Stadt Luzern will die Haltestelle Eichhof in eine Beiz verwandeln
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Hier soll die neue Beiz entstehen. (Bild: jru)

Umnutzung des Betriebsgebäudes Stadt Luzern will die Haltestelle Eichhof in eine Beiz verwandeln

3 min Lesezeit 6 Kommentare 28.09.2020, 19:05 Uhr

Das Betriebsgebäude an der Bushaltestelle Eichhof soll zu einem Lokal umfunktioniert werden. Wo bisher ein Depot und Kiosk einquartiert waren, soll es zukünftig Speis und Trank bei angeregten Diskussionen geben.

Das 1937 erbaute Gebäude an der Obergrundstrasse 102 wurde seit Jahrzehnten als Betriebsgebäude der ewl und vbl, Depot des Strasseninspektorats (Stil) und als Kiosk genutzt. Zudem dient es auch als Bus- und früher sogar als Tramhaltestelle Eichhof. Das als schützenswert bewertete einstöckige Haus des Architekten Carl Griot junior soll nun umgenutzt werden: in ein Lokal.

Kiosk und Depot raus – Lokal rein

Ende März 2019 hat der Kioskbetreiber, der an der vorderen Ecke des Gebäudes seinen Laden führte, seinen Betrieb eingestellt. Die Stadt hat eine seit längerem bestehende Idee, wie das Haus weiter belebt werden könnte, weiter konkretisiert. Mittlerweile liegt ein Baugesuch vor. Darin heisst es, dass die einstige Kioskfläche nun saniert und um die rückwärtige Fläche in Richtung Taubenhausstrasse (Depot Stil) erweitert werden soll. Die Trafozentrale der vbl werde hingegen weiterhin bestehen bleiben. Im Herbst 2019 hat die Stadt eine Ausschreibung lanciert. Damit wollte sie einen neuen Betreiber für das neue Lokal finden. Mittlerweile konnte daraus eine Interessentengruppe selektiert werden, heisst es auf Anfrage von zentralplus.

Der Kioskbetrieb wurde 2019 eingestellt. (Bild: jru)

Wertvolle Architektur bleibt bestehen

Wie dem Bau- und Projektbeschrieb im Baugesuch zu entnehmen ist, sollen die Bauelemente des Hauses auch bei der neuen Nutzung weitestgehend erhalten bleiben. Anpassungen sind nur im kleinen Ausmass angedacht. So sollen etwa Fenster für mehr Licht und Aufmerksamkeit bei Passanten sorgen.

Der Innenraum soll dafür mit einer mutigen Innenarchitektur ausgestattet werden, die in einer wohligen Atmosphäre die Gäste begrüssen soll. Das Angebot wird niederschwellig sein, ganz angepasst an das Quartier. Zudem sollen Quartiervereine, Anwohnerinnen und Interessierte in das Projekt miteinbezogen werden.

Events und Kaffee – auch unter freiem Himmel

Geplant ist ein sorgfältig zusammengestelltes gastronomisches Angebot. Über das Konzept hat sich die genannte Interessentengruppe bereits Gedanken gemacht. So will der künftige Betreiber hausgemachte Gebäcke und vegetarische Mittagsmenüs anbieten. Zudem setzt er auf guten Kaffee, Zeitungen und Hefte, die von den Gästen sowohl drinnen als auch draussen auf dem neu gestalteten Aussenbereich gelesen werden können. Letzter soll auf der Seite der Taubenhausstrasse seinen Platz finden.

Die Rede ist auch von Anlässen wie Winzerabenden, Fussballübertragungen, Koch- und Einmachkursen, Ausstellungen, Lesungen oder Podiumsdiskussionen. Auch ein Bier unter Freunden soll Leute, insbesondere solche aus dem Quartier, zusammenbringen. Die Möglichkeiten sind gross, die Ideen vielfältig.

Auf Anfrage bei den benachbarten Restaurants «Wirtshaus Eichhof» und dem «Spatz», sowie bei der nahegelegenen Kaffeerösterei «Tacuba» zeigte man sich positiv eingestellt gegenüber dem neuen Projekt an der Obergrundstrasse. Alle meinten einstimmig, dass es sich beim neuen Lokal um ein ganz anderes Zielpublikum und Angebot handeln würde. Zudem soll das neue Lokal zu einer zusätzlichen Belebung des Quartiers führen.

Zurzeit läuft das ordentliche Bewilligungsverfahren. Mit einer Umsetzung ist im Laufe des nächsten Jahres zu rechnen.

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6 Kommentare
  1. Pius Meierhans, 02.10.2020, 09:23 Uhr

    Kein Wort darüber, dass sich in diesem Gebäude eine Trafostation und VBL Gleichrichter befinden, die erst vor ein paar Jahren aufwendig erneuert wurden.
    Wie Vieles wird bei der Stadtplanung nicht zu Ende gedacht?

    1. Redaktion Jan Rucki, 02.10.2020, 09:47 Uhr

      Lieber Pius
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Dem öffentlich aufliegenden Baugesuch ist zu entnehmen, dass die vbl-Trafostation weiterhin bestehen bleiben soll. Bei der umgenutzten Fläche handelt es sich einzig um die Fläche des Kiosks und des Strasseninspektorats. Wir haben den Artikel um diese Information ergänzt.

  2. Müller, 29.09.2020, 15:18 Uhr

    eine Beitz ist ja 2 gegenüber , schade um den Kiosk, dort hat es ja zu wenig Fussgänger, eine Schnapsidee,

  3. Hugo Ball, 29.09.2020, 09:32 Uhr

    Hurra. Eine ganz feine, heitere Sache. Ein weiterer idealer Treffpunkt für linksgrüne Anhänger im Quartier wird aus der Taufe gehoben. Die Stadt kann auch direkt den Pachtzins erlassen, die Infrastruktur gratis zur Verfügung stellen und damit ein kohärentes Verhalten signalisieren.

  4. M. Moser, 29.09.2020, 07:34 Uhr

    Hmm… ob es denn so geschickt ist in Gehweite zum Gasthaus welches im Übrigen im Hintergrund sichtbar ist, eine weitere Buvette zu errichten scheint mir äusserst fragwürdig.

    1. Redaktion Jan Rucki, 02.10.2020, 10:53 Uhr

      Lieber M. Moser, deine Frage haben wir uns beim Verfassen dieses Artikels auch gestellt und sind tags darauf mit den umliegenden Restaurants ins Gespräch gegangen. Die Erkenntnis: Alle zeigten sich sehr positiv eingestellt gegenüber dem neuen Projekt an der Obergrundstrasse. Dies begründeten sie damit, dass es sich das Zielpublikum genügend von dem eigenen unterscheide. Zudem würden sie sich um eine weitere Belebung des Quartiers erfreuen. Wir haben diesen Aspekt im Artikel ergänzt. Danke für deinen Gedanken.

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