Luzern stempelt die Durchsetzungsinitiative ab
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So haben die Zürcher gegen die DSI mobil gemacht. (Bild: zVg)

Luzern stempelt die Durchsetzungsinitiative ab

3 min Lesezeit 19.02.2016, 17:08 Uhr

Die neusten Umfrageergebnisse beflügeln die Gegner der Durchsetzungsinitiative. Auch in Luzern. Um die letzten Unschlüssigen zu mobilisieren, greift ein Einheimischer nun zu einer ganz speziellen Aktion.

Wäre letzte Woche abgestimmt worden, die Durchsetzungsinitiative wäre wohl bachab geschickt worden. Das geht aus der zweiten Trendumfrage des Forschungsinstituts Gfs Bern hervor. Nur noch 46 Prozent der Befragten hätten die Inititiative bestimmt oder eher befürwortet, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Das Nein/Eher-Nein-Lager wäre bei 49, die Unentschlossenen bei 5 Prozent gewesen. Damit hat sich der Trend gegenüber der ersten Umfrage im Januar umgekehrt. Damals hatten noch 51 Prozent für und 42 gegen die Initiative votiert. Die Abstimmung findet am 28. Februar statt.

Das Ergebnis spornt das Nein-Lager an, nochmals so richtig Vollgas zu geben. Das führt mitunter zu kreativen Aktionen. In St. Gallen und Zürich etwa haben Aktivisten und Clubs einen «Nein am 28.»-Stempel entworfen. Diverse Clubs verpassten ihren Besuchern beim Einlass den Stempel aufs Handgelenk. Die Aktion war ein voller Erfolg und wurde auch vom «Blick» aufgegriffen.

Gedächtnisstütze für den Morgen danach.

Gedächtnisstütze für den Morgen danach.

(Bild: zVg)

Dieses Wochenende werden nun auch viele Luzerner mit dem besagten Stempel nach Hause gehen. Der Luzerner Benji Gross, berüchtigt durch seine Zweimann-Punkkapelle Failed Teachers, übernimmt die Idee. Aktuell sammelt er auf Facebook Adressen von Clubs, die sich beteiligen. 14 Stempel hat er, schon sechs Clubs machten bis Freitagnachmittag mit. Unter anderem der Südpol, wo diesen Freitagabend 800 Besucher ans Sophie Hunger-Konzert gehen. Hunger hat ja eine klare Haltung zur DSI:

 

 

Posted by Sophie Hunger on Samstag, 13. Februar 2016

 

Gross begründet sein Engagement: «Wir fanden die Aktion der Zürcher sehr gut und im Gespräch mit Freunden wurde uns bewusst, dass Stempel auch am Morgen nach der Party noch sichtbar sind. Jeder, der mal ein Konzert besuchte kennt das. Diesen Moment der Erinnerung wollten wir nutzen. Eine Gedankenstütze. Halt mit dem Stempel statt mit dem Kugelschreiber. Anscheinend haben bei vergangenen wichtigen Abstimmungen die 20- bis 30-jährigen gefehlt. So kann man vielleicht einige davon noch motivieren.»

zentral+ hat bereits über die Durchsetzungsinitiative berichtet:

  • «Durchsetzungsinitiative: Ärger über Drückeberger-Regierung»: Die Opposition aus den Kantonen gegen die Durchsetzungsinitiative wächst – doch die Luzerner Regierung schweigt. Kein einziger Regierungsrat engagiert sich im Nein-Komitee, im Gegensatz zu den Luzerner Ständeräten. Das Unverständnis darüber ist gross – auch in den eigenen Parteien.
  • «Unsere Strafen sind doch zum Lachen»: Die Luzerner SVP lud am 18. Januar in Emmenbrücke zum Schlagabtausch: Felix Müri vs. Cédric Wermuth, rechts gegen links. Thema: die hochbrisante Durchsetzungsinitiative. Es kam viel Volk, die Debatte war hitzig – und der Abend endete ohne klaren Sieger.

So haben die Zürcher gegen die DSI mobil gemacht.

So haben die Zürcher gegen die DSI mobil gemacht.

(Bild: zVg)

 
 

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