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Monique Frey, David Roth und Franz Grüter ziehen sich zurück
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Damian Müller (FDP) und Andrea Gmür (CVP) schreiten ins Luzerner Regierungsgebäude. (Bild: AURA/Emanuel Ammon)

Weg für Wahl von Andrea Gmür geebnet Monique Frey, David Roth und Franz Grüter ziehen sich zurück

4 min Lesezeit 1 Kommentar 22.10.2019, 18:34 Uhr

Grüne, SP und SVP verzichten im Kanton Luzern auf einen zweiten Wahlgang für den Ständerat. Sie machen damit die Bahn frei für die Wahl einer Frau – Andrea Gmür (CVP). Sie ist damit so gut wie gewählt.

Die grüne Luzerner Ständeratskandidatin Monique Frey will am 17. November nicht zum zweiten Wahlgang antreten. Vorstand und Wahlgruppe der Grünen Kanton Luzern beantragen den Mitgliedern den Rückzug, wie die Partei am Dienstagabend mitteilt.

«Der Entscheid ist mir nicht leichtgefallen – aber nach vielen Gesprächen mit der Partei sowie anderen Luzerner Parteien erachte ich einen Rückzug meiner Kandidatur als den richtigen Schritt», sagt Monique Frey. «Ich finde, Luzern braucht auf jeden Fall eine Frau im Ständerat», begründet sie ihre Haltung.

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Lieber Gmür statt Grüter

Mit dem Rückzug wollen die Grünen den Weg für CVP-Ständeratskandidatin Andrea Gmür ebnen. «Meine Kandidatur könnte zur Folge haben, dass der rechtskonservative Franz Grüter gewählt wird. Das ist nicht in unserem Sinn», begründet Monique Frey.

«Wir sollten unsere Ressourcen besser dort einsetzen, wo die Chancen für Mandatsgewinne deutlich besser sind.»

Maurus Frey, Präsident Grüne

«Von Andrea Gmür erwarten die Grünen im Ständerat Engagement und Herzblut für eine griffige Umwelt- und Klimapolitik», heisst es in der Mitteilung, «und eine Politik, welche die Frauen in Beruf, Vorsorge und der Gesellschaft dauerhaft besser stellt.»

Parteipräsident Maurus Frey ergänzt: «Wir sollten unsere personellen und finanziellen Ressourcen besser dort einsetzen, wo die Chancen für Mandatsgewinne deutlich besser sind: Und zwar in den kommunalen Wahlen 2020.» Ein zweiter Wahlgang wäre laut den Grünen schwierig zu gewinnen und für die Partei sehr aufwändig. Man bevorzuge eine stille Wahl statt einen Wahlkampf mit geringen Erfolgsaussichten.

Definitiv entscheiden werden die Grünen an ihrer ausserordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwochabend.

SP verzichtet ebenfalls

Bereits einen Schritt weiter ist die SP. Die Delegierten haben am Dienstagabend einstimmig beschlossen, nicht zum zweiten Wahlgang anzutreten. Mit den rund 54’000 Stimmen habe Andrea Gmür ein sehr deutliches Resultat erzielt, das man mit dem Rückzug akzeptiere, sagte Parteipräsident und Ständeratskandidat David Roth.

Die Chancen auf eine SP-Wahl beurteilt die Partei als zu gering. «Es ist aus meiner Sicht eindeutig», sagte Roth. Zumal für ihn schon von Anfang an klar gewesen sei: «Wenn eine Kandidatur von links, dann von jener Person, die mehr Stimmen gemacht hat.» Und das war am letzten Sonntag Monique Frey.

Monique Frey, Ständeratskandidatin der Grünen, zieht sich zurück.

Gleichzeitig lehnten die SP-Delegierten – für den Fall, dass es doch keine stillen Wahlen geben sollte – eine Wahlempfehlung zugunsten von Andrea Gmür ab. Zu weit auseinander würden die politischen Positionen von SP und der CVP-Kandidatin liegen, so der Tenor.

SVP zieht nach

Damit wären die Chancen für Franz Grüter markant gesunken. Denn die linken Stimmen im zweiten Wahlgang dürften so grösstenteils der CVP-Kandidatin zufliessen. Und dass der SVP-Nationalrat über das rechtsbürgerliche Lager hinaus einen derart deutlichen Stimmenzuwachs erreicht, dass er Gmür überholen könnte, wäre eher unrealistisch (zentralplus berichtete).

Bereits am Sonntag hat Michèle Graber angedeutet, dass sie wohl von einem zweiten Wahlgang absehen wird. Der parteilose Klimaaktivist Florian Studer wird voraussichtlich ebenfalls nicht mehr antreten.

Am Dienstagabend gab dann auch Franz Grüter seinen Verzicht auf einen zweiten Wahlgang bekannt. Die Delegierten hiessen in Zell den Antrag der Parteispitze, auf einen zweiten Wahlgang zu verzichten, gut. Mit dieser Ausgangslage mache es keinen Sinn, wird er von der «Luzerner Zeitung» zitiert. Wäre er angetreten, hätte die SVP ein Image von Sturheit erhalten, so seine Befürchtung.

Die offizielle Frist läuft am Donnerstagmittag ab.

Im ersten Wahlgang am 20. Oktober hat nur Damian Müller das absolute Mehr erreicht:


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1 Kommentare
  1. Kasimir Pfyffer, 23.10.2019, 09:53 Uhr

    Hunkeler und Gmür also. Eine richtige Vespacar-Connection.