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Millionen fliessen nur, wenn Fristen eingehalten werden
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Das Luzerner Theater: Wie viel Mindestlohn ist genug? (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Zeitplan für Salle Modulable steht Millionen fliessen nur, wenn Fristen eingehalten werden

4 min Lesezeit 15.06.2015, 12:30 Uhr

Viele Absichtserklärungen und wenig Neues resultierten an der Medienkonferenz zur Salle Modulable von Montag. Immerhin gibt es jetzt einen Zeitplan, nach dem die politischen Akteure sich richten müssen. Ein Verstorbener diktiert quasi die Bedingungen.

Die Salle Modulable kommt noch dieses Jahr auf die politische Agenda von Kanton und Stadt Luzern. Erste Meilensteine und Termine seien gesetzt, die Arbeiten erfolgreich angelaufen, sagten die politisch Verantwortlichen von Kanton und Stadt Luzern an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Vertretern der Stiftung Salle Modulable.

Der Luzerner CVP-Regierungsrat und oberste Kulturchef Reto Wyss betonte, dass die Salle Modulable viel mehr werde als ein Neubau für das stark veraltete Luzerner Theater. «Wir wollen das erfolgreiche kulturpolitische Modell des KKL weiterentwickeln», so Wyss. Für die erfolgreiche Realisierung sei eine «Public Private Partnership» (PPP) geplant. Im konkreten Fall, wo eine private Partnerin eine grössere Summe in Aussicht stelle und die öffentliche Hand das dazugehörige Bauprojekt durchführe, müsse noch die richtige Rechtsform für die Zusammenarbeit gefunden werden.

Konzept fürs Theater

Die Vision und das Geld

An der Medienkonferenz wurde die Vision des verstorbenen Kunstmäzens Christof Engelhorn öffentlich gemacht. Sie beinhaltet einen grossen Geldsegen: maximal 120 Millionen Franken. Gemäss Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, dürften gemäss heutigen Schätzungen nach Abzug der Kosten schliesslich rund 80 Millionen Franken für den Bau zur Verfügung stehen.
Zur Vision Engelhorns erklärte Achermann: «Das neue Theater soll eine international anerkannte Plattform für traditionelle Aufführungen werden, aber auch für kreative Experimente in den Bereichen Musiktheater, Oper, Tanz und Schauspiel.» Die Räumlichkeiten müssten deshalb multifunktional nutzbar sein. Für grosse Aufführungen seien bis zu 1200 Plätze vorzusehen. Die Wände und Decken von Bühne und Zuschauerraum sollten variabel versetzbar sein, bis hin zur Möglichkeit einer grossen «Black Box», welche die Interaktion der Künstler mit dem Publikum erlaubt. Die Salle Modulable muss aber auch qualitativ hochstehende Räume für das kreative Arbeiten und Proben beinhalten. In der Vereinbarung zwischen Stiftung und Trust, der die Vision Engelhorns zugrundeliegt, werden laut Achermann ebenso Aussagen zum Standort gemacht. Er soll für internationale Besucher «ein Luzern-Erlebnis» darstellen, ab dem Bahnhof Luzern leicht zu Fuss erreichbar sein und ein visuelles Wahrzeichen darstellen. Und nicht zuletzt soll der neue Kulturtempel von Luzern ein urbaner Treffpunkt werden.

Das inhaltlich-künstlerische Konzept ist ebenfalls in Arbeit. Unter dem Titel «Theater Werk Luzern» (TWL) werde momentan das Konzept für eine gemeinsame Plattform zur «Produktion und Veranstaltung der darstellenden Künste» entwickelt. Regionale und internationale Theaterleute sollen sich danach vernetzen und Kulturräume gemeinsam nutzen.

Mit Musikern unter einem Dach

Örtlich stehe für die künstlerische Arbeit die Infrastruktur von Südpol, KKL Luzern und des geplanten neuen Theatergebäudes zur Verfügung, so der oberste Kulturchef des Kantons. Die «neuartige Kulturstätte» werde eine Plattform und eine neue Theaterlandschaft bilden. Und zwar für das Luzerner Theater, das Lucerne Festival, das Luzerner Sinfonieorchester, den Südpol sowie die freie Szene.

Unentgeltliches Baurecht geplant

Die Luzerner SP-Stadträtin Ursula Stämmer, ihrerseits für die städtische Kultur zuständig, äusserte sich zur Standortfrage. Wo der Neubau hinkommen soll, ist noch nicht bestimmt. «Die drei vorevaluierten Standorte Alpenquai, Theaterplatz und Carparkplatz Inseli haben alle ihre Vor- und Nachteile und ihren spezifischen Reiz», sagt Stämmer diplomatisch.

Klarheit bringen soll eine vergleichende Studie, welche auch eine Empfehlung für einen Standort enthalten wird. Die Firma Ernst & Basler erarbeite die Studie zusammen mit Vertretern der städischen Verwaltung, der Stiftung Salle Modulable und der internationalen Beratungsfirma Arup USA Inc. «Zentrale Kriterien sind städtebauliche Verträglichkeit, raumplanerische Aspekte, Erschliessung, Bewilligungsfähigkeit und die Akzeptanz in der Bevölkerung», so Stämmer.

Im Dezember will der Stadtrat einen entsprechenden Bericht und Antrag mit einem Baurechtsvertrag ans Parlament leiten. Ein allfälliger Volksentscheid über ein unentgeltliches Baurecht könnte laut der Stadträtin am 5. Juni 2016 stattfinden. Bis Ende dieses Jahr soll auch die Rechtsform der «Public Private Partnership» klarer sein.

Weiterer Zeitplan

Bis Ende Jahr werden also Grundlagen erarbeitet und politische Vorlagen bei Stadt und Kanton vorbereitet. Die Firma Arup USA Inc. realisiert zudem im Auftrag der Stiftung Salle Modulable eine Machbarkeitsstudie. Die berücksichtige «die lokalen Begebenheiten», hiess es an der Medienkonferenz. Sie soll aber auch Raumprogramm und technische Ausstattung aufzeigen, welche den Willen des verstorbenen Mäzens Christof Engelhorn spiegeln, und sie wird erste Schätzungen zu den Bau- und Betriebskosten enthalten.

Eröffnung frühestens in acht Jahren

Parallel dazu wird ein Architekturwettbewerb vorbereitet und durchgeführt. Das Ergebnis könnte Anfang 2017 vorliegen, betonten die Verantwortlichen. 2018 sei die «finale politische Grundsatz-Diskussion» vorgesehen. Bis Ende 2021 schliesslich ist geplant, das Baubewilligungsverfahren abzuschliessen. So wäre es möglich, dass das neue Theater, nach rund zweijähriger Bauzeit, im Jahr 2023 in Betrieb gehen könnte.

Fristen für Unterstützung 2015, 2018 und 2021

Betont wurde an der Orientierung, dass die Vereinbarung zwischen der Stiftung und dem Butterfield Trust auf Bermuda klar definiere, was eingehalten werden müsse, damit die 120 Millionen Franken fliessen. «Neben der Umsetzung der Vision Christof Engelhorns ist auch die Einhaltung von Fristen ein zentraler Punkt», sagt Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable. Danach muss als erstes die Machbarkeitsstudie der Firma Arup Inc. bis Ende 2015 durchgeführt und präsentiert werden. Das liegt in der Verantwortung der Stiftung als Auftraggeberin.

Erweise sich das Projekt als machbar, haben Stadt und Kanton drei Jahre Zeit, bis zum 31. Dezember 2018, um die politischen Entscheide zu fällen und die Finanzierung von Bau und Betrieb sicherzustellen. Danach räumen die privaten «Partner» der Stadt und dem Kanton Luzern drei weitere Jahre ein; bis zum 31. Dezember 2021 muss die Baubewilligung vorliegen.

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