Sport
Wenn sich Fans uneinig sind

Neues FCL-Fanshirt: «grusig» oder «genial»?

So sieht das neue FCL-Shirt aus. (Bild: FCL)

Die einen lieben es, die anderen finden es dämlich – und nicht wenige verstehen nur Bahnhof. Das neue FCL-Fanshirt polarisiert. Dabei stammt die Idee vom «Son of a bridge»-Shirt nicht einmal vom FC Luzern.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich prima streiten. Seit letztem Sonntag dreht sich eine sehr aktuelle Geschmacks-Diskussion um das neue FCL-Fan-Shirt. Dieses haben sich die Spieler nach dem gewonnenen Match gegen die Grasshoppers übergezogen und sich bei den Fans bedankt. In Online-Foren wird nun kräftig über das Shirt debattiert, wobei sich drei Gruppen unterscheiden: Die einen findens witzig und gelungen, die anderen doof und platt, und eine weitere Gruppe kapierts schlicht nicht.

«Sohn einer Brücke»?

Auf dem blauen Shirt, das seit diesem Montag im FCL-Fanshop mit einer Auflage von 200 Stück verkauft wird, steht der Schriftzug «Son of a bridge», eins zu eins übersetzt also «Sohn einer Brücke», was auf den ersten Blick nur wenig Sinn macht. Im Hintergrund aber ist das Luzerner Wahrzeichen Nr. 1 zu erkennen, die Kapellbrücke. Und weil die Kapellbrücke für Luzern stehe, passe das Wahrzeichen gut zum FCL, erklärt FCL-Medienchef Max Fischer.

«Ganz grusig»

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Wegen der doch wohl kaum zufälligen Nähe zum oft gehörten Schimpfwort «Son of a bitch», also Hurensohn, ärgern sich etwa auf der FCL-Facebook-Seite etliche Fans über die Assoziation. «Ganz grusig», schreibt etwa einer, «Gefällt mir gar nicht», ein anderer. Zudem ärgern sich ein paar, weil sie den Gag nicht verstehen. Das tönt dann so: «Unglaublich, dass man einen Spruch druckt, den die Mehrheit nicht versteht…!!!». Oder so: «Schreibt wieder Deutsch!»

«Hammer, genial»

Der grosse Tenor unter den Fans jedoch scheint gelassen bis positiv zu sein: An die 200 Likes hat der Beitrag auf der FCL-Facebookseite bis Montagnachmittag erhalten. «Hammer, genial», schreibt da eine Supporterin. Und ein Weiterer will sich das gute Teil offenbar kaufen, denn er fragt: «Wie teuer?».

«Unglaublich, dass man einen Spruch druckt, den die Mehrheit nicht versteht…!!!»

Spieler sagen Fans danke

FCL-Medienchef Max Fischer erklärt auf Anfrage von zentral+, was das Shirt überhaupt soll: «Hier handelt es sich um eine Solidaritätsaktion der Spieler mit unseren treuen Fans. Die Spieler haben sich damit bei allen bedankt, die dem FCL auch in schwierigen Zeiten zur Seite stehen.» Dass nicht alle das Wortspiel für gelungen halten, kann Fischer nachvollziehen. «Wir haben lange darüber diskutiert, halten das Shirt aber für überwiegend positiv, für witzig.» Auch die Mehrheit der Fan-Rückmeldungen auf das Produkt seien positiv.

(Bild: Madeleine Duquenne)

Mit den neuen FCL-Shirts standen die FCL-Spieler letzten Sonntag vor die Fans und bedankten sich (Quelle: FCL).

An Grenzen gehen, um aufzufallen

Das Sujet ist laut Fischer nicht ein Produkt der vereinsinternen Marketingabteilung. Vielmehr stammt es von der Luzerner Design Thinking Agentur Büro Troxler, mit der der FCL schon länger zusammen arbeitet – das viel beachtete FCL-Alpsegen-Video etwa stammt vom Büro Troxler. Das «Son of a bridge»-Shirt ist, allerdings nicht in FCL-Blau, bereits seit letztem Herbst im Verkauf. Chef Andreas Troxler erklärt: «Das Shirt ist für alle, die Luzern gut finden und stolz auf die Region sind.»

«Das Shirt ist für alle, die Luzern gut finden und stolz auf die Region sind.»

Andreas Troxler, Werber und Sujet-Erfinder

Natürlich zeichne sich die Idee auch dadurch aus, dass sie mit dem Wortspiel an Grenzen gehe. «Für uns ist die Nähe zu ‹Son of a bitch› aber unbedenklich. Dieser Ausdruck wird heute auch oft kollegial im Sinne von ‹Schlitzohr› verwendet.» Man habe dem FCL angeboten, eine blau-weisse Sonder-Version davon zu produzieren, und der FCL habe die Idee gut gefunden.

Lob vom Fanclub-Präsidenten

Kein Problem mit dem neuen Shirt hat auch Hugo Ottiger, Präsident der Vereinigten FCL Fanclubs. «Man kann da immer alles rein interpretieren, was man will und das Haar in der Suppe suchen. Ich finde es eine gute Sache, mal was Neues, Freches.»

«Man kann da immer alles rein interpretieren, was man will und das Haar in der Suppe suchen.»

Hugo Ottiger, Präsident Vereinigte FCL-Fanclubs

Wobei sich auch Ottiger fürs nächste oder übernächste Mal eher wieder ein Fan-Shirt mit deutschem Slogan wünscht. «Es muss ja nicht immer alles auf Englisch sein», sagt der Rothenburger und lacht.

Das FCL-Werbevideo «Alpsegen» des Luzerner Büros Troxlers auf Youtube.

Der FCL-Post auf Facebook:

 

We are all «Son(s) of a Bridge – das Shirt dazu, ab morgen im FCL-Fanshop erhältlich.

Posted by FC Luzern on Sonntag, 19. April 2015

 

Und hier ein paar Impressionen von der Debatte in den Online-Foren:

Und so sieht das T-Shirt im Original aus (Quelle: www.sonofabridge.com):

Der junge Mann rechts ist nicht der Sohn einer Brücke, sondern der Sohn von Marco Schneuwly, der gleich daneben steht, und das «Son of a bridge»-Shirt trägt (Quelle: FCL).

(Bild: Madeleine Duquenne)


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