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Lucerne Festival in der Kritik
Putin-treue Musiker in Luzern: SP fordert klare Haltung

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Valery Gergiev am Lucerne Festival. Seine Musik ist unbestritten, seine politische Einstellung hingegen schon. (Bild: Peter Fischli/Lucerne Festival)

Künstler, die dem russischen Staat nahestehen, treten regelmässig am Lucerne Festival auf. Für die Luzerner SP ein No-Go. Sie fordert eine Reaktion von der Regierung.

Der Kanton Luzern sieht sich selber als erstklassiger Musikstandort. Er hat dies erst kürzlich mit dem Kauf der Villa Senar des Komponisten Rachmaninoff unterstrichen. Dort will der Kanton ein Kulturzentrum einrichten (zentralplus berichtete).

Ein erstklassiger Musikstandort braucht erstklassige Musikerinnen und Dirigenten. Dessen ist sich auch das Lucerne Festival bewusst. Am prestigeträchtigen Festival für klassische Musik tritt darum seit Jahren der russische Star-Dirigent Valery Gergiev auf. Die Qualität seiner Darbietungen ist unbestritten. Fraglich sind hingegen dessen Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Wie «CH Media» schreibt, besteht zwischen Putin und Gergiev eine enge Verbindung. Gergiev unterstützte Putins Krim-Politik 2014. Dafür ermöglichte ihm Putin den Aufbau eines beispiellosen Musik-Reichs in St. Petersburg. Der russische Präsident habe dem Dirigenten milliardenteure Konzert- und Opernsäle gebaut und ihm ein musikalisch hochklassiges Star-Ensemble zusammengestellt. Gergiev dirigierte für Putin in der syrischen Stadt Palmyra, wo die russische Armee sich aktiv und gleichermassen zweifelhaft in den Syrien-Krieg einmischte.

Und dieser Dirigent soll am 21. und 22. August dieses Jahres auch wieder in Luzern auftreten. So sieht es das Lucerne Festival vor. Michael Häfliger, Festival-Intendant, sagt: «Das Lucerne Festival hat mit Valery Gergiev in den letzten Jahren eine schöne Partnerschaft aufgebaut, das war unabhängig von seiner Position in Russland: Er ist ein grosser Künstler. Wir betrachten die Situation in Russland allerdings mit grosser Sorge, warten aber ab. Im Moment gibt es keinen Grund, die zwei Konzerte im August abzusagen.»

Ylfete Fanaj fordert Taten der Regierung

Für SP-Kantonsrätin Ylfete Fanaj ein No-Go. Dass sich das Lucerne Festival bisher nicht von Gergiev distanziert hat, sei für sie unverständlich. Die grossen Luzerner Kulturbetriebe würden öffentliche Gelder erhalten und seien wichtige kulturelle Botschafter für den Kanton Luzern. Im Gegenzug hätten die Betriebe auch eine grosse öffentliche Verpflichtung.

Sie fordert darum den Luzerner Regierungsrat mittels dringlichem Postulat auf, in dieser Frage durchzugreifen. «Engagements von putintreuen Künstlern sind aufzulösen, wenn sich diese nicht innert kurzer Frist von den
völkerrechtswidrigen Angriffen gegen die Ukraine distanzieren. In dieser aktuellen leidvollen Situation für die Ukraine und ganz Europa gilt es, Haltung zu zeigen», so die Argumentation Fanajs.

Auch Opernhaus Zürich in der Kritik

Mit der Forderung steht sie nicht alleine da. Der Chefredaktor der Schweizer Zeit-Ausgabe Matthias Daum kritisiert auf Twitter scharf das Opernhaus Zürich. Dort tritt Ende März die Musikerin Anna Netrebko auf, die Putin ebenfalls nahe stehen soll. Die Opernsängerin hat sich in den letzten Tagen jedoch klar vom Einmarsch Russlands in die Ukraine distanziert. Auf Instagram liess sie verlauten: «Ich will, dass dieser Krieg aufhört.»

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6 Kommentare
  1. SYNFONIE, 28.02.2022, 17:42 Uhr

    Jetzt nbedingt alle Künstler und Künstlerinnen im Hinblick auf Putin- Freundschaften analysieren. Gerechtigkeit und Solidarität kommen vor Geld und Prestige. Flagge zeigen auch in Luzern und Zürich !

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  2. Beatus, 28.02.2022, 13:36 Uhr

    Ja, absolut richtig. Wir sind aufgefordert, klar Stellung zu beziehen. Künstler, die Putins Aggressions-Krieg unterstützen, haben in der Schweiz nichts verloren.
    Wie ist es übrigens mit dem Hotel Gütsch, das ja im Besitz von einem russischen Oligarchen ist? Wäre nicht auch hier ein klarer Boykott-Aufruf angebracht?

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  3. Wupi, 28.02.2022, 08:10 Uhr

    Es ist wichtig, dass alle ein Zeichen setzen und keine Putin-Sympathisanten mehr auftreten dürfen. Erst wenn auch diese Anhänger merken, was ihnen entgeht, kommen sie vielleicht zur Vernunft. Hier darf es nicht mehr um Geld gehen. Es geht um Menschenleben!

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  4. Andreas Bründler, Kriens -Bleiche, 27.02.2022, 19:16 Uhr

    Wenn sich Politik und Musik mischen, wird es heikel. Sonst bin ich ja nicht auf der Seite der SP. Aber in dieser Sache hat sie recht. Putin hat sich über alle rechtstaatlichen Grenzen hinweggesetzt. Er und seine ganze Entourage, inkl. Gergiev, müssen zu Pariahs erklärt werden. Don’t touch them with a 10-foot pole. Auf der Webseite der Carnegie Hall habe ich soeben gelesen, dass das Konzert der Wiener Philharmoniker von heute um 14:00 Uhr Eastern Standard Time (New York; 20:00 Uhr Schweizer Zeit) nicht mehr von Gergiev, sondern von Yannick Nézet-Séguin, dem hervorragenden Chefdirigenten der Metropolitan Opera dirigiert wird. Das ist ein wichtiges Zeichen. Gergiev hätte heute in New York mit einem riesigen Buh-Konzert rechnen müssen. Dass Putin jetzt seine atomaren Streitkräfte in Alarmzustand versetzt hat, verschlimmert die Situation noch mehr. Michael Häfliger, Intendant des Lucerne Festivals, sollte jetzt ein klares Zeichen setzen und Gergiev sperren.

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    1. mvonrotz, 28.02.2022, 08:37 Uhr

      Es wäre ja dann eventuell nicht nur Gergiev – verlangt «man» dann von allen Russen sich von Putin abzuwenden um im Ausland noch Einlass zu finden? Auch das Mariinsky Orchester, Igor Levit oder Daniil Trifonow wären ja dann betroffen. Wo zieht man die Grenze?

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  5. Kaufmann, 27.02.2022, 14:20 Uhr

    Von Putin unterstützte Kultur- und Sport-Exponenten
    und Putin-Versteher, wie die Schweizer-SVP-Politiker,
    die sich nicht öffentlich lossagen, von dieser Russischen-Politik,
    haben in unserem öffentlichen Leben keinen Platz.

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