Regionales Leben
Im Einsatz für Natur und Tier

In der Allmend patrouillieren ab jetzt Ranger

Ranger Andi Steffen freut sich auf die Gespräche mit Allmend-Besuchern. (Bild: CB)

Ab sofort sind im Luzerner Naherholungsgebiet Allmend ehrenamtliche Rangerinnen und Ranger unterwegs. Diese sollen Besucher vor Ort für die Natur sensibilisieren.

Die Luzerner Allmend ist eines der wertvollsten Naturgebiete der Stadt Luzern und Heimat von zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten, schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung. Da die Allmend in unmittelbarer Nähe zum Siedlungsraum liegt, sei sie ein wichtiger Erholungsraum für die Bevölkerung.

Doch das stellt auch vor Herausforderungen: Jogger, Familien und Spaziergänger sollen das Gebiet zwar frei nutzen können, doch die Naturgebiete müssen auch geschont werden. Damit das gelingt, wurden im letzten Jahr Infotafeln aufgestellt. Weil sich offenbar trotzdem nicht alle daran halten, sollen die Bemühungen nun noch verstärkt werden.

Ranger suchen das Gespräch

Das ehrenamtlich agierende Ranger-Team soll nun vor Ort Leute ansprechen und sie für die empfindlichen Lebensräume sensibilisieren. «Sie sollen das Gespräch mit den Menschen suchen und sie für die Natur begeistern», sagt Stefan Herfort, stellvertretender Leiter Umweltschutz Luzern.

Wenn nötig, würden die Ranger auch auf Regeln aufmerksam machen, die nötig seien, damit das Nebeneinander von Mensch, Natur und Tier weiterhin gut funktioniere. «Durchsetzen können sie die Regeln jedoch nicht», betont Herfort. «Deswegen sind wir in engem Kontakt mit der Luzerner Polizei und Wildhütern.» 

13 Ranger für die Allmend

Auf einen Aufruf der Stadt Luzern haben sich rund 20 interessierte Personen gemeldet. 13 davon sind nun als Ranger im Einsatz. Die Herkunft und die Beweggründe der Naturfreunde sind vielfältig. Von Studentinnen bis zu Pensionären sind die unterschiedlichsten Gesellschaftstypen vertreten. Gemeinsam haben sie aber die Freude an der Allmend, der Natur und dem Engagement, sich ehrenamtlich einzusetzen. 

«Ich habe mich schon immer für die Natur engagiert. Bisher aber eher auf privater Basis. Jetzt wollte ich was Sinnvolles für die Gesellschaft tun – und für die Natur», sagt die angehende Rangerin Sina Seiler (27). Auch für den 73-jährigen Pensionär Andreas Steffen sei das Projekt eine gute Sache: «Ich war schon immer in der Natur unterwegs. Jetzt kann ich etwas zurückgeben.»

Zweiteilige Ausbildung

Die Ausbildung zum Ranger erfolgte in zwei Schritten. Zuerst erhielten die Anwärter ein Dossier zugestellt, das sie Corona-bedingt zuhause durcharbeiten mussten. Später wurde dann gruppenweise das Gelände unter der Leitung von Stefan Herfort abgelaufen und auf die wichtigsten Punkte hingewiesen.

Gemäss Herfort sei die Anzahl geleisteter Einsätze flexibel. «Ziel ist es aber, pro Ranger einen Rundgang in der Woche zu leisten.» Die Dauer eines Rundgangs schätzen die Ranger auf etwa eine bis zwei Stunden. 

Erfahrungen waren vorhanden

Laut Stefan Herfort sei das Ranger-Projekt im Verlauf des letzten Jahres entstanden. Man habe sich mit der Gemeinde Horw zusammengesetzt, die bereits Erfahrungen mit Naturwächtern hat. «Horw hat mit den Riedwächtern im Naturgebiet Steinibachried ein ähnliches Konzept bereits erfolgreich umgesetzt. Wir konnten auf ihre Erfahrungen aufbauen.»

Entlang der Wege in der Allmend wurden im vergangenen Jahr auch fünf Erlebniskisten aufgestellt, die vorbeigehenden Leuten spielerisch Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt vermitteln sollen. Ab Herbst sollen diese Kisten auch für Schulen interessant werden: «Sie können von Lehrpersonen gebucht werden. Darin findet man umfangreiches Material für Schulprojekte rund um die Natur.»

In den letzten zehn Jahren hat die Stadt Luzern rund sechs Millionen Franken in die Erhaltung der Naturräume der Allmend und Umgebung investiert. Damit wurden unter anderem Weiher, Bepflanzung, Signalisation und ein weitläufiges Wegnetz finanziert. 

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