Verkehr & Mobilität

Sieben Punkte, die du wissen musst
Mit Velo und Zug in die Osterferien? Das musst du wissen

  • Lesezeit: 5 min
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Damit die Reise mit dem Velo im Zug entspannt verläuft, solltest du einige Punkte beachten. (Bild: SBB / Claudia Link)

Velofahren wird in der Schweiz immer beliebter und gerade die Osterferien eignen sich bestens für eine Fahrradtour. Planst du dazu eine Reise im , musst du sieben Punkte beachten – sonst wirst du womöglich auf dem Perron stehengelassen.

Velofahren boomt in der Schweiz. Nicht erst, aber spätestens seit der Corona-Pandemie so richtig. Hoch im Kurs stehen bei Velofahrerinnen die Osterferien. Das Wetter ist angenehm, nicht zu heiss, aber auch nicht zu kalt, und die Natur lockt mit ihrer vollen Blütenpracht. Höchste Zeit, dem einen Frühlingsputz zu verpassen und sich auf den Sattel zu schwingen (zentralplus berichtete).

Allerdings ist es nicht besonders spannend, immer in derselben Region herumzukurven. Warum also nicht das Fahrrad in den hieven und die Velotour ganz woanders starten? Beispielsweise im Tessin oder in der Westschweiz?

Allerdings bist du mit dieser Idee nicht die Einzige. Denn die Zahlen der SBB zeigen, dass immer mehr Menschen mit dem Velo im Zug reisen. Die Zahl der verkauften Velotageskarten ist seit 2018 von rund 300’000 auf 400’000 im Jahr 2021 angestiegen. Die Zahl der Reservationen für den Velotransport hat sich seit 2019 sogar verdoppelt.

Damit du also stressfrei mit dem Velo in die Osterferien fahren kannst, solltest du folgende sieben Punkte beachten:

1. Muss ich den Platz fürs Velo reservieren?

Grundsätzlich gilt: Erscheint im Onlinefahrplan ein Symbol «Veloreservierung», braucht es eine Reservation. Davon sind die Intercityzüge im Schweizer Zugnetz betroffen. Auf folgenden Strecken musst du einen Platz für dein Velo reservieren:

  • Falls du von Zug oder Luzern durch den neuen Gotthard-Basistunnel ins Tessin willst. Die Strecke ab Luzern ins Tessin ist gemäss Veloreservationen eine der beliebtesten Zugstrecken für Velofahrerinnen.
  • Für deinen Ausflug in die Westschweiz: Für den Zug zwischen Rorschach und Genf sowie den Intercity zwischen Basel und Biel besteht ebenfalls eine Pflicht, einen Veloplatz zu reservieren.
  • Auf allen weiteren Intercityzügen, zum Beispiel auf dem Weg in Richtung Graubünden oder ins Wallis, besteht an den Wochenenden sowie an allen Feiertagen eine Reservationspflicht. Gerade bei den Strecken nach Chur und Brig handelt es sich ebenfalls um beliebte Velo-Zug-Strecken.
  • Willst du mit dem Velo im Zug ins Ausland, musst du immer einen Platz für dein Velo reservieren.

2. Wo muss ich nicht reservieren?

Im Regionalverkehr sowie auf den Interregiozügen kannst du Velos ohne Reservation transportieren. Von Luzern kommst du zum Beispiel mit dem Zug nach Bern, Basel Zürich oder Locarno, ohne einen Platz zu reservieren. Auch von Zug gelangst du ohne Veloreservation problemlos nach Zürich oder Bellinzona.

3. Was ist, wenn mein reservierter Platz besetzt ist?

Keine schöne Vorstellung: Nach einer anstrengenden Velotour willst du nur noch nach Hause und unter die Dusche. Vorbildlich hast du einen Veloplatz im Zug reserviert – doch er ist schon besetzt. Was tun?

SBB-Sprecher Martin Meier rät: «Am besten suchen Sie die Person, die das Velo besitzt, und sprechen sie darauf an. Unser Personal hilft Ihnen gerne dabei, es ist jedoch gerade an Tagen mit hoher Nachfrage nicht möglich, dass die Kundenbegleiterinnen überall sein können.» Die Züge seien bis zu 400 Meter lang, doppelstöckig und werden lediglich von zwei Personen begleitet. Die entsprechende Person zu finden, dürfte unter diesen Umständen nicht ganz einfach werden.

4. Was ist, wenn ich keinen Platz reserviert habe?

Manche dürften folgendes Szenario kennen: Man steigt nichtsahnend und ohne Veloreservation in den Zug. Darf man das? Oder macht man mich unabsichtlich sogar strafbar?

Wenn es genügend Platz hat, ist das kein Problem. Merkt es die Zugbegleiterin, ist allerdings ein Zuschlag von zehn Franken fällig. Problematisch wird es, wenn der Platz im Anschluss benötigt wird. SBB-Sprecher Meier: «Sollte der Veloplatz von einer Kundin oder einem Kunden mit Velo benötigt werden, dann müssten Sie den Zug verlassen.»

5. Kein Platz mehr – doch ich fahre trotzdem mit

Auch diese Variante ist nicht unwahrscheinlich: Du willst mit dem Velo in den Zug steigen, doch es hat keinen Platz mehr. Ist dem Autor persönlich schon passiert. «Irgendwie quetsche ich mein Velo da schon rein», dachte ich mir. Damit löste ich leider einen halben Nervenzusammenbrauch bei der Person aus, die den Veloplatz offiziell reserviert hatte.

Natürlich war diese Person im Recht. Irgendwie arrangierten wir uns mit unseren überzähligen Velos dann aber doch. Hätte ich also ernsthaft auf die Mitfahrt verzichten sollen? Ja, gemäss Martin Meier: «Wenn der Zug ausgebucht ist respektive, wenn alle Veloplätze belegt sind, können keine weiteren Kundinnen mit Velo befördert werden», lautet die schlichte Antwort des SBB-Sprechers.

6. Warum stellt die SBB nicht mehr Plätze zur Verfügung?

Besagter Vorfall unter Punkt 5 fand am Sonntag eines wunderschönen Auffahrtswochenendes statt. Natürlich war der Zug bis auf den letzten Platz voll. Doch im ganzen Zug hatte es lediglich knapp zehn Veloplätze. Wenig überraschend reichte das hinten und vorne nicht. Warum stellt die SBB nicht einfach mehr Plätze zur Verfügung?

Martin Meier entgegnet, dass die SBB genau dies in den letzten Jahren gemacht hat. Zu Stosszeiten gibt es auf der Strecke nach Brig mittlerweile rund 40, nach Chur rund 30 Veloplätze. Das SBB-Personal kann zudem auch die Gepäckabteile für die Velos öffnen, dann kommen bis zu 20 weiteren Plätze hinzu. Zu diesem Zweck setzen die SBB für die Velosaison 2022  auf über 1000 Zügen zusätzliches Personal ein, das die Passagiere beim Ein- und Ausladen von Velos in die Gepäckabteile unterstützt.

Knapp bleiben die Veloplätze hingegen auf den beliebten Strecken von Basel und Zürich ins Tessin, die über Luzern und Zug führen. Auf diesen Zügen gibt es 20 Plätze für Velos – was an schönen Feiertagen zu Engpässen führen könnte.

7. Trick 77: Ich miete ein Velo

Wer sich nicht mit solchen Problemen rumschlagen, aber dennoch auf eine Velotour möchte, hat weitere Optionen. Entweder das Velo als Gepäckstück aufgeben oder im Bahnhof am Ende der Zugreise ein Velo mieten. An über 20 SBB-Bahnhöfen können Mietvelos ausgeliehen werden. Das Beste daran: Du kannst das Velo auch an einem anderen Bahnhof abgeben, falls deine Velotour nicht am selben Ort endet, wo sie begonnen hat.

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