Luzern: An Abstand war nicht immer zu denken Sonniger Nachmittag lockte die Menschen zu tausenden in die Altstadt

2 min Lesezeit 16 Kommentare 31.10.2020, 18:00 Uhr

Am Samstagnachmittag war die Luzerner Altstadt so belebt wie immer. Angst vor ausbleibenden Kunden dürfte bei den Gewerblern also kaum aufgekommen sein. Ein besonderes Schnäppchenangebot liess die Menschen vor einem Geschäft am Grendel sogar die Abstandsregeln komplett vergessen.

Der letzte Tag des Oktobers präsentierte sich von seiner besten Seite. Nachdem die Sonne in den Niederungen bis nach dem Mittag nicht zu sehen war, zeigte sie sich am Nachmittag zusehends. Kein Wunder liessen sich die Luzernerinnen und Luzerner zu tausenden in die Altstadt und die Geschäfte locken. Dass die Leute trotz der angespannten epidemiologischen Lage in den Läden einkaufen, hatte das Gewerbe inständig gehofft (zentralplus berichtete).

Obwohl die Situation aus medizinischer Sicht mit derjenigen im Frühjahr zu vergleichen ist, war am Samstag nichts von Entschleunigung zu spüren. So liess die Situation an der Hertensteinstrasse in keinster Weise erahnen, dass die Schweiz diese Woche kurz vor einem weiteren Lockdown stand.

Die Gastrobetriebe an der Reuss konnten sich ebenfalls freuen, waren ihre Tische doch fast ausnahmslos besetzt. Die meisten Leute trugen eine Maske. Immer wieder waren aber auch Menschen zu sehen, die den Nasen-Mund-Schutz auch in der belebten und mitunter engen Einkaufsstrasse nicht aufsetzten – trotz der neuen Weisung, die der Bundesrat am letzten Mittwoch verlauten liess (zentralplus berichtete).

Wenn alle gleichzeitig in eine Kiste greifen

An die mantraartig beschworenen Regeln und Verhaltensweisen zur Eindämmung des Virus war zwischenzeitlich auch am Grendel nicht mehr zu denken, obwohl man dort auf vergleichsweise wenig Passanten traf. Ein Touristenladen verhökerte zum Spottpreis hunderte Tafeln Schokolade, die wohl aufgrund der ausbleibenden Touristinnen dem Ablaufdatum nahe waren.

Zahlreiche Leute griffen gleichzeitig in die Kisten und standen dicht gedrängt drumherum, während der Mitarbeiter des Shops keine Anstalten machte, die Leute auf die Abstandsregeln hinzuweisen, die noch im Frühjahr ohne Probleme eingehalten wurden. Gleich sackweise trugen die Kunden die Schokotafeln davon.

Vergleichsweise wenig Menschen tummelten sich derweil am Quai. Im Gegensatz zu anderen Samstagen war es hier relativ ruhig, auch wenn sich einige Spaziergängerinnen am See ein paar Sonnenstrahlen gönnten. Vonseiten der Behörden liess man dem Treiben mehr oder weniger freien Lauf. Polizeipatrouillen, wie man sie während des Lockdowns immer mal wieder antraf, waren am Samstagnachmittag in der Altstadt, mit einer Ausnahme, nicht auszumachen.

Das Video zeigt Eindrücke vom Samstagnachmittag:

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16 Kommentare
  1. Charlotte Schulthess, 03.11.2020, 09:18 Uhr

    Sehr bedenklich. Diese Menschen riskieren Ansteckungen und Restriktionen. Unglaublich, dass viele noch nichts gelernt haben. es ist nur ärgerlich. Warum reagieren Inhaber von Geschäften nicht? Wo ist die Polizei?

  2. elmyr, 01.11.2020, 14:35 Uhr

    Erschreckend viele tragen in diesem Gewühl keine Maske oder haben sie auf „Halbmast“.
    Sind wir freien Schweizer Querulanten tatsächlich etwas „Besseres“, die sich alle Rechte nehmen dürfen ?… Traurige Zustände mit bösem Erwachen.

  3. Reto, 01.11.2020, 10:37 Uhr

    In was für einem Land von ignoranten Idioten leben wir?
    Wo Menschen für Süssigkeiten und Schokolade die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel setzen. Habt ihr auch heute noch nicht begriffen, das das Virus immer „näher“ kommt. Wenn wir so weiter machen, zwingen wir uns den nächsten Lockdown selber auf. Da muss der Bundesrat nicht mal was beschliessen oder weitere Verbote erlassen. Das schaffen wir selber: Denn wenn jede Firma, die Schulen und Behörden die Mitarbeiter in die Quarantäne schicken muss, weil ihr euch bei der Schnäppchenjagt angesteckt habt…dann haben wir einen selbstgemachten Lockdown. Die glücklichen Konzerne, die dann die Resourcen und Möglichkeiten hatten, ihre Leute im Homeoffice zu beschäftigen gehen als Gewinner aus der Krise und werden noch mächtiger. Wollen wir das? Schaltet mal euer Hirn ein!

    1. Paul Bründler, 01.11.2020, 12:03 Uhr

      @Reto: Was schlagen Sie denn vor?
      Wenn niemand mehr Einkaufen geht und am öffentlichen Leben teilnimmt, können wir ja gleich wieder in den Lockdown (Wobei völlig unklar ist, was der überhaupt bringt).

      Ausserdem geht es hier um die Maskenpflicht im Freien, welche höchst fragwürdig ist.
      Die Filterwirkung verhindert die Ansteckung wahrscheinlich weniger, als das dauernde Ins-Gesicht-Fassen und herumschleppen dieser Lappen die Ansteckung fördert.

      Und bitte, lassen sie solche Ausdrücke wie „ignoranten Idioten“ für Menschen, welche die „Massnahmen“ hinterfragen, das ist nicht gut.

    2. Reto, 01.11.2020, 14:22 Uhr

      Ich entschuldige mich für meine Ausdrucksweise, aber wenn ich solche Bilder sehe, gehen die Emotionen hoch. Jemand der die Coronamassnahmen als Schwachsinn bezeichnet, sollte nicht mit „Steinen“ werfen.

    3. Alois Amrein, 01.11.2020, 21:18 Uhr

      Genau so ist es. Wer sich heute noch um den Maskenzwang foutiert, hat einfach noch nichts begriffen und mit Fug und Recht als unverbesserlicher Corona-Leugner und Ignorant bezeichnet werden, ganz abgesehen davon dass dieses Verhalten strafbar ist, siehe StGB. Wer fahrlässig oder vorsätzlich andere mit einer ansteckenden Krankheit ansteckt, kann mit Gefängnis bis zu 3 Jahren bestraft werden.

    4. David L, 02.11.2020, 20:58 Uhr

      @Bründler
      Was heisst hier „völlig unklar, was der überhaupt bringt“?!
      Der erste Lockdown im März/April hat die Fallzahlen von unkontrolliertem Wachstum auf nahe Null gebracht. Die Wirkung ist also bestens dokumentiert. Nicht nur in diesem Land.

  4. Paul Bründler, 31.10.2020, 18:54 Uhr

    Ich stelle mit Genugtuung fest, dass ganz viele Leute genug von diesem Corona Schwachsinn haben und nicht mehr über jedes Stöckchen springen, welches ihnen Politik und Medien vorhalten.
    Ich freue mich über jeden Menschen, der mir ohne Maske auf dem Trottoir entgegenkommen.
    Auf der anderen Seite gibt es die Blockwarte, die meinen, sie müssen jetzt zu Polizisten werden und die „fehlbaren“ Menschen zurechtweisen
    Dieses Stasi-Verhalten gilt es im Ansatz zu unterbinden.

    1. Thomas, 31.10.2020, 21:40 Uhr

      So ein Schwachsinn.
      Wenn die Intensivstationen am Limit sind in vielen Kantonen gibt es offensichtlich immer noch Menschen die Solidarität mit gefährdeten Mitbürgern einen Scheissdreck schert.
      Hat sich der nette Herr mal überlegt wie es wäre ohne Massnahmen und ohne Vernunft von gescheiteren Mitbürgern? Wohl kaum. Egoismus ist gerade bei Leuten wie Trump Mode. Und Igroranz auch. Es gehen noch Flüge nach USA. Take your Chance, leave us.

    2. Paul Bründler, 01.11.2020, 10:32 Uhr

      @Thomas: Es sind keine Intensivstationen „am Limit“ wegen Corona.
      Solothurn ist ein Kuriosum. Dort liegen 17 Intensivpatienten und davon haben 3 Covid-19..
      Die sind offenbar immer „am Limit“, auch ohne Corona.
      Aber Hauptsache es reicht für eine Blick-Schlagzeile und für Panikmache.

    3. Rolf Albisser, 01.11.2020, 12:13 Uhr

      Hoffe, das Du nicht ein Bett auf der Intensivstation beanspruchst und gleich von selbst in die Kiste springst.

    4. elmyr, 01.11.2020, 14:28 Uhr

      @Bründler: Hören Sie bitte auf mit diesen unsinnigen Verharmlosungen !
      Gehen Sie meinetwegen ohne Maske überallhin, stecken Sie sich an, landen auf der Intensivstation und – sollten Sie es überleben – melden Sie sich wieder hier.
      Ich bin gespannt, wie dann Ihr Kommentar ausfällt…

    5. Paul Bründler, 01.11.2020, 16:59 Uhr

      @elmyr: „Ich bin gespannt, wie dann Ihr Kommentar ausfällt…“
      Das überprüfen der Fakten und politische Entscheidungen haben NICHTS damit zu tun, ob es Einzelne (Mich oder Sie oder meine Mutter oder einen Politiker) trifft oder nicht.
      Diese Einzelschicksal-Argumentation können sie IMMER bringen. Die ist vollkommen gratis.
      Ich kenne jemanden, der ist bei einem Velo-Selbstunfall gestorben.
      Und jetzt?
      Soll ich Sie jetzt moralisch verurteilen, wenn sie für das Velofahren plädieren?

      Mein Tipp an alle: Hirn einschalten, kritischer mit den Informationen umgehen!

    6. elmyr, 01.11.2020, 17:25 Uhr

      @Bründler: Nun, Sie scheinen einer dieser Menschen zu sein, der alles im Frage stellt und kritisiert, was nicht aus seiner Richtung kommt; sei Ihnen unbenommen, das muss es auch geben können.

      Damit es Einzelne trifft, ist die Allgemeinheit mitverantwortlich – also sollten alle an der selben Seite des Seils ziehen, damit es nicht soweit kommt. Massnahmen bei schwer voraussehbaren Ereignissen (wie bei Covid19) soll man mittragen – den EINZELNEN (welche eben leider zunehmend keine einzelnen mehr sind) zuliebe.

      Dass dabei erst viel später festgestellt werden kann, was an Massnahmen sinnvoll oder unsinnig war, liegt in der Natur der Sache.

      Ihr Hirn scheint zwar eingeschaltet – aber es denkt zu engstirnig…

    7. Paul Bründler, 02.11.2020, 11:37 Uhr

      @elmyr: Ich glaube eher Sie denken zu einseitig.
      Sie fixieren sich komplett auf das Virus, denken dass Masken oder allgemein „Massnahmen“ das Virus aus der Welt schaffen könnte und ordnen alles andere dieser Idee unter.
      Dabei ist inzwischen längst klar, dass wir mit dem Virus, wie mit allen anderen Bedrohungen auch über Jahre leben müssen und dass die massiven Kollateralschäden der Massnahmen (welche im Moment von Politik und Medien noch ausgeblendet werden) den Schaden des Virus bei weitem übertreffen werden.
      Nicht nur wirtschaftlich, auch gesellschaftlich, medizinisch, psychologisch, rechtsstaatlich etc.

    8. Elmyr, 02.11.2020, 15:11 Uhr

      @Bründler: ich wundere mich schon, woher Sie Ihr hellseherisches Wissen beziehen, die Zukunft betreffend. Niemand weiss, wie sich die Sache entwickeln wird – ausser Ihnen offenbar.
      Sie unterstellen mir Fixierung auf das Virus – abwegig. Die Massnahmen bezwecken doch nicht ein mirakulöses Verschwinden des Virus, sondern eine Verlangsamung der Prozesse, damit die Systeme nicht kollabieren – ist Ihnen dies nicht klar ?

      Sollten wir darob etwas aus unserer „Komfort-Zone“ verlieren – so ist das eben so. Wenn Sie den Blick etwas über den Tellerrand in die Welt schweifen lassen, sehen Sie vielleicht, was ich meine.

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