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Swiss Music Awards: There’s something about Hazel
  • Kultur
Die Swiss Music Awards im KKL wurden pompös inszeniert. (Bild: Marco Masiello)

Abgespeckter Grossanlass im KKL Swiss Music Awards: There’s something about Hazel

4 min Lesezeit 29.02.2020, 08:30 Uhr

Wenn die Cervelat-Prominenz sich am Bahnhof Luzern tummelt, dann ist die 13. Ausgabe der Swiss Music Awards in der Leuchtenstadt angesagt. Nachdem die Besucherzahl auf Bundesrat-akzeptable 999 heruntergestuft wurde, konnte der Anlass im KKL doch durchgeführt werden.

Ein Betonmischer-Lastwagen fungierte als überdimensionale Discokugel und die geladenen Gäste fungieren als Plauder-Partner für den übermotivierten DJ. «Hey Marc Sway, dich hab ich letztens im Ausgang getroffen», gibt es zu hören, gepaart mit verlegenem Lachen, und so beginnt das Einlaufen der nominierten und nicht nominierten Künstler und Künstlerinnen in das KKL.

Das obligate Händeschütteln und Umarmen liess man sich auch nicht durch ein potenzielles Virus verbieten und auch sonst merkte man nicht wirklich etwas von drohender Ansteckungsgefahr. Die Musikschaffenden waren gut gelaunt und gut angezogen. Punkt 19.45 Uhr erklang der KKL-Gong und die Show konnte beginnen.

Loredana findet: «Nicht der krasseste Preis»

Durch das ganze Preisverleihungsverfahren zog sich die Frage, ob man mit dem Gewinn gerechnet hatte. Einige waren völlig überrascht, einige waren gar nicht überrascht. Stefan Eicher fragte sich, ob er den «Outstanding Achievement»-Award auch wirklich verdient habe und Loredana findet den Preis eigentlich nicht den krassesten Preis, den sie je bekommen hat.

Durchs Programm führte dieses Jahr zum ersten Mal Hazel Brugger und die herben Sprüche und der schwarze Humor der Zürcherin brachten eine angenehme Lockerheit in den Verlauf des Abends, der ansonsten doch sehr verhalten war. Nach den Coronavirus-Witzen, die selbstverständlich gebracht werden mussten, nahm sie wie zu Beginn versprochen kein Blatt vor den Mund.

Antipathie gegenüber der Veranstaltung spürbar

Im Allgemeinen schien bei vielen Beteiligten allerdings eine gewisse Antipathie gegenüber der ganzen Veranstaltung zu herrschen. Baze, der von Endo Anaconda den Artist Award überreicht bekam, hat «druf gschisse», dass diese Art von Veranstaltung sonst nicht so sein Ding wäre und wollte doch nicht auf den Preis verzichten. Loco Escrito bezeichnet die Veranstaltung während seiner Dankesrede als unorgansiert: «Ich han bis vor zwei täg nöd gwüsst, öb mini Familie überhaupt chan cho.»

Stephan Eicher, der für sein Lebenswerk mit einem Betonklotz belohnt wird, hatte schon im Vorfeld seine Kritik kundgetan, hatte sich aber mit einem Konzert am Abend zuvor dazu bestechen lassen, dem Event beizuwohnen. Die Laudatio für seinen Award hielten Martin Suter und Philipp Djian, die sich gegenseitig abwechselnd auf Berndeutsch und Französisch fragten, wie sie Stephan Eicher kennengelernt hatten. Ein eventuell gewollter Kulturschock, den Hazel Brugger mit der Feststellung, dass heute Loredana und Martin Suter auf der gleichen Bühne stehen, kommentierte.

Auftritt von Stephan Eicher an den Swiss Music Awards. (Marco Masiello)

Die Dankesrede von Stephan Eicher war dann unterschwellig auch eher ein Statement zur Relevanz eines solchen Awards. Er zählte dabei seine Einflüsse auf und auch Künstler und Künstlerinnen, die er eventuell beeinflusst haben könnte. Viele, die für einen solchen Preis wahrscheinlich nicht nominiert werden würden.

Zwei Betonklötze für Patent Ochsner

Als Zwischenunterhaltung wurde Baschi, der in der ersten Reihe sass, dazu genötigt, einer dieser Betonpreise zu giessen. Auch wenn er das nicht wirklich wollte und sich immer wieder davor zu drücken versuchte.

Gleich zwei dieser Betonklötze gewann Patent Ochsner. Einmal in der Kategorie «Best Group» und einmal in der Kategorie «Best Album»; beide Male wurden Ihnen diese Preise auf der Bühne während einem Konzert in Zofingen überreicht. War Büne Huber beim ersten Preis noch den Tränen nahe, war der Preis für das Beste Album seiner Meinung nach auch völlig gerechtfertigt denn: «Es isch eifach es wük guets Aubum.»

Ein Abend ohne grosse Überraschungen

Der Abend neigte sich dann langsam, aber sicher dem Ende zu. Es wurden noch schnell die internationalen Gewinner durchgehechelt mit kurzen Einspielern der jeweiligen Gewinner und einer Dankesbotschaft von Billie Eilish, die zwei Preise gewonnen hatte (Best Breaking Act International und Best Solo Act International). Dann wurde noch der Preis für den «Best Hit» überreicht, der über ein Voting während der Veranstaltung ermittelt wurde. Gewonnen hatte diesen Loco Escrito, der gleich alle auf der Bühne in die Luft hob und mit seiner Dankesrede nicht mehr aufhören wollte.

Auch wenn man wirklich versucht hatte, die Swiss Music Awards ein bisschen aufzufrischen, so wirklich funktionieren wollte das nicht. Es gelang Hazel Brugger zwar eine lockere Atmosphäre zu schaffen, aber schlussendlich gab es wenige Überraschungen. Auch wenn die Gewinner das vielleicht anders sehen.

Weitere Bilder findet ihr hier.

Das sind die Gewinner:

  • Best Female Act – Stefanie Heinzmann
  • Best Live Act – Hecht
  • Best Male Act – Luca Hänni
  • Best Act Romandie – Muthoni Drummer Queen
  • Outstanding Achievement Award – Stephan Eicher
  • Best Group – Patent Ochsner
  • SRF Best Talent – Monet192
  • Artist Award – BAZE
  • Best Breaking Act – Loredana
  • Best Album – Patent Ochsner
  • Best Hit International – Lady Gaga/Bradley Cooper, Shallow
  • Best Group International – Rammstein
  • Best Breaking Act International – Billie Eilish
  • Best Solo Act International – Billie Eilish
  • Best Hit Award – Loco Escrito, Punta

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