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Wo Luzerner am Tisch schon bald ihr veganes Fondue köcheln können
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Wirt Hans P. Wanner präsentiert mit einer Mitarbeiterin einen Teil des Fonduebuffets. Die Buffets sollen eines der diversen speziellen Angbote sein. (Bild: bic)

«Du Pont» bietet neue Arten des Fondueessens Wo Luzerner am Tisch schon bald ihr veganes Fondue köcheln können

6 min Lesezeit 1 Kommentar 06.04.2018, 12:29 Uhr

Der Wirt des neuen Fondue House «Du Pont» hat Grosses vor. Auf die Gäste warten dutzende Fonduevariationen – ganz ohne Alkohol und sogar vegan. Beim Kochen wird man aber auch selbst Hand anlegen können. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann den speziellen Käse danach gleich in der neuen Boutique im Erdgeschoss kaufen.

Es erinnert nur noch wenig an den ehemaligen Nachtclub am Reussufer Unter der Egg. Anstatt auf leichtbekleidete Damen im schummrigem Licht, trifft man an diesem Nachmittag auf Familien und Touristen die mit bestem Ausblick auf die Reuss und die Jesuitenkirche um verschiedene dampfende Töpfchen stehen.

Seit Februar wird im ehemaligen Luzerner Stripteaselokal «Du Pont» Fondue aufgetischt. Im Moment ist das Lokal noch eine Art Pop-up-Beiz, in welchem verschiedene kleine Events den künftigen Gästen das Angebot präsentieren (zentralplus berichtete). Geht es nach Wanner, soll es im November aber richtig losgehen.

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Verschiedene Events im Sommer

Nach einem Tag der offenen Tür Ende März gibt es im «Du Pont» im April zweimal unter der Woche spezielle Schlager- und Oldie-Parties. «Diese Anlässe richten sich vor allem an die Ü40-Generation», sagt Wanner. Ein DJ wird zweimal die Woche Musik von den 60er bis 90er Jahren auflegen. Einstimmen kann man sich mit einem Fondue.

Die Gäste erwartet eine Art Karaoke-Anlass, auch wenn es Wanner nicht so nennen will. Dafür wird eine Leinwand aufgestellt, auf welcher die Songtexte angezeigt werden. «Ich glaube es ist etwas spezielles, wenn man nicht nur zuhören und tanzen, sondern auch mitsingen kann», so Wanner.

Zahlreiche Variationen

Wenn man mit Hans P. Wanner spricht, merkt man sofort, dass der 68-Jährige hier etwas bewegen und aufbauen will. Dafür investiert er viel Zeit und Energie. Während des Sommers wird er noch zahlreiche weitere kleine Veranstaltungen durchführen. «Die Leute sollen merken und vor allem wissen, dass sich hier etwas tut», sagt Wanner bestimmt. In welchem Rahmen sich die Anlässe bewegen werden, kann er aktuell aber noch nicht sagen.

Doch weshalb sollte das «Du Pont» auch nach dem Pop-Up-Betrieb ein Erfolg sein? «Im Fondue liegt noch sehr viel verborgenes Potenzial», sagt Wanner. Neben dem Käsefondue hat er dabei vor allem die asiatische Küche vor Augen.

«Viele der Fonduekreationen sind komplett vegetarisch oder sogar vegan.»

Hans P. Wanner, Wirt Fonduehouse «Du Pont»

«Die Basis für die asiatischen Fondues ist die Sauce. Hier sind bis 20 verschiedenen Variationen möglich», erklärt er. So wird es künftig beispielsweise Thai, Satay oder chinesische Fondues geben. Das Essen kann dafür in verschiedenen Suppen oder im Öl gebraten werden.

Auch Veganer willkommen

Damit hat Wanner Erfahrung. Im «Asian Fondue House» in seinem Hotel an der Falkengasse bietet er schon seit einigen Jahren entsprechende Gerichte an. Nun soll das Angebot aber noch ausgeweitet werden.

«Viele der Fonduekreationen sind komplett vegetarisch oder sogar vegan.» So könnten die Gäste zum Beispiel Broccoli oder Pilze in die Suppe im Fonduetopf tauchen. Das gewünschte Fondue kann individuell bestellt werden.

«Auf diese Weise kommen bei uns alle auf Ihre Kosten.» Auch Gruppen, deren Mitglieder die unterschiedlichsten Essgewohnheiten aufweisen, erhielten so ein gemeinsames Fondueerlebnis. «Und man kann es auch im Sommer essen», ergänzt Wanner.

Künftig kein Alkohol im Käsefondue

Doch Wanner denkt sogar noch weiter. «Wir werden immer wieder von besorgten Eltern gefragt, ob im Fondue Alkohol enthalten ist», sagt er. Deshalb sei man versucht, das Fondue künftig nicht auf Basis von Weisswein zu kochen, sondern lediglich mit Wasser. 

«Wir können unsere Käsefondues so auch bei Muslimen anpreisen», so der Wirt. Insbesondere Touristen aus dem arabischen Raum könnten in dieser Hinsicht also interessant sein.

Damit das Käsefondue trotz Verzicht auf Alkohol wie ein solches daherkommt, steht Wanner in Kontakt mit seinen Lieferanten. Für seine Fondues bezieht Wanner Käse aus einer Alpkäserei auf dem Urnerboden. Die Bergbauern müssen also einen speziellen Käse herstellen, der sich im Wasser gleich verhält wie im Alkohol. «Hier sind wir auf gutem Weg», sagt Wanner.

Gesund und ausgewogen

Es wird rasch klar: Wanner geht mit der Zeit, lässt Altes hinter sich und passt sich neuen Trends und den Lebensgewohnheiten der Leute an. Jedoch ohne dabei die Tradition aus dem Fokus zu verlieren.

So sollen seine Fondues nicht nur teilweise vegan, sondern auch «ausgewogen, schmackhaft und abwechslungsreich» zugleich sein. Und auch hier spielt wiederum die Zusammenarbeit mit den Käsern vom Urnerboden eine zentrale Rolle.

«Wenn vier Leute am Tisch sitzen, hat man am Schluss vier unterschiedliche Fondues.»

«In unseren Käsefondues werden viele Omega-3 und Omega-5 Fettsäuren enthalten sein», erklärt Wanner. Milch, die besonders viele dieser gesunden Stoffe enthält, lässt sich erst ab einer Höhe von zirka 1’350 Metern über Meer herstellen. Dies ist auf dem Urnerboden, der grössten Alp der Schweiz, der Fall.

«Cheese-Contests»

«Als spezielle Events wird es im Du Pont künftig so genannte ‹Cheese Contests› geben», sagt Wanner lachend. Dieses Angebot richte sich speziell an kleinere Gruppen. Das Prinzip ist ganz einfach: Die Leute erhalten alle ein Caquelon mit heissem Wasser und den vorbereiteten Käse. So können alle ihr Fondue nach ihren Vorstellungen und ihrem Geschmack gleich am Tisch köcheln. 

Dazu können sie die zur Verfügung gestellten Gewürze nach eigenem Gusto verwenden. Dies führe zu interessanten und oft auch spassigen Ergebnissen «Wenn vier Leute am Tisch sitzen, hat man am Schluss vier unterschiedliche und vor allem sehr individuelle Fondues, die man dann gegenseitig teilen kann», so Wanner.

Spezielle Fondue-Buffets

Für grössere Gruppen gibt es auf Reservation auch noch ein weiteres spezielles Angebot. Aktuell bietet Wanner zu Degustationszwecken eine Art Fonduebuffet an. Dabei gehen die Leute wie bei einem herkömmlichen Buffet von Tisch zu Tisch und können an verschiedenen Orten ein Brot in den Käse tauchen oder ein Stück Fleisch oder Gemüse bruzeln.

Hier wird Hans P. Wanner künftig den Fonduekäse auch verkaufen: Die Boutique im Erdgeschoss des Fondue House «Du Pont».

Hier wird Hans P. Wanner künftig den Fonduekäse auch verkaufen: Die Boutique im Erdgeschoss des Fondue House «Du Pont».

(Bild: bic)

«Die Leute sollen dadurch miteinander ins Gespräch kommen. Diskussionen rund um das Fonduetöpfchen können oft sehr erheiternd sein. Vor alllem wenn jemand etwas darin verliert», so Wanner schmunzelnd.

Den Käse gibt’s auch in der Boutique

Neben dem Restaurantlokal wird Wanner künftig auch die Boutique im Erdgeschoss des Gebäudes betreiben. Unter dem Namen des eigens dafür gegründeten Labels «Alps since 1291» wird der Laden die Produkte seiner Zulieferer anpreisen.

«Dies ist eine Art Marketingkonzept für die Ware in der Stadt», erklärt Wanner. Folglich würden direkt auch die Käser und Bergbauern profitieren. Denn diese hätten es schwer, ihre Produkte auch im Flachland an den Mann zu bringen.

Noch viel Arbeit vor sich

«Die grössten Herausforderungen sind im Moment allerdings nicht gastronomische sondern architektonische», erklärt Wanner. So sei etwa die Belüftung des Lokals aktuell gerade so ausreichend. Ob dies indes auch in Zukunf der Fall sein wird wenn das Restaurant in vollem Betrieb ist, müsse sich weisen.

Was Wanner aber sicher in Angriff nehmen muss, ist die Belüftung der Boutique im Erdgeschoss. Hier steht er in Kontakt mit dem Hauseigentümer, da die Installation sehr aufwendig und entsprechend teuer ist.

Wie es sich im Lokal anfühlen wird, wenn dereinst dutzende Gäste die Fonduegabel schwingen, zeigt sich ab November. Der Geschmack am Tag der offenen Tür liess jedenfalls schon mal einige Vorfreude aufkommen. 

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1 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 06.04.2018, 15:09 Uhr

    Für mich ist das einfach nur perverser Fanatismus