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Neues Wandbild im Neubad: Es wird ein Tobias Eichelberger
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Zuletzt hat sich das Ampel-Magazin an der 120-Quadratmeter-Wand im Pool ausgetobt. Nun darf Tobias Eichelberger ran.   (Bild: zvg Fumetto )

Das Erbe von Hans Erni und den «Füssen» Neues Wandbild im Neubad: Es wird ein Tobias Eichelberger

3 min Lesezeit 06.05.2018, 17:47 Uhr

Das Luzerner Neubad hat sein riesiges Wandbild im Pool zur Neugestaltung ausgeschrieben. Nun steht fest, wer sich auf den 120 Quadratmetern künstlerisch austoben wird. Und weit zu suchen braucht man dazu nicht.

Als die Luzerner im Hallenbad Biregg noch ihre Runden schwammen, thronte Hans Ernis «Poseidon» an der Wand über dem Pool. Ein tonnenschweres, meterhohes Kunstwerk aus Eisenplatten, durch ein Netz von den Besuchern getrennt. Ein Schutz vor den Badenden oder für die Badenden.

Mit der Umnutzung des Gebäudes zum «Neubad» wurde das 120-Quadratmeter-Relief von Hans Erni abgetragen und ein Wandbild vom Ampel-Magazin gestaltet. Passend zum Pool in Blautönen gehalten, mit Wassergetier und Füssen, die im Wasser stehen. Mit Beinen, die in den Wolken verschwinden.

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Doch bald ist auch dieses Bild Geschichte. Die Zwischennutzung darf auf ein paar weitere Jahre hoffen und nimmt sich damit nicht nur baulicher, sondern auch gestalterischer Neuerungen an.

Jahrelang wachte der «Poseidon» über die Hallenbad-Gäste.

Jahrelang wachte der «Poseidon» über die Hallenbad-Gäste.

(Bild: zvg Karl Bühlmann/Archiv)

20 haben sich beworben

Die Wand mit einer Grösse von 8 auf 15 Metern wurde 2018 zur Neugestaltung ausgeschrieben. Zugelassen waren Kunstschaffende mit einem Bezug zum Kanton Luzern, der Stil frei wählbar. Die Charakteristik des Raumes sollte jedoch berücksichtigt werden, denn das Wandbild wirkt als fixes Bühnenbild bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen im Pool.

Und wo steckt Poseidon?

Der tonnenschwere Poseidon aus über hundert Einzelteilen hing im Hallenbad Biregg bis zu dessen Schliessung 2012. 2014 anerbot Jost Schumacher der Stadt, das Bild an einem Gebäude anzubringen. Daraus wurde jedoch nichts (zentralplus berichtete). 

Rosie Bitterli, Kulturchefin der Stadt, bestätigt, das Relief aus Eisenplatten sei bei der Stadt eingelagert. «Wir suchen immer noch einen geeigneten neuen Standort.»

Bis Ende März hatte man sich bewerben können, finanziert wird das Projekt mit einem Teil des städtischen Programmbeitrags. Kein kleiner Auftrag für die schlussendlich 20 Bewerber, die auf den Zuschlag hofften. Denn der Pool des Neubads wird jährlich von über 20’000 Gästen besucht.

Aus den 20 Eingaben hat das Betriebsteam des Neubads eine Vorauswahl getroffen. Zusammen mit den beiden Vorstandsmitgliedern Adriana Zürcher und Silas Kreienbühl ging es in die zweite Runde und nun steht fest, wer sich im Neubad verewigen darf. Obwohl «verewigen» in einer Zwischennutzung wohl nicht die korrekte Wortwahl ist: «Die nächsten zwei Jahre bleibt das Bild. Was dann kommt, wissen nur die Götter und Göttinnen», sagt Urs Emmenegger, der im Haus für die Veranstaltungen zuständig ist, mit einem Augenzwinkern.

Mit Offenheit und Humor

Freuen darf sich der Grafiker und Szenograf Tobias Eichelberger. Dieser habe vor allem mit seinem Konzept überzeugt, sagt Emmenegger. «Es ist nicht einfach nur ein Bild, es symbolisiert auch die Offenheit unseres Hauses.» Zudem sei sein Vorschlag dynamisch, wandelbar und zeuge von einem subtilen Humor.

Eichelberger, der in Luzern und Wien Visuelle Kommunikation studiert hat, machte sich vor fünf Jahren selbstständig. Sein Atelier hat er, passenderweise, seit Beginn der Zwischennutzung im Neubad. Auch deshalb sei für ihn gleich klar gewesen, dass er ein Konzept einreichen werde, welches er gemeinsam mit Philipp Lehmann entwickelt hat.

«Das Haus hat sich in seiner kurzen Lebenszeit so stark verändert und entwickelt», sagt der 29-Jährige. Deshalb soll auch das Wandbild wandelbar sein. Er wolle auch das Bestehende und die Umgebung miteinbeziehen, erklärt Eichelberger. Seine Kunden in Luzern finden sich vor allem im Kulturbereich: die Zwischenbühne, der Sentitreff oder die Bibliothek in Horw. Da, wo seine Art von konzeptionellen, humorvollen Arbeiten ankommt.

Voraussichtlich ab Juli, in der Sommerpause 2018, soll das Bild entstehen. «Und hoffentlich noch eine Weile bestehen bleiben, mit dem Neubad», so Eichelberger. Wie das neue Wandbild aussehen wird, soll im September zum 5-Jahres-Jubiläum gelüftet werden.

Wir werden die Wand auf jeden Fall im Auge behalten.

Tobias Eichelberger

Tobias Eichelberger

(Bild: zvg)

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