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Trotz bevorstehendem Abstieg

SC Kriens sieht seine Zukunft in der Challenge League

Wann holen die Krienser unter Trainer René van Eck endlich den ersten Punkt? (Bild: zvg)

Der SC Kriens steht mit seinem Trainer René van Eck als abgeschlagener Tabellenletzter vor dem Abstieg aus der Challenge League. Falls die höchsten beiden Schweizer Ligen in nächster Zeit aber aufgestockt werden, haben die Krienser den Anspruch, wieder mit von der Partie zu sein.

36 Punkte waren immer notwendig für den Ligaerhalt. Zumindest, seit der SC Kriens 2018/2019 in die Challenge League aufgestiegen war. In der letzten Saison brachte er es auf 38 Zähler (zentralplus berichtete). Im Jahr davor, als es keinen Absteiger gab, gar deren 54. Und bei seiner Premiere waren es genau die 36.

Bloss sechs mickrige Punkte hat er in den 18 Meisterschaftsspielen bis zur Winterpause geholt. Deshalb ist der Ligaerhalt nach menschlichem Ermessen ausser Reichweite gerückt.

Denn beim Start in die Rückrunde machten die Krienser dort weiter, wo sie im letzten Jahr aufgehört hatten. Sie verloren in Winterthur 0:3 und weisen derzeit einen Rückstand von 19 Punkten aufs rettende Ufer und den Vorletzten Neuchâtel Xamax auf.

Vor dem Heimspiel am Samstag gegen Yverdon (18 Uhr, Kleinfeld) hat der SCK in den sechs Spielen unter Cheftrainer René van Eck noch keinen einzigen Punkt geholt. Und darüber hinaus ein Torverhältnis von 3:14 eingefahren.

Deshalb ist der Glaube an einen erfolgreichen Ligaerhalt nichts weiter als eine Durchhalteparole. Aber was sollten die Krienser auch anderes sagen? Sonst könnten sie ja den Spielbetrieb per sofort einstellen.

Die Folgen eines Krienser Abstiegs

Das Thema Abstieg und dessen Konsequenzen haben die Klubverantwortlichen intern bereits besprochen. «Natürlich haben wir darüber diskutiert, welche nächsten Schritte bei einem Abstieg in die 1. Liga Promotion getätigt werden müssten», bestätigt Sportchef Bruno Galliker.

«Bevor wir aber von einem Führungsspieler sprechen können, muss er sich in jedem Training und jedem Spiel als solcher erweisen.»

SCK-Trainer René van Eck

Eine davon betrifft den 58-Jährigen selber: Nach acht Jahren gibt Galliker seine Ämter als Sportchef und Geschäftsführer im Verlaufe dieser Rückrunde ab. Er wird sich künftig verstärkt um die sportliche Entwicklung, Organisation und koordinative Aufgaben im Spitzenfussball kümmern. Welche Aufgaben das sein werden, wird derzeit festgelegt.

Ein Abstieg in die 1. Liga Promotion würde den SC Kriens vor allem in finanzieller Hinsicht vor Herausforderungen stellen. So würde sich das derzeitige Budget für die erste Mannschaft quasi über Nacht beinahe halbieren. Auch deshalb betont der Verein, wie wichtig das Know-how von Galliker bei der Rekrutierung des neuen Sportchefs sein werde und bei dessen späterer Einarbeitung.

Führungsspieler fehlen: Wie stellt sich der SCK eine Liga tiefer auf?

Auch bei einem Abstieg hegt der SC Kriens das Ziel, den Wiederaufstieg zu realisieren und sich langfristig in der Challenge League zu etablieren. Ein Hoffnungsschimmer, dass dafür kein Budget von mehr als drei Millionen Franken nötig sein wird, bieten die derzeit stattfindenden Diskussionen des Schweizerischen Fussballverbands.

Es wird debattiert, die beiden höchsten Schweizer Ligen um je zwei weitere Mannschaften aufzustocken. Das gebe den Teilnehmern mehr Pufferzone im Kampf gegen den Abstieg «Wenn diese Umstrukturierung in den nächsten Jahren kommen wird, sollte der SC Kriens den Anspruch haben, langfristig in der zweithöchsten Liga spielen zu können», hält Galliker fest.

Für den Verein stellt sich die Frage, wie er sich personell in der Promotion League aufstellen soll. Setzt der Klub künftig stärker auf die regionalen Talente, um so Identifikationsfiguren in der Mannschaft aufzubauen? Das könnte bedeuten, dass die Mannschaft des SC Kriens ein paar Jahre benötigt, um sich die sportliche Schlagkraft für einen Aufstieg in die Challenge League zu erarbeiten.

Denn der Mangel an Routine auf dem Platz ist ein Grund für die aktuelle sportliche Krise in Kriens. Bruno Galliker räumt ein, dass der Verein in dieser Hinsicht mehr hätte unternehmen sollen. René van Eck verlangt von seinen Spielern deshalb, dass sie lernen, mehr Verantwortung zu übernehmen. «Bevor wir aber von einem Führungsspieler sprechen können, muss er sich in jedem Training und jedem Spiel als solcher erweisen.»

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