Politik

Neues Kulturzentrum am See
Villa des Komponisten Rachmaninoff: Luzern will zugreifen

  • Lesezeit: 1 min
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Die Villa Senar in Hertenstein ist ein bedeutender Zeuge des Neuen Bauens in der Schweiz.
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Die Villa Senar in Hertenstein ist ein bedeutender Zeuge des Neuen Bauens in der Schweiz. (Bild: Kanton Luzern)

Eine denkmalgeschützte Villa direkt am Vierwaldstättersee, umgeben von einer weitläufigen Gartenanlage: Wer hätte das nicht gerne? Die Luzerner Regierung will sich eine herrschaftliche Liegenschaft in Hertenstein kaufen – damit künftig alle Luzerner ihre Vorzüge geniessen.

Der Kanton Luzern will für rund 16 Millionen Franken eine Villa am Vierwaldstättersee kaufen. Eine Luxusvilla für den Kanton auf Kosten der Steuerzahlerinnen? Das klingt zwar dekadent, ist es aber nicht. Denn der Kanton sieht die Villa nicht etwa als neuen Regierungssitz vor, sondern als Kulturzentrum für ein breites Publikum.

Konkret geht es um die Villa Senar in Hertenstein. Die Villa wurde in den 1930er-Jahren durch den Pianisten, Dirigenten und Komponisten Serge Rachmaninoff erbaut und steht seit 2018 unter Denkmalschutz. Die Villa Senar und die umgebende Parkanlage gelten als bedeutende Zeugen des Neuen Bauens in der Schweiz. Für die Denkmalpflege des Kantons Luzern gilt sie daher als «besonders schutzwürdiges Kulturdenkmal von erheblicher künstlerischer, historischer, heimatkundlicher und wissenschaftlicher Bedeutung».

Doch was hat die Villa ausser ihrer Lage mit dem Kanton Luzern zu tun? Der Kanton ist im Testament des Erblassers und Enkels von Serge Rachmaninoff als möglicher Erbe der Villa Senar vorgesehen. Das Testament ist allerdings unklar formuliert, die darin vorgesehene Erbenstellung des Kantons ist entsprechend umstritten und mit Auflagen verbunden. Darum will der Regierungsrat die Villa schon vor dem Erbentscheid von den vier Kindern des Erblassers kaufen. So wird der Kanton Luzern zum Alleineigentümer der Villa Senar und spart sich den kostspieligen Erbstreit.

Neues Kulturzentrum für Luzern

Der Kanton hat bereits konkrete Pläne, was er mit der Villa anfangen will. Das Gebäude soll zukünftig als Kulturzentrum genutzt werden. «Ein vielfältiges Programm soll unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und die Musikstadt Luzern ergänzen und bereichern», schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung.

Das kulturelle Angebot soll von der Stiftung Serge Rachmaninoff organisiert werden. Die Stiftung wurde im Jahr 2000 gegründet und hat zum Ziel, das musikalische Erbe des Komponisten und die architektonische Bedeutung der Villa Senar zu erhalten.

Die Stiftung führt bereits heute kulturelle Angebote in der Villa durch. Der Kanton Luzern wiederum wird als Eigentümer die Sanierung und den Unterhalt der Liegenschaft sicherstellen sowie die Villa für die Veranstaltung kleinerer Anlässe selber nutzen oder Veranstaltern zur Verfügung stellen.

Was sagt das Parlament?

Regierungspräsident Marcel Schwerzmann ist überzeugt von der Idee: «Die Gelegenheit, ein so vollständig und lebendig erhaltenes kulturhistorisches Ensemble zu erwerben, ergibt sich äusserst selten. Das ist ein Glücksfall und zugleich eine kulturelle Verpflichtung für Luzern», sagt der Luzerner Kulturdirektor.

Der Regierungsrat hat sich mit den gesetzlichen Erben auf einen Betrag von acht Millionen Franken für den Kauf der Liegenschaft geeinigt. Hinzu kommen Grundstückgewinnsteuern und Gebühren sowie die Kosten für die Sanierung und für den Unterhalt und den Betrieb auf zehn Jahre berechnet. Daraus resultiert ein Gesamtbetrag von 15,45 Millionen Franken. Der Luzerner Kantonsrat wird darüber beraten, ob er dem Sonderkredit für den Kauf der Villa und somit der Errichtung eines neuen Kulturzentrums zustimmen will.

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9 Kommentare
  1. Paul, 03.11.2021, 22:12 Uhr

    ? Testament unklar formuliert ? Geldbezahlen für was genau? Die erben sanieren? Druckt doch einmsl das testament. Bitte noch 2 mio fürs inseli auf die seite kegen. Da müssen auch noch leute mitfinanziert werden bei der umgestalltung…..

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  2. Hegard, 03.11.2021, 18:08 Uhr

    Ich sehe hier nichts sehenswertes ausser die Natur

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  3. Hegard, 03.11.2021, 16:56 Uhr

    Das ist wieder ein Projekt für die oberen zehntausend ,aber nichts fürs Volk.
    Und was hier Schützenswert ist sehe ich nicht.

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  4. Robert Casagrande, 03.11.2021, 14:42 Uhr

    Das müsste man unbedingt machen. Einer der schönsten Orte und sicher keine Verschleuderung von Steuergeldern.

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    1. Scheidegger, 05.11.2021, 12:27 Uhr

      Sollen sich doch bitte die vermögenden Luzerner darum bemühen. Warum sollten dafür Steuergelder aufgewendet werden? Herr Beyeler ist die päpstliche Schweizergarde wichtig, also soll er doch diese 400’000.– aufwenden. Dieses Haus können die vermögenden Luzerner, wenn es ihnen so wichtig ist, aus der Portokasse bezahlen. Nachdem Sie ja langjährige Mitarbeiter entlassen mussten, haben Sie Ihre Portokasse sicher wieder reichlich füllen können und die Asiaten sind ja auch wieder im Anmarsch. Also los, vielleicht helfen die anderen vermögenden Luzerner auch mit.

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  5. Michel von der Schwand, 03.11.2021, 13:06 Uhr

    Unnötiger Erhaltungs-Fetischismus! In etwa derselbe Sauglattismus wie die Unterkunft der päpstlichen Pfadiabteilung. Einer der superreichen Mäzene der Stadt fragen und nicht der Steuerzahler für solchen Unfug belasten. Besten Dank.

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    1. mvonrotz, 03.11.2021, 14:02 Uhr

      Absolut notwendige Kultur-Förderung und Erhaltung wäre dann meine Antwort auf Ihren Kommentar. Da würde ich glatt auf die Steuererleichterung des Kantons verzichten!

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      1. Michel von der Schwand, 04.11.2021, 15:26 Uhr

        Es ist nicht immer nur Aufgabe des Staates etwas Vergängliches zu erhalten. Es gibt genügend Stiftungen, welche die Kultur fördern und solche Projekte unterstützen würden. Arthur Waser, der Herr Beyeler, die Familie Sandoz etc. etc. Man muss halt dafür das tun, was man beim Steuerzahler nicht tun muss. Da fordert man einfach. Augen auf beim durch das Leben gehen.

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    2. Argus, 03.11.2021, 17:11 Uhr

      schon wieder eine Infrastruktur , die der Steuerzahler finanzieren soll, aber eine Stiftung bewirtschaften darf. Gut erreichbar ist die zweifellos schöne Anlage auch nicht. PS in Littau reichte es nicht mal dafür, das einzige 50 m Schwimmbecken der Stadt zu erhalten.

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