«Pfistern»: Das Haus der Bäcker und Müller
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Das «Pfistern» in der Luzerner Altstadt. (Bild: zvg)

Luzerner «Traditionsbeizen» «Pfistern»: Das Haus der Bäcker und Müller

2 min Lesezeit 09.01.2015, 15:41 Uhr

Das dreistöckige Zunfthaus «Pfistern» prägt das Luzerner Stadtbild seit mehreren hundert Jahren. Das aussen geschichtlich erhaltene und innen modernisierte Gebäude lockt mit modern interpretierter Hausmannskost. Mit Brot in der Hauptrolle.

Das Restaurant «Pfistern» in der Luzerner Altstadt hat eine bewegte Geschichte. Das Zunfthaus galt als Treffpunkt der Luzerner Pfisternzunft, die 1408 gegründet wurde. Die Zunft bestand damals aus Handwerkern, Pfistern und Müllern. Die «hohen Herren» hielten damals Versammlungen ab, während denen die Mehl- und Brotpreise festgelegt wurden.

Einst für 80’000 Franken verkauft

Im Jahre 1829 wurde die Zunft in die Gesellschaft zu Pfistern umgewandelt und im April 1875 schliesslich aufgelöst. An einer amtlichen Versteigerung erzielte das Haus an bester Lage beim Verkauf 80’000 Franken. Weitere Besitzerwechsel folgten, worauf 1977 schliesslich der Bäcker- und Konditorenmeisterverband des Amtes Luzern das Haus kaufte. Die neu gegründete Genossenschaft Zunfthaus zu Pfistern gab dem geschichtsträchtigen Haus seinen ursprünglichen Zweck zurück.

«Wir zelebrieren klassische Gerichte neu»

Florian Eltschinger

Heute ist die «Pfistern» an die Remimag Gastronomie AG verpachtet. Das Familienunternehmen führt mehrere Restaurants in der Region. Geschäftsführer Florian Eltschinger erklärt auf Anfrage: «Das mehrstöckige Gebäude wurde Anfang 2009 umgebaut und modernisiert. Die momentanen Betreiber starteten kurz darauf – am 4. Februar.» Er selbst habe das Restaurant zuvor während viereinhalb Jahren geführt.

Weshalb Pfister?

Der Name «Pfister» stammt aus dem Lateinischen. Die alten Römer nannten ihre Bäcker «Pistor». Die Verdeutschung des Wortes brachte den Namen «Pfister». Übrigens: Für Fondue-Fans findet in der «Pfistern» vom 1. November 2015 bis am 3. Januar 2016 der Pfistern Weihnachtswald statt, an dem es über 100 verschiedene Fondue-Variationen zu probieren gibt. Mehr Informationen finden Sie hier.

«Fritschipastete» und Cordon-Bleu

«In der ‹Pfeschdere› steht selbsterklärend Brot im Zentrum. Wir spendieren es zu jedem Gericht. Einfache Hausmannskost, begleitet von saisonal wechselnden Gerichten mit regionalen Zutaten stehen auf dem Programm», sagt Eltschinger. «Chügelipastete» – in der «Pfistern» heisst sie «Fritschipastete» – «Älplermagronen» und Cordon-Bleu sind die Aushängeschilder der «Beiz». «Es geht uns darum, klassische Gerichte neu zu zelebrieren. Unser Konzept in drei Worten erklärt: Jung, frisch, frech», sagt Eltschinger.

Dem dreistöckigen Restaurant kommt nicht nur die Geschichte und die ideale Lage zu Gute. «Die moderne Einrichtung in dem alten Haus oder auch die Terrasse mit Blick auf Reuss und Kapellbrücke locken viele in die ‹Beiz›.» Auch das naheliegende Rathaus, wo regelmässig geheiratet wird, spielt dem Lokal in die Hände. «Die Hochzeitsgesellschaften kommen gerne anschliessend zum Essen zu uns.»

«Ebenfalls ein grosses Thema bei uns ist die Fasnacht», erklärt Florian Eltschinger. Für ein Restaurant, das unmittelbar bei der Rathaustreppe liegt, unumgänglich. Eltschinger betont: «Meines Wissens ist die ‹Pfistern› das einzige verbliebene Zunfthaus in Luzern, das noch als solches betrieben wird.»

Hinweis in eigener Sache: Berichte über Zuger und Luzerner Restaurants lesen Sie in unserem eat’n’drink-Blog. Reservationen für Restaurants können Sie hier tätigen.

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