Regionales Leben

Schaden, illegale Trails und gestörte Wildtiere
Der Zuger Wald hat massive Probleme mit Bikern

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 5
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Biker haben die Region Zug schon lange für sich entdeckt. Neben vielen legalen Strecken entstehen immer wieder illegale Trails. (Bild: Benno Odermatt)

Die Ruhe im Zuger Wald ist gestört. Immer wieder sorgen Biker für Ärger. Sie richten wilde Trails im Wald ein und stören damit auch die Wildtiere.

Der hat ein zweirädriges Problem. Immer wieder erstellen Biker wilde Pfade im Wald und richten damit Schäden an. Einmal installiert, bleibt es in der Regel nicht beim einmaligen Befahren. Die Biker tauschen die Koordinaten dieser illegalen Strecken unter sich aus.

So sagt Ruedi Bachmann, Betriebsleiter des Forstpersonals der Korporation Zug: «Die Information über das Verbreiten der Koordinaten haben wir von der IG Mountainbike. Aber auch im Internet sind solche Seiten zu finden.»

Ausgerissene Schilder, kaputte Wanderwege

Wie Bachmann gegenüber der «Luzerner Zeitung» sagt, erstellen die Biker nicht nur wilde Trails, sie befahren auch die Wanderwege. Durch dies wurden einige Wege für Wanderer praktisch unpassierbar. Die von der Korporation installierten Fahrverbots-Schilder wurden schnell wieder von den Bikern entfernt. «Diese wurden schon bald ausgerissen und in den Wald geworfen», sagt Bachmann.

Daher griffen die Verantwortlichen zu anderen Mitteln und liessen massivere Pfosten in den Boden ein. «Diese konnten nicht mehr so einfach ausgerissen werden und wir hatten einige Jahre Ruhe.»

Die Verbotsschilder wurden von Unbekannten übersprüht. «Wegen der Sprayereien haben wir Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. Dies, weil doch erhebliche Kosten entstehen, um die Fahrverbote wieder zu montieren.»

Wildtiere leiden unter den Trails

Bachmann appelliert an die Vernunft der Biker und erklärt, dass die illegalen Trails die Wildtiere stören. «Dieses Verhalten kann zu einer massiven Störung der Wildtiere führen. Die starke Frequenz durch Erholungssuchende aller Art in unseren Wäldern führt dazu, dass diese Gebiete immer kleiner werden», sagt er gegenüber der Zeitung.

Die meisten Waldbesucherinnen und Besucher verhalten sich korrekt. Und so sollen auch Bussen das letzte Mittel sein. Martin Ziegler, Amtsleiter vom Zuger Amt für Wald und Wild sagt: «Wir behalten uns vor, die Kontrollen wieder zu verstärken. Allerdings steht Aufklärungsarbeit im Vordergrund.»

Verwendete Quellen
  • Bericht «Luzerner Zeitung» vom 08.06.2022
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5 Kommentare
  1. Tell, 09.06.2022, 08:31 Uhr

    Das Problem besteht auch im Kanton Luzern, beispielsweise im Bireggwald und am Pilatus, wo genervte Bauern unterdessen auch handgreiflich gegen Biker vorgehen.
    Biken im Wald, auf unbefestigten und auf Wanderwegen sollte deshalb generell verboten werden. Denn es handelt sich bei den rücksichtslosen Bikern nicht um eine kleine sondern um eine stark zunehmende Minderheit. Gut an diesen Rücksichtslosigkeiten ist jedoch, dass sie Förster, Wildhüter, Waldbesitzer, Naturschützer und Wanderer immer mehr gegen sich aufbringen und harte Gesetzgebungen, welche zur Zeit in vielen Kantonen in Vorbereitung sind, begünstigen. Die Biker schneiden sich mit ihrem Verhalten somit ins eigene Fleisch.

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  2. Waldbesitzer, 08.06.2022, 16:09 Uhr

    IG Mountainbike leistet hervorragende Öffentlichkeitsarbeit? Aber wenn die Biker «wild» durch (private) Wälder fahren und jeglicher Anstand gegenüber Mensch und Tier für sie ein Fremdwort ist – wo ist denn da die tolle IG Mountainbike? Und das Amt für Wald und Wild ist genau so eine Lachnummer… Aufklärungsarbeit? Stellen Verbotstafeln auf und die Biker fahren mit dem Stinkfinger daran vorbei. Da würde nur eins helfen: durchgreifen und saftige Bussen verteilen – das ist die einzige Sprache, die die Herrschaften verstehen – und auch das würde sich über die sozialen Netze ganz schnell verbreiten…

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  3. Mountainbiker, 08.06.2022, 10:26 Uhr

    Liebe Redaktion zentralplus
    Ich frage mich jetzt ernsthaft, wie aktuell dieser Artikel tatsächlich ist, denn die zitierten Verantwortlichen sagen aus, dass man einige Jahre Ruhe hätte: _»Daher griffen die Verantwortlichen zu anderen Mitteln und liessen massivere Pfosten in den Boden ein. «Diese konnten nicht mehr so einfach ausgerissen werden und wir hatten einige Jahre Ruhe.»»_
    Hat sich denn hier und jetzt die Situation in den Zuger Wäldern aktuell verschlechtert und gibt es fundierte Nachweise dazu, dass wieder vermehrt ´wilde Mountainbiker´ die Wälder unsicher machen? Der Artikel geht darauf nicht ein und ist sehr oberflächlich und unverbindlich – man könnte schon fast meinen tendenziös. Die IG Mountainbike leistet hervorragende Öffentlichkeitsarbeit und in meinem subjektiven Empfinden haltet sich die MTB-Community sehr gut an Verbote. Es wäre schade, wenn hier alte Geschichten aufgewärmt und unbegründete Polemik betrieben würde.

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    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 08.06.2022, 10:55 Uhr

      Es handelt sich um einen aktuellen Bericht mit aktuellen Aussagen von Ruedi Bachmann, Betriebsleiter des Forstpersonals der Korporation Zug. Dies ist im Text auch so angegeben. Wir sehen nicht, was daran tendenziös oder polemisch sein soll.

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  4. Pferdefleischgeniesser, 08.06.2022, 07:54 Uhr

    Die Reiter sind da auch ähnlich wenn zwar nicht in gleichem Ausmass. Vorgestern wurde ich von einer gallopierenden Herde fast überrannt – notabene auf einem engen Pfad an dessem Anfang eine Pferdeverbotstafel steht.

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