wir aber noch kurz zu den Mannschaftsaufstellungen und den taktischen Ausrichtungen. Die PHLUer haben sich dafür entschieden, in keiner festen Formation zu spielen. Das wäre unfair, und der Gerechtigkeit zuliebe darf jeder einmal auf jeder Position spielen. Dabei erwarten wir von ihnen ein relativ offensives «Gspörsch mi»-Spiel ohne wirkliche Torchancen. Ihnen geht’s nicht ums Gewinnen, sondern um die Freude beim Lernen. Na dann, viel Spass!

Etwas komplexer sieht die Taktik bei der KSF aus, ein einfaches Spiel würde auch nicht ihrem Duktus entsprechen. Sie spielen ein defensives 4-1-3-2, das vor allem über Konter funktionieren soll, da ein sauberes Aufbauspiel kaum möglich sein wird. Viel zu schlecht funktioniert das Passspiel zwischen den einzelnen Seminaren, um über längere Zeit wirklich Druck machen zu können.

Sturm und Mittelfeld

Zuvorderst in der Sturmspitze stehen dabei die Kulturwissenschaften, da sie am ehesten fähig sind, Vorlagen der anderen Spieler anzunehmen. Kaum jemand wird aber einen Pass von ihnen zurücknehmen, womit nur der Abschluss bleibt. Daneben im Sturm steht die Geschichte, die es gewohnt ist, Bälle vor allem auf der rechten Seite zu erobern und in mythenbrechender Geschwindigkeit zurückzuschiessen.

«Die Wissenschaftsforschung, die methodisch jeden Ball zerpflücken wird, der nur in die Nähe kommt.»

Im zentralen Mittelfeld spielt dann die Soziologie, die eigentlich das Gefühl hat, dass sie jede Position besser als jeder andere spielen kann. Man erwartet von ihr im Aufbau ein interdisziplinäres Zusammenspiel mit Ökonomie am rechten Flügel und der Politikwissenschaft ganz links aussen. Etwas dahinter, im defensiven Mittelfeld, spielen dann die Ethnologen, wobei es mich wundernimmt, wie fest sie als teilnehmende Betrachter ins Spielgeschehen eingreifen werden.

Verteidigung

Gegen rechts wird die Judaistik mit Herzblut verteidigen, während daneben die Health Sciences als Innenverteidiger mit ihren Grätschen jenseits jeglichen gesunden Menschenverstands weiss, wo es richtig wehtut.

Links innen spielt die Wissenschaftsforschung, die methodisch jeden Ball zerpflücken wird, der nur in die Nähe des Strafraums kommt. Dabei sind wir gespannt, wie sie auf epistemischer Ebene mit der Philosophie zusammenspielt, die in der linken Verteidigung eigentlich das Aufbauspiel für die Politik machen müsste, es aber selten tut, dafür die Captain-Binde trägt, und über die Rundheit des Balles sinniert.

Im Tor stehen die Religionswissenschaften, das sollte aber kein grösseres Problem darstellen, da sie es gewohnt sind, dass ab und an scharf gegen sie geschossen wird.

Die beiden Mannschaften stehen in ihren Formationen bereit. Die Pädagogen haben ihre Wolltrainer durch ihr wunderschönes selbstgemachtes Batik-Dress ersetzt, während die KSF ganz in Pink, ach entschuldigen Sie, in Magenta aufläuft. Anspiel haben die PHLUer. Der Schiri setzt die Pfeife an und los geht’s … [Fortsetzung folgt]

Die Aufstellung der Uni-Mannschaften. (Bild: zvg. Peter Limacher / footballuser.com)

Die Aufstellung der Uni-Mannschaften. (Bild: zvg. Peter Limacher / footballuser.com)

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