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Auch wenn’s kaum einer tut: Zug ist bei Twint voll des Lobes
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Mit der App Twint kann man in der Stadt Zug künftig die Parkgebühren bezahlen. (Bild: zvg)

Zuger bezahlen Parkgebühren lieber mit Kleingeld Auch wenn’s kaum einer tut: Zug ist bei Twint voll des Lobes

3 min Lesezeit 1 Kommentar 23.01.2019, 07:29 Uhr

Seit einem halben Jahr kann man auf vielen Zuger Parkplätzen die Gebühren mit Twint bezahlen. Und obwohl die Funktion beim Parken noch selten genutzt wird, ist Stadtrat Urs Raschle vom System voll und ganz überzeugt. Ein möglicher Durchbruch aber könnte zu höheren Parkgebühren führen.

Seit letztem August kann in der Stadt Zug mittels Twint bargeldlos parkiert werden. Die App schoss mit rund 15’000 neuen Nutzern pro Woche im Dezember durch die Decke. Gleichzeitig wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Der erste Parkplatz wurde bei der Zuger Kantonalbank mit Twint ausgestattet. Inzwischen sind es fünf Standorte mit etwa 105 Parkplätzen. Von August bis Dezember wurden ungefähr 1’000 Transaktionen durchgeführt, sagt Stadtrat Urs Raschle auch Anfrage von zentralplus. Die meisten davon beim Bundesplatz, dort wurden die Parkplätze allerdings erst im November Twint-fähig gemacht.

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Mit Twint ins Schwarze getroffen

Dass somit nur etwa ein bis eineinhalb Prozent der Parkgebühren mittels Twint bezahlt wurden, stört Raschle wenig. «Ich glaube, mit Twint haben wir ins Schwarze getroffen», sagt er. Die App werde immer beliebter und er glaube deshalb an den Erfolg dieser bargeldlosen Parkmöglichkeit.

Der Stadtrat sei nicht zuletzt deshalb überzeugt, da das System theoretisch in der ganzen Schweiz funktionieren würde. Es müsse also nicht jede Stadt ihre eigene App erfinden.

«Es ist wichtig, dass man trotzdem noch mit Bargeld bezahlen kann.»

Urs Raschle, Vorsteher Departement Soziales, Umwelt, Sicherheit

Damit nicht genug des Lobes. «Heute hat fast jeder ein Handy, auf dem Twint läuft. Noch besser und wichtig ist es aber, dass man trotzdem noch mit Bargeld bezahlen kann», meint Raschle.

Schliesslich gäbe es immer noch einen signifikanten Anteil an Personen in unserer Gesellschaft, die nur mit Bargeld bezahlen würden. Auf diese müsse man auch Rücksicht nehmen. Es sollen schliesslich alle parken können, gibt Raschle zu bedenken.

5,46 statt 7 Franken

Ein weiterer Vorteil sei, dass man günstiger parkiere. Um keine Busse zu riskieren, wirft man bei der klassischen Parkuhr oft zu viel Geld ein. Nicht so beim Parkieren mit Twint, dort wird einem jener Anteil zurückerstattet, der an Parkzeit nicht aufgebraucht wurde.

«Ich habe letztes Mal 5,46 Franken statt etwa 7 Franken bezahlt», sagt Raschle. Ausserdem sei es für Leute toll, die nur ganz kurz parken möchten. «Wer rasch etwas in einem Geschäft abholen muss, zahlt dann vielleicht 5 und nicht die obligaten 50 Rappen», erzählt Raschle begeistert.

Tiefe Kosten trotz Abgaben

Dem Stadtrat – und nicht zuletzt der Bevölkerung – ist daran gelegen, dass sich das neue Parkzahlsystem finanziell lohnt. Doch auch bezüglich der Anschaffungskosten äussert sich Raschle positiv. «Bei einem System mit NFC – wie bei Kredit- und EC-Karten üblich – hätten wir pro Parkuhr mehrere Hundert Franken investieren müssen», so Raschle. «Bei Twint mussten wir einzig den Server zahlen, den wir für dieses System brauchen. Die Kleber an den Parkuhren haben quasi nichts gekostet», erklärt er weiter.

Die Stadt gebe einen ganz kleinen Prozentsatz jeder Transaktion an Twint ab. «Das ist aber auch fair, weil Twint die Verantwortung hat, dass das System stabil läuft», meint der Stadtrat. Er ist froh, dass man sich dazumal nicht übereilt für ein System mit funkbasierter Handykommunikation wie NFC entschieden habe.

In Zukunft könnten geringere Einnahmen zum Problem werden

Dass man nur genau für die Zeit einen Parkplatz zahlt, während der man ihn auch nutzt, ist zwar für den Nutzer toll. Gleichzeitig nimmt jedoch die Stadt weniger Geld ein. Das sei bis anhin noch kein Problem, so Raschle. Aber sobald die Mehrheit mit Twint parke, müsse man das nochmals anschauen. «Wir sind ja aber auch nicht hier, um Geld mit den Parkplätzen zu verdienen. Wir decken lediglich die Kosten», erklärt er weiter.

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 23.01.2019, 11:55 Uhr

    Natürlich lieben Politiker alles was den Bürger überwacht. So weiss der Staat genau wo man parkt und kommt jetzt nicht mit dem Märchen von der Trennung von private Unternehmen und Staat