Hans P. Wanner in seinem zukünftigen «Fondue House» im «Du Pont». (Bild: jwy)
Regionales Leben Gastronomie Fasnacht

Hans P. Wanner in seinem zukünftigen «Fondue House» im «Du Pont». (Bild: jwy)

Berghütten-Style statt Spiegelglas und Ledersofas im «Du Pont»

7min Lesezeit

Der Nachtclub «Du Pont» ist seit zwei Jahren geschlossen, nichts passierte im Lokal an der Reuss. Nun eröffnet dort bald ein «Fondue House», dahinter steckt ein altbekannter Gastro-Unternehmer. Bereits an der Fasnacht will er als Pop-up starten. Mit dem neuen Lokal greift er auch Bergbauern unter die Arme. 

«Lucernes Number one Gentle Men's Club» stand bis vor wenigen Tagen noch am Eingang des «Du Pont». Doch Stripshows finden hier im Haus Unter der Egg schon lange nicht mehr statt. Seit zwei Jahren steht das Lokal an bester Reusslage bereits leer.

Nun wird im historischen Lokal aber wieder auf Hochtouren gearbeitet. Hotelier Hans P. Wanner eröffnet hier bald sein «Fondue House», das sich auf Käse- und Fleisch-Fondue-Spezialitäten konzentriert (zentralplus berichtete). Das Hochglanz-Bar-Ambiente aus Glas und Metall soll einer urchigen Hütten-Atmosphäre weichen. Vorstellen kann man sich’s noch kaum, wenn man das Lokal mit lauter Spiegelglas und weissen Ledersofas betritt.

Schon an Fasnacht offen

Das Ziel ist sportlich: Bereits auf die Fasnacht hin am 8. Februar soll die Beiz vorerst als Pop-up eröffnen – also als provisorische Beiz. Dafür werden jetzt die ersten Arbeiten erledigt. Die Turn-Stangen der Tänzerinnen sind schon weg, Löcher in der Decke erinnern noch daran. Drei Tonnen Holz von alten Podesten hätten sie in den letzten Tagen rausgerissen. «Und im Keller haben wir noch drei Flaschen Champagner gefunden», sagt Wanner und lacht.

Die Aussicht auf die Stadt ist vom «Du Pont» grandios.
Die Aussicht auf die Stadt ist vom «Du Pont» grandios. (Bild: jwy)

Eine Lizenz für den Getränkeausschank hat das Lokal bereits, ebenso eine Bewilligung, um theoretisch täglich bis vier Uhr geöffnet zu haben (was aber nicht das Ziel ist). Jetzt werden die nötigsten Arbeiten erledigt, um bald als Provisorium mit einem beschränkten Essensangebot zu starten.

«Ich bin jetzt im Gastro-Olymp angekommen.»

Hans P. Wanner, Hotelier

Alte Beizentische stehen bereits im Raum, das farbige Neonlicht muss noch weichen und Kücheninventar muss her. Definitiv eröffnen mit neuem Design will Wanner erst im Dezember, im November soll der grosse Umbau stattfinden.

Im Gastro-Olymp

Hans P. Wanner ist kein Unbekannter, er führt mit dem Falken das laut eigener Aussage «kleinste Hotel der Stadt» – und dort im ersten Stock bereits ein kleines «Fondue House» (den Namen hat er übrigens schützen lassen). Jahrelang hat er nach einem grösseren Lokal gesucht und etliche Räume angeschaut, seit er sein Original-Fondue-House in der Eisengasse 2015 nach einem Rechtsstreit mit dem Hausbesitzer nach über 20 Jahren schliessen musste (zentralplus berichtete).

Nun wurde er also im «Du Pont» fündig, er habe einen langfristigen Mietvertrag unterschrieben. «Ich bin jetzt im Gastro-Olymp angekommen», sagt er stolz.

Doch wieso zuerst ein Pop-up und nicht gleich mit dem Umbau beginnen? «Wir wollen uns zuerst einfühlen und das richtig planen», sagt Wanner. Weil aber die Mietkosten per sofort anfallen, will und kann er nicht zuwarten.

Es muss noch einiges getan werden, bis hier Fondue-Atmosphäre herrscht.
Es muss noch einiges getan werden, bis hier Fondue-Atmosphäre herrscht. (Bild: jwyv)

Die grosse Planungs- und Umbauarbeit stehe erst noch bevor, vieles ist noch offen – etwa ob das Fumoir mit Bar bestehen bleibt oder nicht. Eine Idee von Wanner: Ein Teil des Lokals soll im «Retro-Alphütten-Style» daherkommen, der andere in modernem, elegantem Design, «so dass Gäste wählen können, auf welcher Seite sie speisen möchten».

Ziel ist, dass er auch das Parterrelokal dazumieten kann, um im Sommer den Aussenplatz zu nutzen. Dies, um den Gastro-Boulevard am Rathausquai noch zu verlängern und die Altstadt weiter aufzuwerten. In der Beiz selbst rechnet Wanner mit rund 80 Sitzplätzen.

Genossenschaft für Bergprodukte

Fondue-Beizen gibt es nicht zu wenige in Luzern. Wie will Wanner Touristen und Einheimische ins «Du Pont» locken? Er vertraut da ganz auf seine langjährige Erfahrung und auf sein Know-how für Käse und Fleisch. Für seine Produkte arbeitet er mit Bergbauern zusammen, Marken wie das Tell-Fondue und -Raclette hat er schützen lassen. Dazu kommt das Segantini-Bündnerfleisch, das nach eigenem Rezept in Savognin gebeizt und getrocknet wird.

Hans P. Wanner mit den Logos seiner geschützten Käse- und Fleischspezialitäten.
Hans P. Wanner mit den Logos seiner geschützten Käse- und Fleischspezialitäten. (Bild: jwy)

Die Zusammenarbeit mit den Bergbauern will Wanner nun mit dem neuen Lokal intensivieren: Er gründet eigens die Genossenschaft «Alp’s since 1291» für «handwerklich gefertigte, authentische und gute Produkte» – Käse, Trockenfleisch, Kräuter, Butter oder Alpenbitter. «Wir wollen mehr Alpkäse ins Tal bringen», sagt Wanner, denn von Marketing hätten die Bergbauern wenig Ahnung, ihnen will er damit unter die Arme greifen.

Ein Tisch für Genossenschafter

Wer Anteilscheine kauft, erhält die Produkte zu Spezialpreisen und es wird immer ein reservierter Tisch im «Fondue House» für Genossenschafter bereitstehen.

Und ein weiterer Punkt spricht aus Wanners Sicht fürs neue «Fondue House»: Wer vor der grossen Glasfront steht und das Panorama von der Kapellbrücke bis zur Jesuitenkirche sieht, kann sich gut vorstellen, dass das hier ein Touristenmagnet werden könnte.

Von der Tanzstange im ehemaligen Striptease-Lokal zeugt noch das Loch in der Decke.
Von der Tanzstange im ehemaligen Striptease-Lokal zeugt noch das Loch in der Decke. (Bild: jwy)

Aber Wanner setzt durchaus auch auf Einheimische – jedenfalls im Winter. «Von Polterabenden oder Geschäftsessen erhoffe ich mir einiges», sagt er. «Hier soll man auch mal auf die Stühle stehen und singen können – es hat durchaus etwas Burschikoses.»

Nun sucht Wanner noch Personal sowie einen Geschäftsführer, der 68-Jährige selbst will hier lediglich den Startschuss geben und sich nach drei Jahren zurückziehen. «So lange habe ich mir Zeit gegeben, dann soll das hier ein anderer übernehmen.»

Eingang zum Lokal im ehemaligen Nachtclub «Du Pont».
Eingang zum Lokal im ehemaligen Nachtclub «Du Pont». (Bild: jwy)

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Regionales Leben