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«Wir schaffen sicher keine Airbnb-Polizei»
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Das Steueramt mahnt Airbnb-Vermieter: Anpassung der Kurtaxe und die Einkommenssteuer bitte nicht vergessen. (Bild: screenshot)

Luzern erhöht Kurtaxe – auch für Alternativhotels «Wir schaffen sicher keine Airbnb-Polizei»

3 min Lesezeit 14.02.2017, 14:41 Uhr

Gut 200 Private und Hotelbetriebe vermieten in Luzern über die Online-Plattform Airbnb Zimmer oder Wohnungen. Sie alle müssen sicherstellen, dass Airbnb bald 40 Rappen mehr Kurtaxe pro Gast und Nacht erhebt. Und die Steuern dürfen sie natürlich auch nicht vergessen.

Bequem für die Stadt Luzern: Die Kurtaxen, die Touristen bezahlen, wenn sie ihr Zimmer oder ihre Wohnung auf Airbnb finden, zieht der Online-Vermittlungsdienst gleich schon bei der Buchung ein. Wie viel allerdings pro Gast und Nacht zur Überweisung an die Stadt Luzern anfällt, müssen die Zimmer- oder Wohnungsvermieter der Plattform selber mitteilen. Denn diese müssen die Kurtaxe auch selber an die Stadt weiterleiten.

Nur tun dies aber nicht immer alle. «Wir haben verschiedentlich festgestellt, dass dies vergessen geht», sagt David Schär, der Leiter des städtischen Steueramts. Seine Abteilung kassiert in Luzern auch die Kurtaxen.

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Ab zur Surfkontrolle

Er hat nun einen willkommenen Anlass, um diese Steuerpflicht allen Anbietern in Erinnerung zu rufen. Die Kurtaxe und Beherberbungsabgabe steigt am 1. April um 40 Rappen auf 2.80 pro Gast und Nacht. Denn auf dieses Datum hin erhöht die Stadt ihre Beherbergungsabgabe, mit der sie das Tourismusmarketing finanziert.

Wie man die Steuererklärung ausfüllt

Privatpersonen deklarieren die Einnahmen aus Übernachtungen in der Steuererklärung als weitere Einkünfte, wie das Steueramt der Stadt Luzern mitteilt. Ist der Übernachtungsanbieter Mieter, dann trägt er unter der Ziffer 166 der Steuererklärung zwei Drittel der Bruttoeinnahmen ein und legt der Steuererklärung eine Aufstellung der Bruttoeinnahmen bei. Der Abzug von einem Drittel berücksichtigt die entstandenen Kosten, den Mietzinsanteil sowie die Abnützung der Wohnungseinrichtung. Wer hingegen als Eigentümer der Unterkunft Übernachtungen anbietet, deklariert die Einnahmen im Liegenschaftsverzeichnis.

Weil nun alle 200 Airbnb-Anbieter diese Preiserhöhung der Plattform mitteilen müssen, werden sie dazu in einem Brief angeschrieben. Ansonsten überwachen Mitarbeiter im Kundendienst des Steueramts, ob die Touristik-Anbieter ihre Übernachtungsgebühren abliefern – und zwar indem sie auf der Homepage des Unternehmens umhersurfen.

«Keine Airbnb-Polizei»

«Wir schaffen sicher keine Airbnb-Polizei», sagt Schär. «Aber die Aufgabe, die Entrichtung der Kurtaxe sicherzustellen, nehmen wir an.» Neben grösseren Anbietern würden auch viele kleinere bei Airbnb inserieren und Erträge erwirtschaften, die kaum ins Gewicht fielen. «Deswegen tun wir dies mit Augenmass», sagt Schär. Das bedeutet einen Aufwand, den Schär für den gesamten Bereich der Kurtaxen mit 20 bis 40 Stellenprozenten beziffert. «Wir haben auch nicht unbeschränkte Ressourcen», meint er entschuldigend.

Durchs Verwalten und Kassieren der Kurtaxen hat das Steueramt gleich schon die Information, wer als Zimmervermieter auf städtischem Boden Geld verdient hat – und legt eine Notiz in das entsprechende Dossier. Denn die Einnahmen sind ganz normal zu versteuern – auch von Privaten.

Fünf Jahre muss man archivieren

Die Meldepflicht bei Airbnb ist nicht der einzige bürokratische Aufwand, der anfällt, wenn man seine WG-Pritsche über Airbnb an Backpacker vermietet. Mindestens einmal pro Jahr sollten sie dem Steueramt eine Aufstellung der Übernachtungen zustellen – worauf das Steueramt eine Rechnung für die Kurtaxen nach Hause schickt.

Es gibt noch mehr Papierkrieg: Übernachtungsanbieter müssen ausserdem die Bestimmungen der Verwaltungspolizei zur Gästekontrolle beachten. Sie haben von den Reisenden anhand eines Ausweises einen Meldeschein ausfüllen und unterschreiben zu lassen. Diesen müssen sie dann fünf Jahre lang zuhanden der Polizei aufbewahren. Immerhin kann man die Meldescheine digital aufbewahren – Papierberge anzuhäufen, ist nicht obligatorisch.

Als Zückerli gibt es Gästekarten

Als Gegenleistung und gegen Vorweisen der Kurtaxenrechnung gibts für die Zimmeranbieter Gästekarten. Damit können ihre Kunden von verschiedenen Vergünstigungen rund um Luzern profitieren. Oftmals sind das Vergünstigungen im Bereich von 10 bis 20 Prozent auf Dienstleistungen und Tickets.

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