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Rund um die Uhr brennt das Licht, weil es der Hausbesitzer so will
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Symbolbild: Und immer brennt im Treppenhaus das Licht. (Bild: Adobe Stock)

Luzerner Mieterin wehrt sich erfolglos Rund um die Uhr brennt das Licht, weil es der Hausbesitzer so will

4 min Lesezeit 5 Kommentare 02.08.2019, 10:15 Uhr

24 Stunden an 365 Tagen brennt im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses das Licht. Ist es nicht unsinnig, so viel Strom zu «verbraten»? Ja, findet eine Mieterin und macht sich für Bewegungsmelder stark. Der Hausbesitzer will davon nichts wissen.

Die Situation ist folgende: In einem Mehrfamilienhaus gleich neben dem Aalto-Hochhaus im Gebiet Schönbühl gibt’s ein Treppenhaus ohne Fenster. Darum muss auch tagsüber das Licht den Weg weisen.

So weit, so gut. Doch im betroffenen Haus am Schönbühlring geht das Licht nicht nur an, wenn jemand das Treppenhaus betritt, sondern es brennt rund um die Uhr. 24 Stunden, 365 Tage.

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Für eine Mieterin, die seit rund sechs Jahren mit ihrem Partner dort wohnt, ist das schlicht Verhältnisblödsinn. Einerseits aus ökologischen Gründen, anderseits aufgrund der «enormen Nebenkosten», mit welchen sie und andere Mieter das Dauerlicht bezahlen.

Hohe Nebenkosten

Sie ist darum auf die Hausverwaltung zugegangen und hat sie gebeten, einen Bewegungsmelder einzubauen. «Der Einbau ist für den Vermieter günstig und alle könnten damit sparen», sagt sie, die selber einst in der Strombranche gearbeitet hat.

«In der heutigen Zeit kann man doch nicht so uneinsichtig sein.»

Mieterin

Doch sie lief auf, die Verwaltung wollte von ihrem Anliegen nichts wissen. «Da hat es mir den Nuggi rausgehauen», sagt sie. «Gerade in der heutigen Zeit kann man doch nicht so uneinsichtig sein.»

Sie zahlt für die Attika-Wohnung mit Blick auf See nicht wenig Miete: 2700 Franken. Zu den hohen Nebenkosten von 400 Franken monatlich kämen jährlich nochmals zwischen 600 und 1000 Franken dazu.

Wie viel davon das immer brennende Licht im Treppenhaus ausmacht, hat die Mieterin noch nicht herausgefunden. Die EWL durfte ihr keine Auskunft erteilen. Nun ist sie darum an den Mieterverband gelangt, mit dem sie das weitere Vorgehen bespricht.

Blick auf den Schönbühlring in Luzern, wo das Licht im Treppenhaus auch tagsüber brennt.

Aufwand würde sich lohnen

Müssten denn nicht alle – Mieterin wie Hausbesitzer – ein Interesse haben, Strom und Geld zu sparen? Jein, meint Cyrill Studer, Geschäftsleiter des Luzerner Mieterverbands. «Wenn das Licht immer brennt, muss das zu 100 Prozent die Mieterschaft über die Nebenkosten bezahlen.» Die Investition für die Umrüstung jedoch müsse der Hausbesitzer berappen und könne nicht auf die Mieter abgewälzt werden.

Cyrill Studer schätzt den Aufwand für die Installation auf einen vierstelligen Betrag: «Selbst bei Energiesparlampen wäre der Aufwand dafür innert weniger Monate amortisiert», so Studer. Er kann sich deshalb keinen anderen Reim machen, als dass die Vermieter schlicht das Geld dafür nicht in die Hand nehmen wollen.

Auch angefragte Energieberater schätzen – ohne die Situation im Haus genau zu kennen –, dass sich eine Installation mit Bewegungsmeldern schnell lohnen würde. Zumal es heute Lampen gebe, die einen Auslöser schon fix installiert haben.

Verwaltung hält an jetziger Lösung fest

Das Haus gehört wie auch die umliegenden Immobilien der Familie von Schumacher, die in der Stadt Luzern etliche Immobilien besitzt – etwa das angrenzende Aalto-Hochhaus, das derzeit renoviert wird. Das betroffene Haus gehört Hans-Jörg Karl von Schumacher, verwaltet wird es von der Schönbühl-Verwaltung in Luzern.

Dort heisst es zuerst, man habe keine Kenntnis von der Anfrage. Die Mieterin hat jedoch ihr Anliegen mehrmals eingebracht – mündlich wie auch schriftlich per Mail.

«Bewegungsmelder, die das Licht gezielt steuern, sind heute Standard.»

Cyrill Studer, Mieterverband

Auf Nachfrage teilt die Verwaltung mit, man habe sich bei einer Umrüstung in mehreren Häusern für die jetzige «kostengünstige und energiesparende» Variante entschieden. Es handle sich um die beste Lösung, ist man überzeugt – besser jedenfalls, als wenn das Licht immer an- und ausgehe.

Nicht wieder einziehen

Cyrill Studer hat noch nie erlebt, dass ein Hausbesitzer auf die technische «Lösung» mit dem Dauerlicht setzt. «Früher hat man das Licht von Hand angeknipst, das würde im konkreten Fall schon sehr viel bringen. Heute sind Bewegungsmelder Standard, die das Licht gezielt pro Stockwerk steuern», sagt er.

Für die Mieterin ist die Sache mit dem Licht nur ein Beispiel in einer ganzen Reihe von Problemen. «Immer wieder versucht die Verwaltung, Reparaturkosten auf die Mieter abzuwälzen», sagt sie. Das Haus wurde vor rund zehn Jahren renoviert. «Wenn man genau schaut, merkt man, dass günstig gebaut wurde», sagt sie. Das habe sie beim Einzug noch nicht erkannt.

Dazu kam in den letzten Jahren der massive Baulärm vom Neubau der Schönbühl-Allee nebenan – auf einen Antrag auf eine Mietzinsreduktion hat sie damals verzichtet. «Doch jetzt ist zu viel zusammengekommen», sagt sie.

Eigentlich gefällt ihr die Wohnung an dieser schönen Lage. Würde sie unter den jetzigen Umständen wieder einziehen? «Auf keinen Fall», sagt sie.

Schlichtungsbehörde als letzter Weg

Was kann man überhaupt machen, ausser auf den Goodwill des Vermieters hoffen? Grundsätzlich stehe der Gang vor die Schlichtungsbehörde offen, so Cyrill Studer. «Man könnte ein Mangelbeseitigungsverfahren in Gang setzen, wenn die gewählte technische ‹Lösung› unnötig hohe Nebenkosten verursacht.»

Ihm ist kein vergleichbarer Fall bekannt, er vermutet aber, dass die Schlichtungsbehörde zugunsten «des gesunden Menschenverstandes», also zugunsten der Mieter, entscheiden würde.

Selbst tätig zu werden, davon rät der Mieterverband jedoch dringend ab. Zumal das Treppenhaus nicht mal zum Wohnungsbereich gehört.

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5 Kommentare
  1. Vonarburg Christian, 02.08.2019, 23:07 Uhr

    Die ABL macht das auch: im gesamten Hubelmattgebiet brennen seit Jahrzehnten jede Nacht ununterbrochen die Aussenlichter. Unverständlich dass die Stadt Luzern eine solche Genossenschaft unterstützt.

  2. Edi,, 02.08.2019, 15:08 Uhr

    haben heute die Mieter keine andere Probleme, das kann einem am Füdli vorbeigehen ,, hier auf der Baustelle Rosenau v, Brun, brennt auch Tag und Nacht Licht, Beweguns Melder können stimuliert werden das sie nicht angehen und so sind Diebstähle Vorprogrammiert,AG so ein Ding ist bei uns in der Einstellhalle verbaut ,aber nur alle paar Meter, es gibt 200 Parkplätze, Fahre ich mit meinem Velo von hinten los bis ich vorne bin ist es noch stockdunkel ich bin schneller als die Bewegung Melder, schaut das Licht im Treppenhaus gibt nicht vil an N,K geht in ein Minergie Haus, da könnt ihr Sparen, wer eine teure Attika vermag kan auch solche N,K Zahlen, im Hochhaus Allmen d gibt es noch tolle Wohnungen ab 25 Etage, sogar günstiger.

  3. mvonrotz, 02.08.2019, 12:42 Uhr

    Generell wäre es schön dass wenn möglich Strom gespart wird. Aber die Amortisations-rechnung geht doch nicht auf. Wenn wir mal von ca 30 Lampen im Treppenhaus ausgehen und bei LED mit 6-7 Watt pro Lampe rechen (das reicht völlig im Treppenhaus), dann sind wir bei weniger als 5kW Verbrauch pro Tag (30*6.5*24=4680). Das sind bei 0.22.5.– pro kW (EWL Naturstrom) also etwas über 1 Franken pro Tag. Um 1000.– einzusparen (die kleinste 4 stellige Investitionssumme für die Bewegungssensoren) dann dürfte das Licht fast 3 Jahre gar nicht mehr leuchten. Wenn mann dann noch das Problem mit dem vielen Ein-und-Ausschalten der z.T. empfindlichen Lampen anschaut und die vielen Lampen die ersetzt werden müssten, dann kann ich den Hausbesitzer doch besser verstehen.

    1. Cyrill Studer, 02.08.2019, 14:10 Uhr

      Gerne ein paar Hinweise von meiner Seite: Die allgemeinen Stromkosten, welche an die Mieterschaft weitergereicht werden, sind auf jeden Fall aussergewöhnlich hoch und bloss pauschal festgehalten. Der Verdacht fällt da rasch auf die Dauerbeleuchtung.
      Unsere Beratungserfahrung zeigt, dass vorbildliche Verwaltungen auf die Anliegen der Mieterschaft eingehen und eine aussergewöhnliche Massnahme (wie eine Dauerbeleuchtung) wennschon ernsthaft und mit Zahlen unterlegt gegenüber der Mieterschaft erläutert. Und zwar mit Vorteil für alle Beteiligten gleich zu Beginn.

      Cyrill Studer Korevaar, Geschäftsleiter Mieterinnen- und Mieterverband LUZERN NW OW UR

  4. mebinger, 02.08.2019, 10:55 Uhr

    Mensch bin ich froh, dass ich einen Vermieter habe der mit gutem Menschenverstand gesegnet ist